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Leber- und Gallentumoren

Ihre Ansprechpersonen

Prof. Dr. Dr. Christoph Springfeld
Medizinische Onkologie

Terminvereinbarung für Patient:innen

Patientenzentrum NCT Heidelberg

Tel.: 06221 56-5924
Fax: 06221 56-4757
E-Mail: nct.patientenzentrum(at)med.uni-heidelberg.de

Allgemeine Fragen

Termine können telefonisch oder per E-Mail vereinbart werden. Hierfür benötigen wir Angaben zu Ihrer Person, Ihrer Erkrankung und gegebenenfalls Informationen darüber, welche Untersuchungen und Behandlungen bereits erfolgt sind. Anhand der von Ihnen gelieferten Daten bieten wir Ihnen schnellstmöglich die für Sie passende Sprechstunde an.

Wenn Sie das erste Mal zur Sprechstunde ins NCT Heidelberg kommen, möchten wir Sie bitten, alle bisherigen Untersuchungsergebnisse in Kopie mitzubringen, wie zum Beispiel pathologische Befunde und alle Bildgebung auf CD gebrannt, sowie eine Überweisung (Vermerk: "Universitätsklinikum HD, NCT"). Sollten Sie derzeit Medikamente einnehmen, bitten wir Sie, auch diese mitzubringen und/oder aufzuschreiben, um welche es sich genau handelt und in welcher Dosis Sie diese einnehmen.

Informationen zu Leber- und Gallenblasentumoren

Brust-, Darm- oder Magenkrebs sind Tumorerkrankungen, von denen viele Menschen schon einmal gehört haben. Weniger bekannt ist, dass auch in der Leber nicht selten bösartige Tumoren entstehen. Diese treten in der Regel in zwei Varianten auf: in Form von Lebermetastasen, also Tumorzellverbände anderer Gewebe, die sich in der Leber festsetzen und dort weiter wachsen. Oder aber die Krebserkrankung entwickelt sich direkt aus den Leberzellen selbst. Dann spricht man von einem hepatozellulären Karzinom (HCC). Es ist weltweit der fünfthäufigste bösartige Tumor und die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache. In den meisten Fällen entwickelt sich das HCC aus einer chronisch erkrankten Leber, die zu einer Leberzirrhose geführt hat. Die Ursachen für eine Leberzirrhose können wiederum insbesondere Viruserkrankungen der Leber, Stoffwechselerkrankungen, chronische Fettleber sowie übermäßiger Alkoholkonsum sein. 

Auch aus den Gallenwegen ("Biliäres System") können sich Tumoren entwickeln. Hier spricht man von Cholangiokarzinomen. Es gibt sowohl große, außerhalb der Leber gelegene (einschl. Gallenblase), als auch kleinere, innerhalb der Leber gelegene Gallenwege/Gallengänge, aus denen Tumoren entstehen können. Hepatozelluläre Karzinome (HCC), Cholangiokarzinome und Gallenblasenkarzinome gehören zur Gruppe der hepatobiliären Tumoren.

Behandlung am NCT Heidelberg

Das am NCT Heidelberg angesiedelte Liver Cancer Center Heidelberg (LCCH) wurde 2012 mit dem Ziel gegründet, der wachsenden medizinischen Bedeutung hepatobiliärer Tumoren in Forschung und Therapie gerecht zu werden. Im LCCH arbeiten zahlreiche Spezialisten aus den Bereichen Chirurgie, Onkologie, Gastroenterologie, Pathologie, Diagnostische und interventionelle Radiologie, Nuklearmedizin und Radio-Onkologie interdisziplinär daran, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst rasch in klinische Studien umzusetzen und so gezielt die Therapiemöglichkeiten hepatobiliärer Tumoren zu verbessern. Im interdisziplinär besetzten Tumorboard werden mit Vertretern aller Fachrichtungen 2x wöchentlich bis zu 20 Patientenfälle besprochen. Eine Patientendatenbank und ein molekulares Diagnostikprogramm helfen, die Patienten schnell und effektiv zu identifizieren, die von neuen klinischen Studien profitieren.

Das LCCH war mit mehreren Vertretern an der Erstellung der 2013 publizierten, deutschen S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des HCC beteiligt.

Die Diagnostik und Behandlungsformen

Hepatobiliäre Tumoren führen in der Regel erst spät zu Symptomen wie zum Beispiel Druckschmerz im rechten Oberbauch oder zunehmender Gelbsucht. Häufig ist ein HCC ein Zufallsbefund im Rahmen einer routinemäßigen Früherkennungsuntersuchung bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen bzw. einer Leberzirrhose. Für die Diagnosestellung sind bildgebende (Sonographie, MRT, CT) oder endoskopische Verfahren geeignet. Am Universitätsklinikum stehen sehr leistungsfähige Geräte zur Untersuchung der Leber und Gallenwege zur Verfügung. Wird zur weiteren Abklärung eines Leberherdes eine Gewebeprobe entnommen, so steht für die immunhistochemische und molekulare Charakterisierung von Lebergeweben in Heidelberg ein europäisch führendes Leberpathologie-Zentrum mit über 4000 jährlich bearbeiteten Fällen zur Verfügung.


Therapieverfahren

Für Patienten in frühen HCC-Stadien stehen als kurative Therapieoptionen die Resektion oder Lebertransplantation zur Verfügung. Für Patienten in fortgeschrittenen Therapiestadien bietet die Abteilung für interventionelle Radiologie innovative lokale oder regionale Therapieverfahren an, wie zum Beispiel transarterielle Chemoembolisationen mit Chemotherapie-beladenden Partikeln. In Heidelberg läuft u.a. eine Studie, bei der HCC-Knoten auch mit Schwerionen bestrahlt werden. Sind keine lokalen oder regionalen Verfahren anwendbar, steht die hepatologische und onkologische Expertise des LCCH für die Therapie im Vordergrund. Mehrere klinische Studien mit innovativen zielgerichteten Therapien werden Patienten am NCT Heidelberg angeboten.


Nachsorge

Für die Nachsorge nach operativer Entfernung von hepatobiliäre Tumoren steht das Team des LCCH ebenfalls zur Verfügung. Durchgeführt werden u.a. Laborbestimmungen, Ultraschalluntersuchungen, Endoskopien und CT- oder MRT-Untersuchungen. Die Zeitintervalle für Nachsorgeuntersuchungen werden je nach vorheriger Tumorlokalisation und -ausbreitung individuell festgelegt.