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Jörg Fleckenstein
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Takte gegen Krebs - das Konzertformat

Ein Benefizkonzert ist ein Benefizkonzert. Wie es schon tausende gab und wie es weitere tausende geben wird. Aber Takte-gegen-Krebs ist wegen seiner Idee, seiner Konsequenzen und seiner Involvierung der Zuhörer ein anderes Event; es entsteht durch Teilnahme: Jeder kann seinen Takt erwerben und mithelfen, dass mehr intakt bleibt, als “nur” ein Musikstück.

3 Gründe, warum Sie keinen Takt ungespielt lassen sollten:

Die Idee ein Musikstück in seine Takte zu zerschnitzeln und diese einzeln zu verkaufen ist neu. Jeder Konzertbesucher wird zu einem Taktpaten. Jeder Konzertbesucher hält mit den gekauften Takten ein Stück des Werkes in Händen, das es nicht gäbe, wenn der Takt nicht gekauft worden wäre. Der Kauf von Takten ist buchstäblich sinnstiftend.

Alle Takte müssen verkauft werden, sonst sind die Konsequenzen für Musikliebhaber furchtbar: Das Stück wird amputiert, es hört einfach vor der Zeit auf. Das ist, im wahrsten Sinne des Wortes, “unerhört” und völlig neuartig für ein Konzert. Fehlen die Schlussakkorde, ist das Stück eben nicht mehr “intakt”.

Das Abbrechen des Stücks an einem bestimmten Taktstrich ist aber leider auch ein sehr drastisches Symbol für die Krankheit Krebs: Die Diagnose kommt meist ähnlich überraschend-abrupt und unvorhersehbar. Die Melodie des Lebens wechselt plötzlich, aber auf dramatische Art und Weise. Nichts ist mehr, wie es war, was bleibt, ist Schock.

 

1.382 Takte gegen Krebs 2016