vom 30.06.2014

Zehn Jahre Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg:

Hochkarätige Forschung und individualisierte Krebsmedizin unter einem Dach

Interdisziplinäre Zusammenarbeit setzt Maßstäbe / National und international hohes Ansehen / Über 12.000 Patienten pro Jahr / Feiern für Mitarbeiter und Öffentlichkeit  

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg feiert am 1. Juli dieses Jahres sein zehnjähriges Bestehen. Im Jahr 2004 hatten das Deutsche Krebsforschungs-zentrum (DKFZ) und das Universitätsklinikum Heidelberg gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe das NCT gegründet. Die für Deutschland völlig neuartige Einrichtung verbindet seitdem als stabile Brücke Krebsforschung und klinische Krebsmedizin: es ist das Ziel des NCT, aktuelle klinische Therapien zu optimieren und Forschungsergebnisse schneller zur Anwendung ans Krankenbett zu überführen. Mit diesem vereinenden Ansatz setzte das NCT als erstes deutsches Krebs-Zentrum Maßstäbe nach dem Vorbild eines amerikanischen Comprehensive Cancer Center (CCC), ist ausgezeichnet als onkologisches Spitzenzentrum der Deutschen Krebshilfe und genießt national und international hohes Ansehen. Das nächste Ziel des NCT ist, jedem Patienten eine individuelle maßgeschneiderte Therapie bieten zu können. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe würdigt die Arbeit des NCT mit einem Besuch am 10. Juli. Die Öffentlichkeit ist bei einem Tag der offenen Tür am 19. Oktober zu einem Blick hinter die Kulissen eingeladen. Unter www.nct-heidelberg.de kann sich jeder in¬ das NCT online-Geburtstagsbuch eintragen.


Das vor zehn Jahren gegründete NCT hat sich in kürzester Zeit bemerkenswert entwickelt. Mussten die Verantwortlichen um den ersten Leiter des NCT, Professor Volker Diehl, im ersten Jahr noch mit Nachdruck für eine disziplinübergreifende Zusammenarbeit der Forscher und Mediziner werben, ist die gemeinsame Behandlung nach einheitlichen Standards heute eine der Grundlagen für die hohe Akzeptanz im medizinischen Umfeld. Internationale Gutachter attestieren dem NCT heute höchste wissenschaftliche und klinische Exzellenz; es gilt als Taktgeber onkologischer Innovationen.

Ein Meilenstein für die Entwicklung war im Jahr 2010 die Fertigstellung des neuen Gebäudes „Im Neuenheimer Feld 460“. Nach der Aufbauarbeit und dem Erstellen der Infrastruktur in den ersten Jahren wurde das NCT mit dem Umzug ins neue Gebäude nun sichtbar und erfahrbar. Die Krebspatienten haben seither in Heidelberg eine zentrale Anlaufstelle, die Zahl der Patienten steigt kontinuierlich: Allein im Jahr 2012 besuchten rund 8.200 Patienten mit einer neu diagnostizierten Krebserkrankung das NCT und mehr als 12.200 Patienten wurden im ambulanten Therapiebereich der Einrichtung behandelt. Das Einzugsgebiet erstreckt sich weit über die Rhein-Neckar-Region hinaus bis ins Ausland. Bis Ende 2013 haben sich Patienten aus 45 Nationen im NCT vorgestellt – und die Nachfrage steigt weiter.

Fachübergreifend forschen, therapieren und vorbeugen zum Wohle des Patienten
Das NCT verfolgt konsequent die Strategie, Patienten die bestmögliche Hilfe zukommen zu lassen, über die Grenzen der traditionellen Fachrichtungen und akademischen Abteilungen hinweg. Klinisch und wissenschaftlich herausragende Krebsprogramme sind die Basis der interdisziplinären Patientenversorgung. Sie sind krankheitsorientiert aufgebaut und verbinden die Forschungsgruppen von NCT, DKFZ und Heidelberger Universitätsklinikum mit nationalen und internationalen Netzwerken. Ergänzend unterstützen geschaffene Strukturen wie das NCT Krebsregister, die NCT Gewebebank, die NCT Studienzentrale, die NCT Heidelberg School of Oncology u.v.m. die Arbeit der Wissenschaftler und Ärzte.  

Aus Sicht der Gründer ist es dem NCT gelungen, zu einer Modelleinrichtung mit hohem Ansehen und Vorbildfunktion zu werden. Professor Otmar D. Wiestler, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Vorstand des DKFZ, erklärt: „Für die Erfolgsgeschichte des NCT war es entscheidend, Forschung und Klinik unter einem Dach zu vereinen. Das NCT ist für uns eine Plattform, um unsere Forschungsergebnisse rasch in die Kliniken zu bringen und die dortigen Erkenntnisse wieder an das DKFZ zurück zu spiegeln. Mittlerweile haben wir das „Erfolgsmodell NCT“ im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung an bundesweit sieben weitere Standorte übertragen.“

Professor Guido Adler, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg, würdigt vor allem, dass es dem NCT gelungen sei, eine interdisziplinäre Systemtherapie im Bereich der Onkologie einzuführen. Jeder Patient werde von einem Expertenteam begutachtet und anschließend nach strengen Standards behandelt. „Wir haben höchste Qualität bei den Tumorboards und in der Chemotherapie-Versorgung. Darüber hinaus haben wir auch mit Beratungsdiensten wie der Psychoonkologie, den Sportangeboten und der Sozialarbeit beste Voraussetzungen für die Behandlung der Patienten geschaffen.“

Der Sprecher des NCT-Direktoriums, Professor Christof von Kalle, richtet den Blick nach vorn. Schon im Laufe des nächsten Jahres soll Patienten im NCT eine Erbgutanalyse und ein Immunprofil ihrer Tumoren angeboten und darauf aufbauend eine individuelle Therapie empfohlen werden. Ziel sei es, die individualisierte Krebsmedizin möglichst bald in die Regelversorgung zu überführen. Von Kalle erläutert: „Individuelle Unterschiede im molekularen Profil von Tumoren werden zukünftig immer häufiger als Basis für Therapieentscheidungen herangezogen. Auf dieser Grundlage möchten wir nun die individualisierte Krebsmedizin am NCT systematisch weiterentwickeln und das NCT zu einem internationalen Spitzenzentrum der individualisierten Krebsmedizin ausbauen.“

Seit zehn Jahren erfolgreich für den Patienten und die Forschung – ein Anlass zum Feiern
Auch wenn ein zehnter Geburtstag ein kleines Jubiläum ist, wurde während der vergangenen Dekade im Kampf gegen den Krebs viel erreicht. Deshalb freut sich das NCT über den Besuch von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe am 10. Juli.

Für die Öffentlichkeit veranstaltet das NCT am 19. Oktober einen Tag der offenen Tür mit Führungen, Vorträgen und einem bunten Rahmenprogramm. Und direkt ab dem 1.Juli bietet ein online-Geburtstagsbuch www.nct-heidelberg.de Raum für Geburtstagswünsche und -anregungen.

Wie stark das NCT am Standort Heidelberg verankert ist, lobte Heidelbergs Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner: „Das zehnjährige Bestehen des NCT in Heidelberg verdient große Beachtung. Innerhalb kürzester Zeit hat sich das erste Comprehensive Cancer Center Deutschlands zu einer wichtigen Anlaufstelle für Menschen mit Krebserkrankungen entwickelt, die weit über Heidelberg und die Region bis ins Ausland hinaus strahlt. Heidelberg ist stolz auf diese Einrichtung. Innerhalb unserer Stadt zeigt das NCT zudem ständige Präsenz unter anderem durch die Benefizveranstaltungen NCT LAUFend gegen Krebs, Rudern gegen Krebs sowie durch seine Patiententage.“

Daten & Fakten                        

Als Deutschlands erstes „Comprehensive Cancer Center“ und onkologisches Spitzenzentrum der Deutschen Krebshilfe verbindet das NCT interdisziplinäre Patientenversorgung mit exzellenter Krebsforschung unter einem Dach. Träger des NCT sind das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das Universitätsklinikum und die Medizinische Fakultät Heidelberg sowie die Deutsche Krebshilfe.

Historie
2004    Gründung & erster Patientenbetrieb
2005    Start der ersten Tumorboards
2006    Erstmalig onkologisches Spitzenzentrum der Dt. Krebshilfe
2006    Gründung des NCT Krebsregisters, der NCT Studienzentrale und der  NCT Gewebebank
2010    Einzug in den NCT-Neubau
2011    Gründung des Heidelberger Zentrum für Personalisierte Onkologie (DKFZ-HIPO).
2012    Auszeichnung Selbsthilfefreundliches Krankenhaus
2013    Start Helmholtz Querschnittsverbund „Personalisierte Medizin“

Für einen detaillierteren Zeitstrahl siehe www.nct-heidelberg.de.

Patientenversorgung

  • Zentrales Portal für alle Krebspatienten der Universitätskliniken Heidelberg
  • Mehr als 30 Interdisziplinäre Tumorboards
  • Über 50 000 Patientenbesuche/Jahr in den Sprechstunden
  • Über 18 000 systemische Therapien/Jahr
  • Über 8 200 Neudiagnosen/Jahr
  • 60 ambulante Behandlungsplätze
  • Spezialisierte onkologische Beratungs- und Informationsdienste und Selbsthilfe
  • Ca. 20 % der neu-diagnostizierten NCT-Patienten sind in therapeutischen Studien eingeschlossen

Forschung

  • Zentrumweites Programm für Präzisionsonkologie mit dem Ziel einer individualisierten Krebsmedizin, u. a. in den Bereichen Genomik, Proteomik, Bildgebung, Radiotherapie, Immunologie und Prävention
  • Klinische und Translationale Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Klinische Entwicklung, Molekulare Diagnostik, Immuntherapie, Integrative Radiotherapie, Prävention, Früherkennung und Krebskontrolle
  • Aktuell mehr als 300 onkologische klinische Studien und Investigator Initiated Trials (IITs)

Direktorium
Prof. Dr. Christof von Kalle (Sprecher), Translationale Onkologie
Prof. Dr. Dirk Jäger, Medizinische Onkologie
Prof. Dr. Cornelia Ulrich, Präventive Onkologie
Prof. Dr. Dr. Jürgen Debus, Radioonkologie, Strahlentherapie
Prof. Dr. Peter Krammer, Immungenetik
Prof. Dr. Wolfgang Wick, Neuroonkologie

Träger
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Deutsche Krebshilfe


Die Bilder zur Pressemitteilung stehen im Internet kostenfrei zur Verfügung unter:
https://www.nct-heidelberg.de/fileadmin/media/das_nct/newsroom/fotos-videos/nct_fotos-videos_3.jpg
https://www.nct-heidelberg.de/fileadmin/media/das_nct/newsroom/fotos-videos/nct_fotos-videos_9.jpg


Ansprechpartner für die Presse:
Doris Rübsam-Brodkorb
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Im Neuenheimer Feld 460
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 56-5930
Fax: +49 6221 56-5350
E-Mail:doris.ruebsam-brodkorb@nct-heidelberg.de
www.nct-heidelberg.de


Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 42-2854
Fax: +49 6221 42-2968
E-Mail: S.Seltmann@dkfz.de
www.dkfz.de

Dr. Annette Tuffs
Leiterin Unternehmenskommunikation /
Pressestelle des Universitätsklinikums Heidelberg und der
Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.:+49 6221 56-4536
Fax:+49 6221 56-4544
E-Mail: annette.tuffs@med.uni-heidelberg.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg

Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 2.200 Betten werden jährlich rund 116.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und rund 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.
www.klinikum.uni-heidelberg.de