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NCT Heidelberg – Clinical Translational Research Fellowship

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg verfolgt das Ziel, den Transfer wissenschaftlicher Ergebnisse vom Labor in die Klinik und umgekehrt zu beschleunigen. Um die nächste Generation von Mediziner:innen und Wissenschaftler:innen in der klinischen und translationalen Krebsforschung weiter zu fördern, bietet das NCT Heidelberg auch 2026 wieder Weiterbildungsmöglichkeiten über eine Fellowship-Ausschreibung an. Die Stipendien sollen Nachwuchsmediziner:innen und -wissenschaftler:innen im Bereich der klinischen Krebsforschung unterstützen.

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Die lokale Auswahl des diesjährigen NCT Heidelberg Clinical Translational Research Fellowship ist abgeschlossen. Derzeit werden keine weiteren Bewerbungen angenommen.
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Programmübersicht

Das NCT Heidelberg Clinical Translational Research Fellowship bietet eine exzellente Gelegenheit für Mediziner:innen und Wissenschaftler:innen, eigene innovative Studienideen im Rahmen von geschützter Forschungszeit weiterzuentwickeln – mit dem Ziel, diese für eine Einreichung im NCT Overarching Clinical Translational Trial Program (OCT2) vorzubereiten. Die Fellows werden entweder in ihrer aktuellen Abteilung oder in einer anderen Abteilung des NCT Heidelberg und seiner Trägerinstitutionen tätig sein. Dort können sie ihre Studienidee weiterentwickeln – mit ausreichend Forschungszeit, professioneller Unterstützung und Rückmeldung zu wichtigen Aspekten wie Protokollentwicklung, Patientenbeteiligung, ethischen Fragestellungen und mehr.

Die diesjährigen Fellows

Jan-Hendrik Bolten: Präzisere Strahlentherapie in weniger Sitzungen

Jan-Hendrik Bolten, Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie, Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD), arbeitet an neuen Bestrahlungskonzepten für das lokal begrenzte Prostatakarzinom. Ziel seines Projekts „ENDLESS SMILE“ ist es, ultrahypofraktionierte Therapien weiterzuentwickeln – also Behandlungen mit sehr wenigen, dafür höher dosierten Sitzungen –, um die Therapiedauer deutlich zu verkürzen. Bislang erfordern solche Konzepte in der Regel, dass Goldmarker in die Prostata implantiert werden. Künftig könnten diese Marker durch eine täglich angepasste Strahlentherapie auf einem Linearbeschleuniger mit integrierter MRT (Magnetresonanztomografie) überflüssig werden. Die hochauflösenden MRT-Bilder ermöglichen es, die Bestrahlung präzise an die individuelle Anatomie anzupassen, wodurch Nebenwirkungen reduziert und der Patientenkomfort verbessert werden sollen.

Jan-Hendrik Bolten erhofft sich vom Fellowship, das Studienkonzept final ausarbeiten zu können und durch interdisziplinären Austausch neue Impulse für die klinische Umsetzung zu gewinnen. Er sagt: „Dort, wo unterschiedliche Fachperspektiven zusammenkommen, entstehen aus meiner Sicht die innovativsten und zugleich praxisrelevanten Lösungen.“

Fabian Falkenbach: Patientenerleben bei der Prostatabiopsie verbessern

Fabian Falkenbach, Urologische Klinik, UKHD, widmet sich der Verbesserung des Patientenerlebens bei der Prostatabiopsie. Die Untersuchung ist für die Diagnose zentral, wird jedoch häufig als belastend empfunden. In der geplanten PEACE-PB-Studie untersucht er, ob eine ergänzende Mind-Body-Intervention – etwa durch gezielte Vorbereitung, Atem- und Entspannungstechniken – Schmerzen und Angst während des Eingriffs reduzieren kann. Dies wird bei transperinealen Prostatabiopsien unter Lokalanästhesie untersucht, indem systematisch erfasst wird, wie Patient:innen den Eingriff wahrnehmen. Ziel der Studie ist es, die Untersuchung besser verträglich zu machen und dadurch auch die Akzeptanz von Früherkennung und aktiver Überwachung zu erhöhen. Fabian Falkenbach möchte mit seinem Projekt einen Ansatz entwickeln, der sich gut in den klinischen Alltag integrieren lässt. 

Durch das Fellowship, das er in der Abteilung Klinische Epidemiologie der Krebsfrüherkennung am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) absolvieren wird, möchte er die Grundlage für eine erfolgreiche Studie schaffen und seine Fähigkeiten als Clinical Trialist weiter ausbauen. Gleichzeitig betont er: „Forschung – und auch das Leben – ist immer Teamarbeit; ohne die Unterstützung meiner Frau wäre vieles nicht möglich.“

Laila Jötten: Das Mikrobiom als Ansatzpunkt für neue Therapien beim Pankreaskarzinom

Laila Jötten, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, UKHD, untersucht in der Viszeralchirurgie den Einfluss des Tumormikrobioms auf den Behandlungserfolg beim Pankreaskarzinom. Bei dieser Krebsart ist eine Operation häufig die einzige Chance auf Heilung. Entscheidend ist dabei, wie gut die Erkrankung auf eine vorgelagerte Therapie anspricht. Präklinische und erste klinische Daten deuten darauf hin, dass bestimmte Bakterien die Wirksamkeit von Chemotherapien beeinträchtigen können, während antibiotische Therapien das Ansprechen verbessern könnten. Ihr Projekt zielt darauf ab, diese Zusammenhänge systematisch zu analysieren und ihre klinische Relevanz besser zu verstehen.

Im Rahmen des Fellowship plant Laila Jötten eine multizentrische Studie mit translationalem Ansatz, die auch molekulare Analysen einbezieht. Langfristig soll geklärt werden, ob sich das Mikrobiom als therapeutischer Ansatzpunkt nutzen lässt. Mit dem Fellowship möchte sie insbesondere die komplexe Studienplanung voranbringen. Sie sagt: „Mich begeistert vor allem die Weiterentwicklung von Krebstherapien und das breite Spektrum an Möglichkeiten, dies zu verwirklichen.“

Paulina Schad: Immuntherapien bei Kindern gezielter wirksam machen

Paulina Schad, Klinik für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Pneumologie, UKHD, und Hopp Kindertumorzentrum Heidelberg, arbeitet an einem neuen Therapieansatz für Kinder mit Krebserkrankungen. Im Mittelpunkt steht ein Fusionsprotein, das gezielt in das Tumormikromilieu eingreift und die Wirksamkeit moderner Immuntherapien wie CAR-T-Zellen verbessern soll. Hintergrund ist, dass nicht alle Patient:innen gleichermaßen auf diese Therapien ansprechen.

Das Projekt soll die Voraussetzungen für ein besseres Ansprechen auf Immuntherapien schaffen und deren Einsatz für mehr Patient:innen ermöglichen. Im Rahmen ihres Fellowship führt Paulina Schad umfassende Untersuchungen zur Sicherheit und Verträglichkeit des neuen Ansatzes durch, um die Grundlage für die Weiterentwicklung des klinischen Studiendesigns zu legen.

Sie sagt: „Das Fellowship schafft den notwendigen geschützten Rahmen, um ein Studienkonzept fundiert und strukturiert zu entwickeln.“ Gleichzeitig möchte sie ihre Fähigkeiten in der eigenständigen Studienplanung weiter ausbauen und vom interdisziplinären Austausch profitieren.

Philipp Schröter: Strahlentherapie bei Kopf-Hals-Tumoren individueller gestalten

Philipp Schröter, Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie, UKHD, untersucht, wie sich Strahlentherapie bei Kopf-Hals-Tumoren präziser auf individuelle Patient:innen abstimmen lässt. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Bestrahlungsvolumina am Hals sicher reduziert werden können, um Nebenwirkungen wie Schluckbeschwerden, Mundtrockenheit und Immunsuppression zu minimieren, ohne die Tumorkontrolle zu beeinträchtigen.

Die Bestrahlung bei Kopf-Hals-Tumoren umfasst häufig große Gewebeareale. Da moderne Behandlungskonzepte zunehmend Immuntherapien neben Operation und Bestrahlung einschließen, geht Philipp Schröter der Frage nach, ob sich bestimmte Kopf-Hals-Bereiche selektiver behandeln lassen, um das Zusammenwirken mit Systemtherapien zu verbessern. Dazu kombiniert er die Analyse klinischer Daten mit translationalen Ansätzen, bei denen die Immunantworten der Patient:innen im Blut während und nach der Behandlung verfolgt werden. 

Das Programm ermöglicht es ihm, diese Ansätze weiterzuentwickeln und in eine prospektive klinische Studie zu überführen, um eine evidenzbasierte und patientenzentrierte Anpassung der Strahlentherapie bei Kopf-Hals-Tumoren zu unterstützen. Er sagt: „Viele relevante Fragen entstehen direkt aus der Versorgung von Patientinnen und Patienten und lassen sich nur interdisziplinär sinnvoll bearbeiten.“

Bisherige Fellowship-Jahrgänge

Enise Ceran: Rückfällen bei AML besser vorbeugen

Enise Ceran möchte dazu beitragen, Rückfälle bei Patient:innen mit akuter myeloischer Leukämie (AML) früher zu erkennen und besser zu verhindern. Im Rahmen ihres Fellowships am NCT Heidelberg untersucht sie Daten aus der klinischen BLAST-Studie, die die Wirkung einer zielgerichteten Therapie auf bestimmte Rezeptoren bei AML-Patient:innen analysiert hat. Ceran verknüpft diese Studiendaten mit modernen Einzelzellanalysen, um neue Biomarker zu identifizieren – also biologische Merkmale, die Hinweise auf ein erhöhtes Rückfallrisiko geben können.

Langfristig möchte sie auf dieser Basis personalisierte Behandlungsstrategien entwickeln, etwa durch den Einsatz maßgeschneiderter Immuntherapien mit sogenannten CAR-NK-Zellen. Ceran sagt: „Mich motiviert die Möglichkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse direkt für die Behandlung von Patient:innen nutzbar zu machen – und damit ihre Überlebenschancen zu verbessern.“ Am NCT Heidelberg findet sie dafür das ideale Umfeld: eine enge Verbindung von Forschung und Klinik, die sie als angehende Clinician Scientist für ihren Weg nutzen möchte.

Felix Englert: Neue Perspektiven in der Strahlentherapie beim Pankreaskarzinom

Felix Englert entwickelt im Rahmen des Fellowships eine klinische Studie zur neoadjuvanten Behandlung des Pankreaskarzinoms. Dabei soll eine Chemotherapie mit einer hochpräzisen Bestrahlung durch Kohlenstoffionen kombiniert werden – mit dem Ziel, eine bessere Kontrolle des Tumors zu erreichen und die Möglichkeit einer vollständigen operativen Entfernung (R0-Resektion) zu erhöhen. Die Studie nutzt die herausragenden technischen Möglichkeiten am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT).

Englert sagt: „Ich freue mich, mit dem Fellowship die nötige Zeit und Unterstützung zu bekommen, um dieses Projekt strukturiert voranzutreiben – und im Austausch mit den anderen Fellows neue Perspektiven zu gewinnen.“ Der Weg von Felix Englert ist geprägt von interdisziplinärer Erfahrung: Vor der Medizin studierte er Geophysik und Astronomie – ein Hintergrund, den er heute als Bereicherung für kreative Lösungsansätze in der Onkologie sieht.

Leonie Kram: Sprachfunktionen bei Hirntumor-OPs im Kindesalter besser schützen

Die Sprachtherapeutin und Neurowissenschaftlerin Leonie Kram verfolgt mit ihrem Fellowship ein Ziel mit besonders nachhaltiger Bedeutung: die Sprachfunktion bei Kindern mit Hirntumoren vor operativen Eingriffen besser zu erfassen und gezielter zu schützen. Sie entwickelt neue Testverfahren für die Sprachkartierung bei pädiatrischen Hirntumorpatient:innen mittels navigierter transkranieller Magnetstimulation (nTMS). Diese Methode kann bei Kindern eingesetzt werden, bei denen eine Wachoperation – wie sie bei Erwachsenen Standard ist – nicht möglich ist.

Durch altersgerechte Testverfahren sollen die Sprachareale im Gehirn präziser identifiziert und so besser vor Schäden während der Operation geschützt werden. Kram sagt: „Ich möchte Sprachstörungen besser vorbeugen und die Lebensqualität von Kindern mit Hirntumoren erhalten.“. Ihre Forschung verbindet therapeutische Erfahrung mit methodischer Innovation – und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur personalisierten Neuroonkologie im Kindesalter.

Maximilian Schönung: Epigenetische Marker für die Leukämiediagnostik

Maximilian Schönung hat bereits während seiner Promotion am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und NCT Heidelberg ein epigenetisches Klassifikationsmodell für pädiatrische Leukämie entwickelt, das aktuell in einer klinischen Studie getestet wird. Im Rahmen des Fellowships möchte er nun ein klinisches Studienprotokoll erarbeiten, um epigenetische Biomarker umfassender für die Leukämiediagnostik zu nutzen. Ziel ist eine Plattform, die genomweite epigenetische und genetische Signaturen kombiniert und damit eine schnellere, präzisere und risikoadaptierte Diagnostik ermöglicht.

Schönung sagt: „Mich begeistert besonders die Möglichkeit, molekulare Erkenntnisse direkt in klinische Studien zu überführen – in einem so interdisziplinären Umfeld wie dem NCT Heidelberg.“ Für die Zukunft plant er den Aufbau einer eigenen Forschungsgruppe, die sich auf den klinischen Einsatz solcher Marker fokussiert.