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1.188 Takte gegen Krebs

Duke Ellington | The Concert of Sacred Music

 
 
 
 
 
 

1.068 Takte gegen Krebs. Bis knapp vor den finalen 1.188 Takten ging der Takteverkauf. Dann war Schluß. 120 Takte haben gefehlt. Dennoch war die Stadthalle fast ausverkauft, es gab Standing Ovations, glückliche Gesichter und viele Gänsehautmomente.

Letztendlich entschied der Verkauf an der Abendkasse in letzter Sekunde über den endgültigen Verlauf des Abends. Unterbrochen wurde das Stück dann tatsächlich bei Takt Nummer 1.068. Das Abbrechen des Stücks an einem bestimmten Taktstrich ist leider auch ein sehr drastisches Symbol für die Krankheit Krebs: Die Diagnose kommt meist ähnlich überraschend-abrupt und unvorhersehbar. Die Melodie des Lebens wechselt plötzlich, aber auf dramatische Art und Weise. Nichts ist mehr, wie es war, was bleibt, ist Schock.

Aber: Krebs kann heilbar sein, und wenn das Leben trotz Krebs weiter gehen kann, dann sollte auch die Musik weiter gespielt werden und die Zuschauer brachten Musiker und Sänger mit viel Applaus doch noch dazu, die verbliebenen 120 Takte zu spielen.

1.068 Takte gegen Krebs. Bis knapp vor den finalen 1.188 Takten ging der Takteverkauf. Dann war Schluß. 120 Takte haben gefehlt. Dennoch war die Stadthalle fast ausverkauft, es gab Standing Ovations, glückliche Gesichter und viele Gänsehautmomente.

Letztendlich entschied der Verkauf an der Abendkasse in letzter Sekunde über den endgültigen Verlauf des Abends. Unterbrochen wurde das Stück dann tatsächlich bei Takt Nummer 1.068. Das Abbrechen des Stücks an einem bestimmten Taktstrich ist leider auch ein sehr drastisches Symbol für die Krankheit Krebs: Die Diagnose kommt meist ähnlich überraschend-abrupt und unvorhersehbar. Die Melodie des Lebens wechselt plötzlich, aber auf dramatische Art und Weise. Nichts ist mehr, wie es war, was bleibt, ist Schock.

Aber: Krebs kann heilbar sein, und wenn das Leben trotz Krebs weiter gehen kann, dann sollte auch die Musik weiter gespielt werden und die Zuschauer brachten Musiker und Sänger mit viel Applaus doch noch dazu, die verbliebenen 120 Takte zu spielen.

Lassen Sie keine Takte ungespielt!

Edward Kennedy Ellington, geboren 1899 in Washington, wurde schon früh von seinen Freunden Duke genannt. In den 1920er Jahren verdiente er sein Geld als Schildermaler und spielte Klavier in Nachtclubs. Später zog er nach Harlem, um der gerade aufkommenden Jazzszene näher zu sein. Er gründete sein eigenes Orchester und spielte in vielen prominenten Clubs, wie dem Cotton Club. Später arbeitete Duke Ellington mit Jazzgrößen wie Ella Fitzgerald und Frank Sinatra. Duke Ellington entwickelte sich zu einer führenden Figur, nicht nur des Jazzgenre, sondern der allgemeinen amerikanischen Musik.

 

Das erste Concert of Sacred Music wurde vor genau 50 Jahren in San Francisco uraufgeführt. Duke Ellington nannte die letztendlich drei Concerts of Sacred Music „das Wichtigste, was ich jemals geschrieben und aufgeführt habe.“ Von 1966 bis 1974 gingen Ellington und seine Band in den Vereinigten Staaten und Europa mit den drei Sacred Concerts auf Tournee. Dabei kamen zum Teil alte Kompositionen zur Aufführung, die für den jeweiligen Anlass überarbeitet und durch neues Material ergänzt wurden. Die Reihenfolge, in der die verschiedenen Stücke gespielt wurden, war nicht festgelegt, und das Programm wurde von einem zum nächsten Konzert improvisiert und geändert. Es ist anzunehmen, dass Ellington zusammen mit seinem Ensemble über den Inhalt eines Konzerts unmittelbar vor der jeweiligen Aufführung entschieden hat. Wahrscheinlich ist dies der Grund dafür, daß keine einzige vollständige Partitur der Sacred Concerts existiert.

 

Dank der SRH Bigband und des TeresaChors, gibt es nun am 20. Juni 2015 in der Stadthalle Heidelberg Gelegenheit, dieses einzigartige Konzert zu erleben.