Behandlung am NCT

Das am NCT angesiedelte Liver Cancer Center (LCCH) wurde 2012 mit dem Ziel gegründet, der wachsenden medizinischen Bedeutung hepatobiliärer Tumoren in Forschung und Therapie gerecht zu werden. Im LCCH arbeiten zahlreiche Spezialisten aus den Bereichen Chirurgie, Onkologie, Gastroenterologie, Pathologie, Diagnostische und interventionelle Radiologie, Nuklearmedizin und Radio-Onkologie interdisziplinär daran, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst rasch in klinische Studien umzusetzen und so gezielt die Therapiemöglichkeiten hepatobiliärer Tumoren zu verbessern. Im interdisziplinär besetzten Tumorboard werden mit Vertretern aller Fachrichtungen 2x wöchentlich bis zu 20 Patientenfälle besprochen. Eine Patientendatenbank und ein molekulares Diagnostikprogramm helfen, die Patienten schnell und effektiv zu identifizieren, die von neuen klinischen Studien profitieren.

Das LCCH war mit mehreren Vertretern an der Erstellung der 2013 publizierten, deutschen S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des HCC beteiligt.

Die Diagnostik und Behandlungsformen

Hepatobiliäre Tumoren führen in der Regel erst spät zu Symptomen wie zum Beispiel Druckschmerz im rechten Oberbauch oder zunehmender Gelbsucht. Häufig ist ein HCC ein Zufallsbefund im Rahmen einer routinemäßigen Früherkennungsuntersuchung bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen bzw. einer Leberzirrhose. Für die Diagnosestellung sind bildgebende (Sonographie, MRT, CT) oder endoskopische Verfahren geeignet. Am Universitätsklinikum stehen sehr leistungsfähige Geräte zur Untersuchung der Leber und Gallenwege zur Verfügung. Wird zur weiteren Abklärung eines Leberherdes eine Gewebeprobe entnommen, so steht für die immunhistochemische und molekulare Charakterisierung von Lebergeweben in Heidelberg ein europäisch führendes Leberpathologie-Zentrum mit über 4000 jährlich bearbeiteten Fällen zur Verfügung.

Therapieverfahren

Für Patienten in frühen HCC-Stadien stehen als kurative Therapieoptionen die Resektion oder Lebertransplantation zur Verfügung. Für Patienten in fortgeschrittenen Therapiestadien bietet die Abteilung für interventionelle Radiologie innovative lokale oder regionale Therapieverfahren an, wie zum Beispiel transarterielle Chemoembolisationen mit Chemotherapie-beladenden Partikeln. In Heidelberg läuft u.a. eine Studie, bei der HCC-Knoten auch mit Schwerionen bestrahlt werden. Sind keine lokalen oder regionalen Verfahren anwendbar, steht die hepatologische und onkologische Expertise des LCCH für die Therapie im Vordergrund. Mehrere klinische Studien mit innovativen zielgerichteten Therapien werden Patienten am NCT angeboten.

Nachsorge

Für die Nachsorge nach operativer Entfernung von hepatobiliäre Tumoren steht das Team des LCCH ebenfalls zur Verfügung. Durchgeführt werden u.a. Laborbestimmungen, Ultraschalluntersuchungen, Endoskopien und CT- oder MRT-Untersuchungen. Die Zeitintervalle für Nachsorgeuntersuchungen werden je nach vorheriger Tumorlokalisation und -ausbreitung individuell festgelegt.