vom 06.02.2019

Priya Chudasama erhält Emmy Noether-Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Priya Chudasama forscht seit 2014 als Mitarbeiterin der Abteilung "Translationale Medizinische Onkologie" an Sarkomen.
Priya Chudasama forscht seit 2014 als Mitarbeiterin der Abteilung "Translationale Medizinische Onkologie" an Sarkomen.

Sarkomerkrankungen besser verstehen und neue Zielstrukturen für die Therapie identifizieren, das ist das Ziel von Priya Chudasama und ihrem Team am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg. Dieses Vorhaben unterstützt nun auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen einer Emmy Noether-Förderung: Mit Fördermitteln von zwei Millionen Euro wird sie eine eigene Nachwuchsgruppe einrichten und leiten.

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Deutschen Krebshilfe.


Weichgewebesarkome sind seltene Tumoren, die etwa ein Prozent aller Krebsneuerkrankungen im Erwachsenenalter in Deutschland ausmachen. Die Krebserkrankungen umfassen eine große und heterogene Gruppe aggressiver Tumoren mit vielfältigen genetischen und histologischen Merkmalen, unterschiedlichem klinischen Verlauf und sehr wenigen Behandlungsmöglichkeiten. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass in fortgeschrittenen Stadien die Chemotherapie zwar Symptome lindern und ein Fortschreiten der Krankheit verzögern, aber das Überleben nicht verlängern kann. Daher ist es dringend notwendig, effektivere und gut verträgliche Therapien zu entwickeln.

Die aus Indien stammende Wissenschaftlerin Priya Chudasama forscht seit 2014 als Mitarbeiterin der Abteilung "Translationale Medizinische Onkologie" an Sarkomen. Chudasama und ihr Team wollen jetzt menschliche Gewebeproben von Knochen- und Weichgewebesarkomen molekular analysieren und so die Erkrankung genauer charakterisieren. Dabei hoffen die Forscher Zielstrukturen zu identifizieren, die es ermöglichen Patientengruppen im Rahmen von neuen klinischen Studien zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten zu eröffnen.

In eigenen Vorarbeiten konnte die Forscherin bereits neue Therapieansätze identifizieren. Dabei beschäftigt sie sich unter anderem mit den Enden der Erbgutfäden, den sogenannten Telomeren, die beim natürlichen Alterungsprozess einer Zelle eine Rolle spielen. In Krebszellen werden die Telomere oftmals verlängert, sodass die Zelle nicht altert und fälschlicherweise langfristig teilungsfähig bleibt. Ein weiteres Ziel ist die Charakterisierung von epigenetischen Veränderungen. Diese Modifikationen am Erbgut steuern die Aktivität von Genen und eignen sich daher auch als therapeutische Ansatzpunkte. Darüber hinaus wies Chudasama Zellen des Immunsystems in Tumorproben von Sarkompatienten nach. Um diese körpereigene Immunantwort auf die Tumoren perspektivisch therapeutisch nutzen zu können, soll auch das immunologische Umfeld detailliert untersucht werden.

"Das Forschungsprogramm von Priya Chudasama wird dazu beitragen, die Entstehung von Sarkomerkrankungen besser zu verstehen und Zielstrukturen für neuartige Mechanismen-basierte Therapien zu identifizieren", sagt Stefan Fröhling, kommissarischer geschäftsführender Direktor am NCT Heidelberg. "Die Fördersumme ist für sie und ihr Team eine große Chance und Motivation, neue präzisionsonkologische Ansätze für die Krankheit zu entwickeln."

Die DFG hat das Emmy Noether-Programm 1997 eingeführt, um herausragende Nachwuchswissenschaftler zu fördern. Es ist nach der deutschen Mathematikerin Emmy Noether benannt. Ziel des Emmy Noether-Programms ist es, einerseits herausragende Nachwuchswissenschaftler aus dem Ausland zurückzugewinnen beziehungsweise deren Abwanderung zu vermeiden. Andererseits sollen sie durch die Leitung einer eigenen Arbeitsgruppe die Möglichkeit erhalten, sich an einer Universität ihrer Wahl in Deutschland rasch zum Hochschullehrer zu qualifizieren. Die DFG-Förderung erfolgt verteilt auf die nächsten sechs Jahre.

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Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Ziel des NCT ist es, vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung möglichst schnell in die Klinik zu übertragen und damit den Patienten zugutekommen zu lassen. Dies gilt sowohl für die Diagnose als auch die Behandlung, in der Nachsorge oder der Prävention. Die Tumorambulanz ist das Herzstück des NCT. Hier profitieren die Patienten von einem individuellen Therapieplan, den fachübergreifende Expertenrunden, die sogenannten Tumorboards, erstellen. Die Teilnahme an klinischen Studien eröffnet den Zugang zu innovativen Therapien. Das NCT ist somit eine richtungsweisende Plattform zur Übertragung neuer Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik. Das NCT kooperiert mit Selbsthilfegruppen und unterstützt diese in ihrer Arbeit. Seit 2015 hat das NCT Heidelberg in Dresden einen Partnerstandort. In Heidelberg wurde 2017 das Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) gegründet. Die Kinderonkologen am KiTZ arbeiten in gemeinsamen Strukturen mit dem NCT Heidelberg zusammen.

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden.
Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Universitätsklinikum Heidelberg
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit fast 2.000 Betten werden jährlich rund 65.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Heidelberg das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg etabliert, das führende onkologische Spitzenzentrum in Deutschland. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.700 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.