vom 16.10.2020

Die Virtuelle Keynote Session zur Translationalen Krebsforschung, 2020: Leere Stühle – und doch ein großer Erfolg

Der angesehene europäische Verbund Cancer Core Europe (CCE) hat eine besondere Online-Veranstaltung ins Leben gerufen, um im kleinen Maße die diesjährige Summer School für Doktoranden, Postdocs und forschende Kliniker zu ersetzen, die zu Beginn dieses Jahres aufgrund der Umstände im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie abgesagt worden war. Das Event wurde vom NCT Heidelberg organisiert. Veranstalter waren CCE und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ).

Mit rund 400 Teilnehmern aus aller Welt ging die Veranstaltung am Dienstag, den 13. Oktober an den Start und umfasste vier Präsentationen von renommierten Forschern und forschenden Ärzten aus Europa und den USA sowie eine Reihe von Diskussionen im Plenum.

Zukunftsweisende Themen der Krebsforschung

Entlang des übergeordneten Ziels von CCE, stets die Ergebnisse der aktuellen Krebsforschung zügig in die Praxis zu überführen und damit den Patienten direkt zugute kommen zu lassen, gab der CCE Vorsitzende und Direktor des Netherlands Cancer Institute Emile Voest einen Überblick über die Zukunftsvisionen des Verbunds. Er hob die Rolle von CCE als Bindeglied zwischen moderner Hightech-Infrastruktur und klinischen Studien hervor und nannte verschiedene Ansätze, mit welchen CCE die Verbesserung der Versorgung vorantreibt.

Jean-Charles Soria, Generaldirektor von Gustave Roussy und Mitglied des CCE-Vorstandes, stellte in seinem Vortrag die Gründe für den Paradigmenwechsel in der Arzneimittelentwicklung seit Anfang der 2000er Jahre vor und ging detailliert auf die bestimmenden Faktoren ein.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Krebsgenome durch Núria Lopez-Bigas vom Institut für Forschung in der Biomedizin (IRB) Barcelona war ebenfalls von sehr hohem Interesse für die Teilnehmer. Lopez-Bigas ist auf die Erforschung von Krebsgenomen und Treibermutationen spezialisiert. Ihr Vortrag befasste sich mit der genomweiten Analyse von Mutationssignaturen sowie deren Entstehung auch im Zusammenhang mit Chemotherapien und resultierende Auswirkungen auf die Tumorgenese.

Der renommierte Biologe und Gründungsmitglied des Whitehead Institute for Biomedical Research, Robert A. Weinberg, schloss die Sitzung mit seinem Vortrag über "Maligne Progression und Metastasierung".

Obwohl die Veranstaltung diesmal online abgehalten werden musste und es daher keine vollen Sitzreihen gab, blicken wir dennoch auf einen sehr erkenntnisreichen Tag und fruchtbare Diskussionen zurück. Einen herzlichen Dank an alle Referenten und Teilnehmer!

Save the Date: Summer School 2021

Halten Sie sich den Termin frei, für die kommende Summer School, die vom 10. bis 15. Oktober 2021 in Portugal stattfindet. Weitere Informationen werden demnächst auf der CCE-Website veröffentlicht.

Über Cancer Core Europe
Cancer Core Europe (CCE) bringt das Fachwissen und die kritische Masse zusammen, die erforderlich sind, um translationale Krebsforschung effektiv in die Klinik zu bringen und bahnbrechenden Entdeckungen zum Nutzen der Patienten und zu angemessenen Kosten den Weg zu ebnen. Die Bereitstellung eines Umfelds, in dem Grundlagenforschung, translationale und klinische Forschung in den CCE Zentren nebeneinander stattfinden können, bedeutet, dass die Patienten direkt von den experimentellen Ergebnissen profitieren können. Gleichzeitig fließen Beobachtungen, die in der Klinik gemacht werden, in die laufende Forschung mit ein. CCE verfolgt mit der Unterstützung von Patientenvertretern diesen patientenzentrierten Ansatz. Austausch ist hierbei essentiell - das sich ergänzende Fachwissen der einzelnen Zentren dient der Aufrechterhaltung einer gemeinsamen Infrastruktur, mit dem Ziel Patienten Zugang zu modernsten Therapien zu bieten, die auf jeden Patienten zugeschnitten sind und Immuntherapien einschließen. Gemeinsame Bemühungen zur Zusammenführung von Informationen aus klinischen, Umwelt-, Genom-, Bildgebungs- und immunbiologischen Datenbanken sollen die Ansätze von Klinikern und Forschern in der Krebsforschung optimieren und dadurch ein tieferes Verständnis ermöglichen, als es ein einzelnes Zentrum allein erreichen könnte. Die Verbreitung der Ergebnisse an die Öffentlichkeit und an Fachleute sowie die Ausbildung der künftigen Generation von Onkologen werden zur Verbesserung der Krebsgesundheit in Europa beitragen.