vom 22.05.2018

Südkoreanische Krebsforscher und Politiker zu Gast am NCT Heidelberg

1. Foto: Koreanische Gäste und Heidelberger Gastgeber bei der Urkundenüberreichung an die beiden niedergelassenen Ärzte Johann-Thomas Schmidt und Thorsten Schlenker (vorne v.l.n.r Schmidt, Schlenker, Brenner; dahinter koreanische Besucher und Mitarbeiter vom NCT und DKFZ). 2. Foto: Wissenschaftlicher Austausch zwischen den Heidelberger Ärzten und Forschern mit den Besuchern. 3. Foto: Peter Sauer stellte das Interdisziplinäre Endoskopiezentrum (IEZ) vor. Copyright Foto 1-2: Anspach/NCT, Foto 3: Präventive Onkologie
 

Vom 16.-17. Mai 2018 besuchten Ärzte und Krebssforscher aus Südkorea sowie Vertreter der koreanischen Gesundheitspolitik das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg. Sie informierten sich über aktuelle Standards zur Krebsprävention insbesondere beim Darmkrebs. Neben Fachvorträgen aus dem DKFZ und NCT Heidelberg sammelten die Besucher während des zweitägigen Besucherprogramms auch praktische Einblicke in der Patientenversorgung.

„Krebstherapien werden immer besser auf einzelne Patienten zugeschnitten. Bei der Krebsfrüherkennung dagegen werden die Teilnehmer weiterhin größtenteils noch über einen Kamm geschert“, berichtete Professor Herrmann Brenner, kommissarischer Leiter der Abteilung „Präventive Onkologie“ am NCT Heidelberg und Leiter der Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung im DKFZ den sechs koreanischen Besuchern. „Mit den beiden NCT-Studien GEKKO und DARIO testen wir neue Methoden der Früherkennung für Darmkrebs und entwickeln sie weiter.“

NCT würdigt das Engagement von niedergelassener Praxis

Neben Fachvorträgen aus dem DKFZ und NCT Heidelberg bekamen die Besucher während des zweitägigen Besucherprogramms auch praktische Einblicke: Zehn gastroenterologische Praxen aus der Region arbeiten eng mit dem NCT Heidelberg zusammen. Die Praxis Schmidt-Schlenker ist eine dieser Praxen. Die niedergelassenen Ärzte Dr. Johann-Thomas Schmidt und Dr. Thorsten Schlenker unterstützen die Forschungsstudie GEKKO (Gebt dem Krebs keine Chance- Onkocheck) zur Krebsprävention und Früherkennung von Darmkrebs. In dieser Woche konnten die beiden Mediziner beim 1000. Patient im Rahmen der GEKKO-Studie eine Darmspiegelung durchführen. „Die Koloskopie trägt entscheidend zur Senkung des Darmkrebsrisikos bei. Gleichwohl wird die Vorsorgeuntersuchung noch zu wenig wahrgenommen. Patienten befürchten die Abführmaßnahmen und eine schmerzhafte Untersuchung. Die Vorbereitung zur Darmspiegelung hat sich in den letzten Jahren aber deutlich verbessert. Mittlerweile müssen geringere Mengen als in früheren Jahren vor der Untersuchung getrunken werden. Die Untersuchung ist zudem schmerzfrei durchführbar. Es verbleibt also, die Bevölkerung eindrücklich auf die Effizienz dieser Methode hinzuweisen und möglichst große Teile der Bevölkerung zur Teilnahme zu bewegen“, berichtete Schmidt. Als Anerkennung für die hervorragende Zusammenarbeit mit dem NCT Heidelberg überreichte Brenner den beiden Kollegen eine Urkunde.

In der Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg ging der praktische Teil für die südkoreanische Besuchergruppe weiter: Professor Peter Sauer stellte das Interdisziplinäre Endoskopiezentrum (IEZ) vor. Sauer arbeitet unter anderem für die DARIO-Studie mit dem NCT Heidelberg zusammen. Die Studie erforscht, wie gut das Angebot einer Darmspiegelung in der Altersgruppe zwischen 50 und 54 Jahren angenommen wird.

Die Koreanischen Besucher zeigten sich von der interdisziplinären Zusammenarbeit in Heidelberg beeindruckt: „Wir sind begeistert von den Projekten zur Darmkrebsprävention und der außergewöhnlichen Zusammenarbeit mit den verschiedenen Kooperationspartnern vor Ort. Die neuen Erkenntnisse, die wir in Heidelberg gewinnen konnten, werden wir in die Reform unseres Screeningprogramms für Darmkrebs in Südkorea einfließen lassen.“ Auch in Südkorea erfolgt die Darmkrebsvorsorge mit dem immunologischen Stuhltest, wie er auch in Deutschland ab dem Alter von 50 Jahren durchgeführt wird. Dagegen ist die Vorsorgekoloskopie in Südkorea noch nicht in dem Maße flächendeckend verbreitet wie bei uns.