NCT Heidelberg

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg

„Fachübergreifend forschen, therapieren und vorbeugen zum Wohl des Patienten“

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist das führende onkologische Spitzenzentrum in Deutschland. Gründer waren im Jahr 2004 das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das Universitätsklinikum Heidelberg, die Medizinische Fakultät Heidelberg und die Deutsche Krebshilfe. Sie unterstützen das NCT seither durch Infrastruktur und Ressourcen und sichern die Finanzierung.

 

Die Gründer schufen eine Institution, die in ihrer Konstruktion einzigartig ist: Forschung, Therapie und Prävention sind unter einem Dach und durch viele Schnittstellen verbunden. Die Ergebnisse der Forschung fließen unmittelbar in die Therapie der Patienten ein. Somit sind die Voraussetzungen für das primäre Ziel des NCT gegeben, die aktuellen klinischen Therapien zu optimieren und wissenschaftliche Kenntnisse immer schneller in klinische Anwendungen zu überführen (Translation). 

Darüber hinaus versucht das NCT jedem Patienten individualisierte Therapien entsprechend seinen spezifischen Bedürfnissen bereitzustellen – über die Grenzen der traditionellen Fachrichtungen und akademischen Abteilungen hinweg, gemäß einer modernen Präzisionsonkologie.

Das NCT hat sich mittlerweile strukturell vom ersten deutschen fachübergreifenden onkologischen Zentrum (Comprehensive Cancer Center, CCC) zu einem nationalen Exzellenz-CCC entwickelt und inhaltliche Schwerpunkte ausgearbeitet: 2011 wurde das zukunftsweisende Präzisionsonkologie-Programm (NCT-POP) eingeführt. Es verfolgt eine zentrumsweite Masterstrategie, durch die gemeinsam in klinischen Krebsforschungsprogrammen alle translationalen Aktivitäten koordiniert und die Ressourcen in Richtung einer individualisierten Krebsmedizin gebündelt werden.

Das NCT bietet hochmoderne interdisziplinäre Möglichkeiten zur Diagnostik, Behandlung und Prävention von Krebserkrankungen sowie zur Durchführung zukunftsweisender klinischer Studien. 300 solcher Studien laufen derzeit.

Eine echte Innovation ist in diesem Zusammenhang das Heidelberger Zentrum für Personalisierte Onkologie (DKFZ-HIPO). NCT und DKFZ riefen es ins Leben, um die molekulare Diagnostik zu vereinfachen. Es handelt sich um eine Plattform für Genomik und Bioinformatik, die speziell auf die klinische Translation ausgerichtet ist. Ein neues und immer wichtiger werdendes Instrument ist dabei das NCT DataThereHouse, eine gemeinsam von NCT und SAP entwickelte wissenschaftliche Datenbank. NCT DataThereHouse ist in der Lage, eine Arbeitskopie aller patientenbezogenen Datensätze aus sämtlichen EDV-Quellen zu erstellen. So können molekulare und klinische Daten zur klinischen Entscheidungsfindung und Translationsforschung effizient gesammelt, abgerufen und ausgewertet werden.

Das NCT verfolgt konsequent eine patientenorientierte Strategie. Verschiedene klinisch und wissenschaftlich herausragende Krebsforschungsprogramme sind Basis der interdisziplinären Patientenversorgung. Sie sind krankheitsorientiert aufgebaut und verbinden die Forschungsgruppen von NCT, DKFZ und Heidelberger Universitätsklinikum mit nationalen und internationalen Netzwerken für Forschung und klinische Studien.

Allein im Jahr 2012 besuchten ca. 8.200 Patienten mit einer neu diagnostizierten Krebserkrankung das NCT und mehr als 12.200 Patienten wurden im ambulanten Therapiebereich der Einrichtung behandelt. Das Einzugsgebiet erstreckt sich weit über das Rhein-Neckar-Gebiet hinaus bis ins Ausland. Bis Ende 2013 haben sich Patienten aus 45 Nationen im NCT vorgestellt – und die Nachfrage steigt weiter. Derzeit sind 14 Prozent aller im NCT behandelten Patienten in klinische Studien eingeschlossen.

Der Kampf gegen Krebs findet im NCT jedoch nicht nur auf medizinischer Ebene statt. Seit vielen Jahren engagieren sich Träger, Leitung und Mitarbeiter auch in sozialen Projekten. Über die Grenzen Heidelbergs hinaus bekannt sind dabei vor allem die Benefiz-Aktionen „Rudern gegen Krebs“ und der „NCT Lauf“. Mit Hilfe der sportlichen Großveranstaltungen unterstreichen das NCT und seine Kooperationspartner, dass ihr Kampf gegen den Krebs ganzheitlich angelegt ist.

Zusätzlich zu den Aktivitäten im NCT werden zahlreiche Modellprojekte zur Präzisionsonkologie in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), der Nationalen Kohorte und der Initiative der Helmholtz-Gemeinschaft zu personalisierter Medizin (iMed) vorangebracht.

Der enorme Wissens- und Erfahrungsschatz des NCT soll systematisch in die Aus- und Fortbildung von Medizinern einfließen. Dazu etablierte das NCT mit der Heidelberg School of Oncology (HSO) ein weitreichendes Ausbildungsprogramm für Wissenschaftler und Ärzte. Es erfasst wesentliche Aspekte klinischer und translationaler Forschung sowie interdisziplinärer Patientenversorgung in trans-institutionellen Curricula. Intensives Training in wissenschaftlichen und klinischen Modulen, Fortbildungen und Veranstaltungen sowie eine jährliche DKTK Summer School ergänzen diese Curricula. Im Rahmen des DKTK ermöglicht die NCT HSO Zugang zu und Austausch mit allen bereits bestehenden Ausbildungsprogrammen der DKTK Partnerstandorte.

Konsequent verfolgt das NCT das Ziel, eine interdisziplinäre, präzise und präventive Onkologie zu fördern, die individualisierte Therapieentscheidungen bereitstellen kann – entsprechend den spezifischen Bedürfnissen eines jeden Patienten. Bis dies erreicht ist, kann es noch einige Jahre dauern. Doch auf dem Weg dahin soll bereits im Jahr 2016 eine umfassende genetische und molekulare Analyse im Hochdurchsatzverfahren bereitgestellt werden, damit jeder Patient des NCT stratifiziert werden kann. So will das NCT erreichen, dass jedem Patienten die Behandlung zu Teil wird, die für ihn die besten Chancen darstellt.