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Hepatobiliäre Tumoren
Ihre Ansprechpersonen
Prof. Dr. Dr. Christoph Springfeld
Klinik für Medizinische Onkologie
Dr. Dr. Michael Dill
Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektionskrankheiten, Vergiftungen
Dr. med. Frank Pianka
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie
Für Zuweiser:innen: Überweisung an das NCT Heidelberg
Damit wir Ihre Patientinnen und Patienten in die geeignete Sprechstunde einplanen können, schicken Sie uns bitte vorab das ausgefüllte Anmeldeformular für neue Patientinnen und Patienten und bereits vorliegende Befunde per Fax oder E-Mail zu. Das Anmeldeformular enthält zusätzliche Informationen für Ihre Patientinnen und Patienten und kann als PDF-Datei heruntergeladen werden. Nachdem wir Ihr Fax oder Ihre E-Mail erhalten haben, kontaktieren wir Ihre Praxis oder die Patientin/den Patient direkt.
Aktuell rekrutierende Studien finden Sie auf unserer Website (auch erreichbar unter dem Link www.nct-heidelberg.de/studien). Darüber hinaus geben Ihnen die für die Entität zuständigen Oberärztinnen und Oberärzte gerne Auskunft zu weiteren Studiendetails.
Patientenanmeldung für Zuweiser:innen
Patientenzentrum NCT Heidelberg
- Tel.: 06221 56-5924
werktags von 8:00 bis 16.00 Uhr bzw. freitags 8:00 bis 14.30 Uhr - Fax: 06221 56-4757
- E-Mail: nct.patientenzentrum(at)med.uni-heidelberg.de
- Anmeldeformular für Zuweiser:innen (Download als PDF-Datei)
Informationen zu Leber- und Gallenblasentumoren
Brust-, Darm- oder Magenkrebs sind Tumorerkrankungen, von denen viele Menschen schon einmal gehört haben. Weniger bekannt ist, dass auch in der Leber nicht selten bösartige Tumoren entstehen. Diese treten in der Regel in zwei Varianten auf: in Form von Lebermetastasen, also Tumorzellverbände anderer Gewebe, die sich in der Leber festsetzen und dort weiter wachsen. Oder aber die Krebserkrankung entwickelt sich direkt aus den Leberzellen selbst. Dann spricht man von einem hepatozellulären Karzinom (HCC). Es ist weltweit der fünfthäufigste bösartige Tumor und die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache. In den meisten Fällen entwickelt sich das HCC aus einer chronisch erkrankten Leber, die zu einer Leberzirrhose geführt hat. Die Ursachen für eine Leberzirrhose können wiederum insbesondere Viruserkrankungen der Leber, Stoffwechselerkrankungen, chronische Fettleber sowie übermäßiger Alkoholkonsum sein.
Auch aus den Gallenwegen ("Biliäres System") können sich Tumoren entwickeln. Hier spricht man von Cholangiokarzinomen. Es gibt sowohl große, außerhalb der Leber gelegene (einschl. Gallenblase), als auch kleinere, innerhalb der Leber gelegene Gallenwege/Gallengänge, aus denen Tumoren entstehen können. Hepatozelluläre Karzinome (HCC), Cholangiokarzinome und Gallenblasenkarzinome gehören zur Gruppe der hepatobiliären Tumoren.
Behandlung am NCT Heidelberg
Das am NCT Heidelberg angesiedelte Liver Cancer Center Heidelberg (LCCH) wurde 2012 mit dem Ziel gegründet, der wachsenden medizinischen Bedeutung hepatobiliärer Tumoren in Forschung und Therapie gerecht zu werden. Im LCCH arbeiten zahlreiche Spezialisten aus den Bereichen Chirurgie, Onkologie, Gastroenterologie, Pathologie, Diagnostische und interventionelle Radiologie, Nuklearmedizin und Radio-Onkologie interdisziplinär daran, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst rasch in klinische Studien umzusetzen und so gezielt die Therapiemöglichkeiten hepatobiliärer Tumoren zu verbessern. Im interdisziplinär besetzten Tumorboard werden mit Vertretern aller Fachrichtungen 2x wöchentlich bis zu 20 Patientenfälle besprochen. Eine Patientendatenbank und ein molekulares Diagnostikprogramm helfen, die Patienten schnell und effektiv zu identifizieren, die von neuen klinischen Studien profitieren.
Das LCCH war mit mehreren Vertretern an der Erstellung der 2013 publizierten, deutschen S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des HCC beteiligt.
Die Diagnostik und Behandlungsformen
Hepatobiliäre Tumoren führen in der Regel erst spät zu Symptomen wie zum Beispiel Druckschmerz im rechten Oberbauch oder zunehmender Gelbsucht. Häufig ist ein HCC ein Zufallsbefund im Rahmen einer routinemäßigen Früherkennungsuntersuchung bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen bzw. einer Leberzirrhose. Für die Diagnosestellung sind bildgebende (Sonographie, MRT, CT) oder endoskopische Verfahren geeignet. Am Universitätsklinikum stehen sehr leistungsfähige Geräte zur Untersuchung der Leber und Gallenwege zur Verfügung. Wird zur weiteren Abklärung eines Leberherdes eine Gewebeprobe entnommen, so steht für die immunhistochemische und molekulare Charakterisierung von Lebergeweben in Heidelberg ein europäisch führendes Leberpathologie-Zentrum mit über 4000 jährlich bearbeiteten Fällen zur Verfügung.
Therapieverfahren
Für Patienten in frühen HCC-Stadien stehen als kurative Therapieoptionen die Resektion oder Lebertransplantation zur Verfügung. Für Patienten in fortgeschrittenen Therapiestadien bietet die Abteilung für interventionelle Radiologie innovative lokale oder regionale Therapieverfahren an, wie zum Beispiel transarterielle Chemoembolisationen mit Chemotherapie-beladenden Partikeln. In Heidelberg läuft u.a. eine Studie, bei der HCC-Knoten auch mit Schwerionen bestrahlt werden. Sind keine lokalen oder regionalen Verfahren anwendbar, steht die hepatologische und onkologische Expertise des LCCH für die Therapie im Vordergrund. Mehrere klinische Studien mit innovativen zielgerichteten Therapien werden Patienten am NCT Heidelberg angeboten.
Nachsorge
Für die Nachsorge nach operativer Entfernung von hepatobiliäre Tumoren steht das Team des LCCH ebenfalls zur Verfügung. Durchgeführt werden u.a. Laborbestimmungen, Ultraschalluntersuchungen, Endoskopien und CT- oder MRT-Untersuchungen. Die Zeitintervalle für Nachsorgeuntersuchungen werden je nach vorheriger Tumorlokalisation und -ausbreitung individuell festgelegt.
Überblick über die am LCCH beteiligten Kliniken und Abteilungen
- Innere Medizin IV: Gastroenterologie, Infektionskrankheiten, Vergiftungen
- Radiologische Klinik: Radioonkologie
- Radiologische Klinik: Diagnostische und interventionelle Radiologie
- Radiologische Klinik: Nuklearmedizin
- Chirurgische Klinik: Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie
- Pathologisches Institut