Skip to main content Skip to page footer

Lungentumoren

Ihre Ansprechpersonen

Prof. Dr. Felix Herth
Thoraxklinik Heidelberg

Prof. Dr. Claus Peter Heußel
Thoraxklinik Heidelberg

Prof. Dr. Michael Thomas
Thoraxklinik Heidelberg

Terminvereinbarung

Bitte wenden Sie sich an:

Thoraxklinik-Heidelberg
am Universitätsklinikum Heidelberg

Informationen zu Lungentumoren

Zu den bösartigen Erkrankungen des Brustraums gehört in erster Linie das Lungenkarzinom (Lungenkrebs). Mit einer geschätzten Anzahl von 55.000 jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland stellt es die vierhäufigste Todesursache und die häufigste Krebstodesursache dar.

Es gibt kein spezifisches klinisches Leitsymptom für das Vorliegen eines Lungenkarzinoms. Neben Reizhusten, dem Auftreten von Luftnot und oder dem Abhusten von blutig verfärbtem Auswurf kann seltener eine Schmerzsymptomatik im Brustkorb hinweisend sein. Bei fortgeschrittener Erkrankung und der Bildung von Fernabsiedlungen (Metastasen) kann es unter Umständen zu Einschränkungen der Hirnleistungsfunktion bzw. Kopfschmerzen (durch Hirnmetastasen), zu Abgeschlagenheit bzw. Müdigkeit (Metastasen in der Leber oder anderen Organen) oder Knochenschmerzen (bei Knochenmetastasen) kommen.

Durch die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) aus dem Tumor kann die Diagnose des Lungenkarzinoms zuverlässig gestellt werden. Aufgeteilt werden diese ja nach Gewebetyp in kleinzellige und nicht-kleinzellige (z.B. Adenokarzinom, Plattenepithelkarzinom...) Lungenkarzinome, die sich grundlegend in Prognose und Therapie voneinander unterscheiden.

Für das nicht-metastasierte nicht-kleinzellige Lungenkarzinom bildet die Operation als Lokaltherapie einen der hauptsächlichen Therapiepfeiler.

Bei Ausbildung von Fernmetastasen oder beim aggressiveren kleinzelligen Lungenkarzinom ist eine medikamentöse Chemotherapie notwendig. Oftmals wird auch eine Kombination aus verschiedenen Behandlungsformen (Operation, Chemo/Immuntherapie, Strahlentherapie) ausgewählt.

Für die individuelle Therapieplanung gewinnt auch die sogenannte molekulare Diversifikation zunehmend an Bedeutung (z.B. Mutationen des EGF-Rezeptors; EML4-ALK-Translokation; im Studienkontext: Mutationen von K-RAS, DDR2, B-RAF sowie ROS-1-Translokation). Daraus entwickelte therapeutische Ansätze können den Erkrankungs- und Behandlungsverlauf des Lungenkarzinoms positiv beeinflussen.

Verfügbare Therapiemodalitäten des Lungenkarzinoms im Überblick:

  • Operation
  • Strahlentherapie
  • Interventionelle Tumorablation (z.B. Radiofrequenzablation, Mikrowellenablation)
  • Chemotherapie
  • Sog. zielgerichtete Therapie (z.B. Tyrosinkinaseinhibitoren, Antikörpertherapie…)
  • Immuntherapie
  • Kombinationstherapien im Rahmen von Studien

Behandlung am NCT

Das NCT Heidelberg hat durch die Zusammenarbeit mit der Thoraxklinik Heidelberg direkten Anschluss an eines der ersten zertifizierten Lungenkrebszentren Deutschlands. Hier werden alle erforderlichen aktuellen Maßnahmen zur Diagnostik und Therapie des Lungenkarzinoms auf aktuellstem Niveau durchgeführt bzw. strukturiert. In täglichen interdisziplinären Fallkonferenzen (Tumorboards) werden so patientenindividuelle Therapiekonzepte durch alle in den Behandlungsablauf eingebundene Entscheidungsträger (Chirurgie, Onkologie, Innere Medizin, Strahlentherapie, Radiologie, Pathologie) festgelegt. Weitere Kooperationen wie z.B. mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und anderen im gesamten Universitätsklinikum Heidelberg verfügbaren innovativen Möglichkeiten zu Diagnostik und Therapie ermöglichen eine über den Standard hinausgehende Analytik am Tumorgewebe des Patienten. So kann z.B. im Rahmen des „Heidelberger Zentrums für Personalisierte Onkologie (HIPO)“ eine umfassende Untersuchung auf molekulare Veränderungen des Tumors vorgenommen werden. Nachfolgend wird in einem ergebnisspezifisch ausgerichteten molekularen Tumorboard eine auf den Einzelfall „zurechtgeschnittene“ Therapieempfehlung gegeben.

Wichtigstes Ziel unserer Maßnahmen ist es, die Heilung von der Erkrankung zu erreichen. Sollte dies trotz Ausschöpfen aller Behandlungsoptionen nicht möglich sein, so steht die Stabilisierung der Tumorerkrankung bei erhaltener Lebensqualität im Vordergrund. Auch in dieser Situation  bieten  wir ein umfassendes Therapie-, Beratungs- und Betreuungskonzept an, das Ansätze und Komponenten der Palliativmedizin integriert oder eine umfassende palliativmedizinische Versorgung (ambulant/stationär) beinhaltet.

Neben der Lungenkrebstherapie liegt der Fokus unserer Klinik auch in der Behandlung weitere primär thorakaler Malignome (z.B. Pleuramesotheliom, Thymom und Thymuskarzinom, mediastinale Keimzelltumoren…), umfasst jedoch auch das sämtliche Spektrum in der Versorgung von pulmonalen Metastasen bei Krebserkrankungen mit primärer Manifestation außerhalb des Brustraums (z.B. Sarkome, Nierenzellkarzinom, Magen-Darm-Tumoren, Mammakarzinom). In entsprechenden Spezialambulanzen erfolgt eine spezifische Beratung unter Berücksichtigung der vorhandenen Grunderkrankung und der Tumorbeteiligung im Brustraum.