Allgemeine Fakten

Bösartige Tumoren der Kopf- und Halsregion zählen zu den weltweit sechsthäufigsten Krebsformen und betreffen alleine in Deutschland mehr als 15.500 neu erkrankte Patienten pro Jahr. In mehr als 90% aller Fälle handelt es sich um sog. Plattenepithel-Karzinome (PEC) des Kopf-Halses (HNSCC). Bei weit mehr als der Hälfte aller Patienten wird der Tumor zum ersten Mal in bereits fortgeschrittenen Stadien (III und IV) diagnostiziert.

Solange der Tumor auf den Kopf und Hals beschränkt bleibt, sind heute auch in diesen fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung in ca. 30-40% aller Fälle dauerhafte Heilungen durch den Einsatz moderner multimodaler Therapieverfahren, d.h. Operation und/oder Strahlen- und Chemotherapie, möglich. Sobald der Tumor Tochtergeschwülste (Metastasen) an anderen Stellen des Körpers gebildet hat, ist eine Heilung nicht mehr möglich. In diesen Fällen kann mit Hilfe einer Chemo- und/oder Antikörpertherapie versucht werden, das Tumorwachstum für eine möglichst lange Zeit aufzuhalten (palliative Chemo/Immuntherapie).

Neben Plattenepithel-Karzinomen gibt es eine weitere Gruppe bösartiger Tumoren im Kopf-Hals-Bereich, die aus entarteten Speicheldrüsen hervorgehen. Diese Tumoren sind insgesamt selten und zudem biologisch sehr verschieden, so dass hier die Festlegung eines optimalen individuellen Behandlungskonzepts besonders wichtig ist.

Für den häufigsten malignen Tumor der Speicheldrüsen (adenoidzystisches Karzinom, ACC) wurden am Standort Heidelberg Studienprotokolle entwickelt, um auch Patienten mit diesen seltenen Tumoren des Kopf-Halses modernste neue Behandlungskonzepte (Schwer-Ionen) im Rahmen kontrollierter klinischer Studien anbieten zu können.