Bewegung & Krebs

BENEFIT-Studie

Körperliches Training während neoadjuvanter Chemotherapie bei Brustkrebspatientinnen zur Verbesserung der Therapieverträglichkeit und Tumorresponse

Studienleitung:
Dr. Martina Schmidt, Prof. Dr. Karen Steindorf, PD Dr. Joachim Wiskemann, Prof. Dr. Friederike Rosenberger

Kooperationspartner:
Prof. Dr. med. Andreas Schneeweiss, Prof. Dr. med. Friedmann-Bette, Dr. med. Lorenz Lehmann

Kurzbeschreibung

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass gezieltes körperliches Training während oder nach einer Chemotherapie zur Reduktion von Nebenwirkungen (z.B. Fatigue), Steigerung der körperlichen Fitness und Verbesserung der Lebensqualität führen kann. Über den optimalen Typ und Startzeitpunkt des Trainings ist aber noch wenig bekannt.

Unklar ist bislang auch, ob Sport begleitend zur Chemotherapie einen Einfluss auf den Erfolg der Therapie hat. Beobachtungsstudien zeigen ein verbessertes krankheitsfreies Überleben bei körperlich aktiven Brustkrebspatientinnen. Randomisierte kontrollierte Studien fehlen bislang zu dieser Fragestellung. Es gibt jedoch aktuelle Ergebnisse aus sekundären Analysen einer randomisierten Sportinterventionsstudie sowie kleineren klinischen Pilotstudien und präklinischen Studien mit Tiermodellen, die die Hypothese stützen, dass ein körperliches Training begleitend zur Chemotherapie die zytotoxische Wirkung der Therapie verstärken und somit möglicherweise zu einer besseren Prognose führen könnte.

Ziel der BENEFIT-Studie ist es darum, unterschiedliche Trainingsarten bzw. Trainingszeitpunkte hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Verträglichkeit und den Erfolg der Chemotherapie sowie auf die körperliche Fitness und die Lebensqualität zu untersuchen.

Falls das Training einen positiven Effekt auf den Therapieerfolg zeigt, wäre Sport eine wichtige unterstützende Maßnahme begleitend zur Chemotherapie. Die Studienergebnisse sollen dazu beitragen, in Zukunft Brustkrebspatientinnen konkretere und individualisierte Trainingsempfehlungen geben zu können.

Dazu werden Brustkrebspatientinnen vor Beginn einer neoadjuvante Chemotherapie zu einer der folgenden drei Trainingsinterventionen randomisiert: (1) Krafttraining begleitend zur neoadjuvanten Chemotherapie; (2) Ausdauertraining begleitend zur neoadjuvanten Chemotherapie; oder (3) 18-wöchiges Krafttraining nach der Brustoperation. Das Training wird 2x/Woche für ca. 45-60 Minuten supervidiert und angeleitet durch erfahrene Therapeuten in Heidelberg oder bei einem wohnortnahen Kooperationspartner über das Netzwerk OnkoAktiv durchgeführt.

Der primäre Endpunkt ist die Tumorgröße, die zusammen mit anderen prognostischen Endpunkten (u.a. CPS-EG, pCR) von der behandelnden Klinik erhoben wird. Alle Teilnehmerinnen werden zudem gebeten, standardisierte Fragebögen u.a. zu Fatigue, Lebensqualität, Schlafproblemen und Depression auszufüllen. Zusätzlich werden die körperliche Leistungsfähigkeit (Ausdauer und Kraft), kognitive Funktionen sowie Schlafparameter (mittels ActiGraph) objektiv ermittelt. Darüber hinaus werden Blut- und Urinproben genommen, um verschiedene Biomarker zu analysieren. Die Untersuchungen erfolgen im NCT vor Beginn der neoadjuvanten Chemotherapie (Baseline), nach Abschluss der Chemotherapie sowie 6 Monate nach der Brustoperation. Zudem werden etwa 9 Wochen nach Beginn der Chemotherapie sowie ca. 1 Jahr nach der Brustoperation postalisch per Fragebogen Daten zum Befinden erhoben.

Aktueller Stand

Die Rekrutierung hat im Januar 2016 begonnen.

Kontakt

Charlotte Kreutz
Tel.: 06221 56-32961
E-Mail: charlotte.kreutz@nct-heidelberg.de

Dr. Martina Schmidt
Tel.: 06221 42-2220
E-Mail: m.schmidt@dkfz.de

Die BENEFIT-Studie auf einen Blick

  • Studienziel: Verbesserung der Chemotherapie-Verträglichkeit und Therapieresponse
  • Zielgruppe: Brustkrebspatientinnen, für die eine neoadjuvante Chemotherapie geplant ist
  • 3-armiges Studiendesign mit randomisierter Zuordnung: Krafttraining begleitend zur Chemotherapie, Ausdauertraining begleitend zur Chemotherapie, Krafttraining nach der Brustoperation