COGNITION (eBC) und CATCH (mBC)

Personalisierte Biomarker-Programme beim Mammakarzinom

  • integrative molekulargenetische Diagnostik zur Biomarker-basierten personalisierten Therapie
  • zusätzlich zu individuellen Eigenschaften (z.B. histologischen Markern), prognostischen und prädiktiven Faktoren ist die individuelle Tumorbiologie und umfassende Biomarker-Evaluation integraler Bestandteil zur Optimierung der Behandlungsentscheidung
  • Studiendurchführung in enger Zusammenarbeit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Programm Molekulare Diagnostik am NCT Heidelberg
  • Entsprechend des Tumorstadiums können Brustkrebs-Patienten in zwei unterschiedliche Diagnostik-Register eingeschlossen werden: CATCH oder COGNITION

 

  COGNITION (eBC) CATCH (mBC)
Indikation Frühe Mammakarzinome mit Behandlungsoption in kurativer Intention und Indikation zur neoadjuvanten Therapie (unabhängig von Art der Neoadjuvanz) Fortgeschrittene / Metastasierte Mammakarzinome bei Diagnose oder zum Zeitpunkt des Progresses.
Materialanforderung

Frischgewebe Biopsie:
a) Baseline (vor Neoadjuvanz)
b) Zeitpunkt OP (nach Neoadjuvanz)
Blut

Frischgewebe Biopsie:
Aktuelles Frischgewebe Metastase (Biopsie + oder im Verlauf von OP)
Blut

Methoden Profiling

- Ganzgenom-Sequenzierung (HiSeq)
- Transkriptom-Sequenzierung (polyA, HiSeq)
- Validierung ausgewählter therapeutischer Zielstrukturen

- Ganzgenom-Sequenzierung (HiSeq)
- Transkriptom-Sequenzierung (polyA, HiSeq)
- Validierung ausgewählter therapeutischer Zielstrukturen



COGNITION-Studie

Comprehensive assessment of clinical features, genomics and further molecular markers to identify patieents with early breast cancer for enrolment on marker driven trials: frühe Hochrisiko-Mammakarzinome

Präzisions-Onkologie Studie: Molekulare Diagnostik zur Stratifizierung der Post-Neoadjuvanten Therapie bei frühen Hoch-Risiko Brustkrebs Patienten

COGNITION verfolgt das Ziel, frühen Hochrisiko-Mammakarzinom Patienten, die keine pathologische Komplettremission (pCR) im Zuge der Neoadjuvanz erreichen, eine umfassende molekulargenetische Diagnostik der Therapie-resistenten Läsion nach der Neodadjuvanz anzubieten. Diese Herangehensweise ermöglicht eine individualisierte, risiko-adaptierte, Biomarker-stratifizierte Therapieeskalation der Post-Neoadjuvanz zur Verringerung von Rezidiv- und Metastasierungsrisikos.

 

Neoadjuvante Chemotherapien (NACT) stellen den Eckpfeiler der Behandlung von Hochrisiko-Gruppen wie Luminal B, HER2-positivem und Triple-negativem Brustkrebs dar. Die pathologische Komplett-Remission (pCR) dient als solider intermediärer Endpunkt und Surrogatmarker für das Gesamtüberleben, der es erlaubt Patienten mit einem hohen Rezidiv-Risiko zu identifizieren. Dementsprechend kann bei Patienten mit invasiven Tumorresten (non-pCR) die Therapie nach der Operation (Post-Neoadjuvanz) intensiviert und angepasst werden, um das Risiko von Rezidiven und insbesondere Fernmetastasen zu senken.

Während diese Ansätze in molekular unstratifizierten Patientenkohorten bereits auf einen Überlebensvorteil hindeuten (Phase III CREATE-X und KATHERINE Studien), ermöglicht die Inkorporation von multidimensionalem, molekularem Profiling die Patienten nach dem individuellen genetischen Biomarker-Profil ihres Tumors zusätzlich zielgerichtet zu behandeln.

Innerhalb COGNITION wird die Präzisions-Onkologie für Hochrisiko-Brustkrebs-Patienten in den klinischen Alltag implementiert. Im Rahmen der Studie wird bei Patienten, die keine pCR erreichen, eine umfassende molekulare Diagnostik (vorwiegend Hochdurchsatz-Sequenzierung) angewandt, um eine umfassende Genotyp- und Biomarker-Analyse des individuellen Tumors zu generieren. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine Therapie-Intensivierung (zusätzlich zum Standard) mit innovativen zielgerichteten Substanzen.

Zu diesem Zweck werden Primärtumoren vor der neoadjuvanten Therapie sowie invasive Tumorreste nach der Neoadjuvanz zum Zeitpunkt der Operation mittels molekularem Profiling (insbesondere Gesamtgenom- und Transkriptom-Sequenzierung) für eine differenzierte adequate Diagnostik detailliert analysiert, um die post-neoadjuvante Behandlung entsprechend der genomischen Muster zu stratifizieren.
Da sich diese risikoadaptierte Strategie auf Hoch-Risiko-Patienten mit therapieresistentem Resttumor nach neoadjuvanter Therapie fokussiert, kann eventuell durch eine optimierte postoperative Therapie das Rezidiv- und Metastasierungsrisiko reduziert und somit die Heilungschancen erhöht werden.

Einschlusskriterien:

  • Patienten mit histologisch-gesichertem frühem Brustkrebs, die mit einer kurativen Intention behandelt werden (Stage I-III) und eine Indikation zur neoadjuvanten Therapie haben.
  • Möglichkeit zur Gewebe- (Biopsie) und Blutentnahme.
  • Behandlung am NCT Heidelberg.

 

Ausschlusskriterien:

  • Fortgeschrittener / metastasierter Brustkrebs
  • Inadequate Organfunktion
  • ECOG >1
  • Fehlende Möglichkeit zur Gewebe- bzw. Blutentnahme

Die Diagnostik-Studien umfassen einen standardisierten Ablauf / Workflow:



1. Aufklärung / Studieneinschluss am NCT Heidelberg

2. Gewinnung von Biomaterial (Gewebe + Blut) für die molekularen Analysen im Zuge von Standard- bzw. Routineeingriffen oder als Studien-spezifische Maßnahme:

  • Tumorgewebe: Frisch-Gewebeproben (kein Paraffin-Gewebe) als Voraussetzung für die nachgeschalteten molekular-genetischen Analysen
  • Blutentnahme (Vergleichsprobe von normalen Körperzellen zur Definition von tumor-spezifischen genetischen Veränderungen)

3. Pathologische Evaluation (Institut für Pathologie, Heidelberg)

  • Tumorzellgehalt Frischgewebe-Probe (Voraussetzung Analysen: Mindestgehalt 20% Tumorzellen)
  • Tumor-Infiltrierenden Lymphozyten

4. Molekulare Analysen: Tumor-Genom-Sequenzierung (DKFZ Heidelberg) / Next Generation Sequencing

  • Analyt-Isolation (DNA, RNA, Protein, Sample Processing Lab, DKFZ)
  • Proben-Vorbereitung für Hochdurchsatz-Sequenzierung (Genomics Core Facility, DKFZ)
  • Methodik: Whole-Genome und Transcriptom Sequenzierung

5. Diskussion molekular-genetischer Befunde im interdisziplinärem molekularenTumorboard

  • Bioinformatische Auswertung im klinischen Kontext
  • Teilnehmer: Onkologen, Bioinformatiker, Molekularbiologen, Pathologen, Humangenetiker
  • Priorisierung von Therapie-relevanten Genveränderungen und molekularer Targets
  • Generierung eines Therapieplans zusammengefasst in einem molekularen Report

6. Diskussion molekular-genetischer Befunde und Prüfung möglicher Behandlungswege mit dem Patienten

7. Biomarker-basierte, personalisierte Behandlung entsprechend des genetischen Tumorprofils am NCT Heidelberg (außerhalb der Register-Studie):

  • in konfirmatorischen kontrollierten Phase I-IV Studien
  • innerhalb der zugelassenen Indikation (in-label use)
  • außerhalb der zugelassenen Indikation (off-label use)

Kontakt
Tel.: 06221 56-5959 oder 06221 56-7985
E-Mail: Patientenzentrum2.nct@med.uni-heidelberg.de

 

Koordination

Die Diagnostik-Studien werden in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Programm Molekulare Diagnostik am NCT Heidelberg durchgeführt.



CATCH-Studie

Comprehensive assessment of clinical features and biomarkers to identify patients with advanced or metastatic breast cancer for marker driven trials in humans): fortgeschrittene / metastasierte Mammakarzinome

Präzisions-Onkologie Studie: Molekulare Diagnostik zur Stratifizierung der Therapie bei metastasierten Brustkrebs Patienten

CATCH verfolgt das Ziel, bei Patienten mit fortgeschrittenem, metastasiertem Mammakarzinom ein individuelles Genotyp- und Biomarker Profil der prognostisch führenden Läsion mit Hilfe von genomweiter Hochdurchsatz- Tumorgenomsequenzierung zu erstellen.

Mit dieser Strategie werden prognostische und prädiktive, Therapie-relevante Treibermutationen und Biomarker identifiziert, um die Behandlungsentscheidung für zielgerichtete Substanzen zu optimieren.

Die Behandlung außerhalb der Register-Studie erfolgt in (1) weiterführenden klinischen Studien, (2) in der zugelassenen Indikation oder als (3) off-label use.

Therapieresistenzen gegenüber klassischen Therapien sind vor allem auf die hohe intra- und intertumorale Heterogenität beim metastasierten Brustkrebs zurückzuführen. Zudem sind gegenwärtig nur wenig validierte zielgerichtete Wirkstoffe für fortgeschrittenen Brustkrebs im Standard verfügbar und die Diagnostik umfasst normalerweise routinemäßig keine umfassende Biomarker-Evaluation.

Strategie:
Im Rahmen des CATCH-Studie werden prädiktive Biomarker und Drug Targets mittels integrativer umfassende Tumorgenom-Analyse evaluiert (Ganzgenom- und Transkriptomsequenzierung). Innerhalb der Register-Studie werden alle Abläufe vom Einschluss, der Biomaterialgewinnung bis zur Priorisierung zielgerichteter Therapien in den klinischen Alltag implementiert. Der behandelnde Onkologe am NCT kann mittels der gewonnen biologischen Informationen Patienten identifizieren, die von innovativen, zielgerichteten Behandlungsmodalitäten profitieren.

Die Behandlung erfolgt nach Ermessen des behandelnden Onkologen (1) innerhalb unabhängiger Phase I-IV AMG Studien, (2) in der zugelassenen Indikation oder i(3) als off-label use.

Endpunkte:
PFS2 / PFS2 Ratio: Progressions-freies Überleben (PFS) unter der molekular-stratifizierten Therapie im Vergleich zum PFS unter der unmittelbar vorhergehenden  Standardtherapie des individuellen Patienten.

Einschlusskriterien:

  • mBC Patienten (alle Subtypen) nach initialer Diagnose oder zum Zeitpunkt des Progress .
  • Lebenserwartung > 6 Monate
  • ECOG ≤ 2
  • Möglichkeit zur Frischgewebe-Entnahme aus der prognostisch führenden Läsion

Ausschlusskriterien:

  • Fehlende Möglichkeit zur Frischgewebe-Entnahme

Die Diagnostik-Studien umfassen einen standardisierten Ablauf / Workflow:



1. Aufklärung / Studieneinschluss am NCT Heidelberg

2. Gewinnung von Biomaterial (Gewebe + Blut) für die molekularen Analysen im Zuge von Standard- bzw. Routineeingriffen oder als Studien-spezifische Maßnahme:

  • Tumorgewebe: Frisch-Gewebeproben (kein Paraffin-Gewebe) als Voraussetzung für die nachgeschalteten molekular-genetischen Analysen
  • Blutentnahme (Vergleichsprobe von normalen Körperzellen zur Definition von tumor-spezifischen genetischen Veränderungen)

3. Pathologische Evaluation (Institut für Pathologie, Heidelberg)

  • Tumorzellgehalt Frischgewebe-Probe (Voraussetzung Analysen: Mindestgehalt 20% Tumorzellen)
  • Tumor-Infiltrierenden Lymphozyten

4. Molekulare Analysen: Tumor-Genom-Sequenzierung (DKFZ Heidelberg) / Next Generation Sequencing

  • Analyt-Isolation (DNA, RNA, Protein, Sample Processing Lab, DKFZ)
  • Proben-Vorbereitung für Hochdurchsatz-Sequenzierung (Genomics Core Facility, DKFZ)
  • Methodik: Whole-Genome und Transcriptom Sequenzierung

5. Diskussion molekular-genetischer Befunde im interdisziplinärem molekularenTumorboard

  • Bioinformatische Auswertung im klinischen Kontext
  • Teilnehmer: Onkologen, Bioinformatiker, Molekularbiologen, Pathologen, Humangenetiker
  • Priorisierung von Therapie-relevanten Genveränderungen und molekularer Targets
  • Generierung eines Therapieplans zusammengefasst in einem molekularen Report

6. Diskussion molekular-genetischer Befunde und Prüfung möglicher Behandlungswege mit dem Patienten

7. Biomarker-basierte, personalisierte Behandlung entsprechend des genetischen Tumorprofils am NCT Heidelberg (außerhalb der Register-Studie):

  • in konfirmatorischen kontrollierten Phase I-IV Studien
  • innerhalb der zugelassenen Indikation (in-label use)
  • außerhalb der zugelassenen Indikation (off-label use)

Kontakt

Tel.: 06221 56-5959 oder 06221 56-7985
E-Mail: Patientenzentrum2.nct@med.uni-heidelberg.de

 

Koordination

 
 

Die Diagnostik-Studien werden in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Programm Molekulare Diagnostik am NCT Heidelberg durchgeführt.