vom 05.11.2019

Else Kröner Memorial Stipendium 2019 an Christine Engeland: Forschung an einer Immuno-Virotherapie gegen Krebs

Dr. med. Dr. rer. nat. Christine Engeland erhält ein Else Kröner Memorial Stipendium.
Dr. med. Dr. rer. nat. Christine Engeland erhält ein Else Kröner Memorial Stipendium.

Christine Engeland, Ärztin und Wissenschaftlerin am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, erhält eins von sechs Stipendien der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS). Die Förderung in Höhe von 220.000 Euro ermöglicht ihr eine zweijährige Freistellung von klinischen Aufgaben, um sich voll und ganz auf ihre Forschung konzentrieren zu können. Engeland arbeitet an neuen Ansätzen zur Kombination von Immuntherapie und Virotherapie. Für die Wissenschaftlerin ist das Stipendium eine Chance, das Forschungsvorhaben weiterzubringen.

Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Deutschen Krebshilfe (DKH).

Als Leiterin der Arbeitsgruppe "Mechanisms of Oncolytic Immunotherapy" am NCT Heidelberg forscht Christine Engeland intensiv an der Frage, wie sich Viren für die Krebstherapie nutzen lassen. Sie untersucht insbesondere neue Verfahren zur Kombination von Immuntherapie und Virotherapie und nutzt im Labor veränderte Masernviren, um das Immunsystem zu aktivieren und Krebszellen gezielt abzutöten.

Die Virotherapie nutzt aus, dass bestimmte Viren Körperzellen infizieren, sich darin vermehren und zum Platzen bringen. Dadurch werden tumorspezifische Eiweiße, sogenannte Tumorantigene, freigesetzt, die das Immunsystem aktivieren. Für die Virotherapie verwendet Engeland Masernviren, wie sie für Impfungen eingesetzt werden. Für die Immuntherapie werden Antikörper genutzt, die unter dem Namen Checkpoint-Inhibitoren bereits bei mehreren Krebserkrankungen zur Behandlung zugelassen sind. Viele Tumoren sind allerdings resistent gegen diese Form der Immuntherapie. Im Labor umgebaute Masernviren können diese Resistenz brechen, indem sie die Krebszellen zum Platzen bringen, Tumorantigene freisetzen und so Immunzellen stimulieren. Im Zusammenspiel mit der Immuntherapie durch die Checkpoint-Inhibitoren können die noch vorhandenen Krebszellen bekämpft werden.

"Dieser neue Ansatz wurde von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung als förderungswürdig beurteilt", freut sich Guy Ungerechts, Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Virotherapie und Leitender Oberarzt der Medizinischen Onkologie am NCT Heidelberg. "Das Stipendium ermöglicht es Frau Engeland, sich intensiv diesem erfolgversprechenden Forschungsvorhaben widmen zu können und das Projekt in der Förderperiode signifikant voranzubringen."

Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) unterstützt medizinisch-humanitäre Projekte und fördert ausschließlich solche Forschungsaufgaben, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sind. Ihre Einkünfte bezieht die Stiftung fast ausschließlich aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist.

Die Förderung durch das Else Kröner Memorial Stipendium mit Beginn am 1. Dezember 2019 bedeutet für Christine Engeland, dass sie für zwei Jahre einen Betrag in Höhe von 220.000 Euro erhält. Die Fördersumme dient ausschließlich der Finanzierung der Personalkosten und Verbrauchsmittel während der zweijährigen Freistellung von der klinischen Tätigkeit.

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Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Ziel des NCT ist es, vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung möglichst schnell in die Klinik zu übertragen und damit den Patienten zugutekommen zu lassen. Dies gilt sowohl für die Diagnose als auch die Behandlung, in der Nachsorge oder der Prävention. Die Tumorambulanz ist das Herzstück des NCT. Hier profitieren die Patienten von einem individuellen Therapieplan, den fachübergreifende Expertenrunden, die sogenannten Tumorboards, erstellen. Die Teilnahme an klinischen Studien eröffnet den Zugang zu innovativen Therapien. Das NCT ist somit eine richtungsweisende Plattform zur Übertragung neuer Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik. Das NCT kooperiert mit Selbsthilfegruppen und unterstützt diese in ihrer Arbeit. Seit 2015 hat das NCT Heidelberg in Dresden einen Partnerstandort. In Heidelberg wurde 2017 das Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) gegründet. Die Kinderonkologen am KiTZ arbeiten in gemeinsamen Strukturen mit dem NCT Heidelberg zusammen.

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können.
Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.
Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern.
Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD)
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit fast 2.000 Betten werden jährlich rund 65.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Heidelberg das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg etabliert, das führende onkologische Spitzenzentrum in Deutschland. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.700 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.