vom 10.06.2020

Virtueller NCT-Lauf 2020: Interview mit Regina Hohmann und Andreas Klein, Team Fundraising am NCT Heidelberg

Als Anfang März die Situation rund um das Coronavirus erste Maßnahmen zur Folge hatte, stecken Regina Hohmann und Andreas Klein, tätig für das Fundraising am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, mitten in den Vorbereitungen für den diesjährigen NCT-Lauf. Im Interview sprechen sie über die Absage der Veranstaltung und die Besonderheiten des virtuellen NCT-Laufs 2020 unter dem Motto „Alleine.Zusammen!“.

Seit wann seid ihr am NCT Heidelberg und wie sieht eure Tätigkeit aus?

Regina Hohmann (RH): Mein Name ist Regina Hohmann und ich arbeite seit Dezember 2018 am NCT Heidelberg im Bereich Fundraising.

Andreas Klein (AK): Ich bin Andreas Klein und bin seit Oktober 2019 gemeinsam mit Regina Hohmann zuständig für alle Belange rund um das Spendenwesen für das NCT Heidelberg. Das Thema Fundraising ist enorm vielfältig und in seiner Summe mehr, als das Einwerben von Spendengeldern und die administrative Arbeit dahinter. Zusammengefasst könnte man sagen: wir sind Kümmerer, Erklärer, Organisatoren, und nicht zuletzt Kommunikatoren.

RH:  Das NCT Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Deutschen Krebshilfe (DKH). Damit ist das NCT Heidelberg hervorragend aufgestellt. Dennoch sind Spendengelder eine sehr wichtige Säule für den Ausbau innovativer Krebsforschungsprojekte. Wir versuchen daher, eine möglichst persönliche Beziehung zu unseren Spenderinnen und Spendern aufzubauen und zu pflegen, außerdem über unsere Aktivitäten zu informieren und darüber, was mit den Spendengeldern am NCT Heidelberg bewirkt wird.

AK: Die NCT-Benefizveranstaltungen NCT-Lauf, Takte gegen Krebs und Rudern gegen Krebs sind in der Metropolregion Rhein-Neckar mittlerweile fest etabliert. Bei den Veranstaltungen ist uns besonders wichtig, die Menschen auch persönlich kennenzulernen. So können wir erklären und zeigen, wie wichtig Spenden für die Arbeit am NCT Heidelberg sind. Die Spenderinnen und Spender tragen dazu bei, dass weiterhin jedes Jahr innovative Projekte in der Krebsforschung am NCT Heidelberg gefördert werden können.

Dieses Jahr ist der Lauf erstmals virtuell. Wie kam es dazu?

RH: Wir steckten seit Oktober 2019 in der Planung für den diesjährigen NCT-Lauf. Als Anfang März die Situation rund um das Coronavirus erste Maßnahmen zur Folge hatte, haben wir zunächst mit den Vorbereitungen weitergemacht, die Situation aber sehr genau verfolgt. Zu diesem frühen Zeitpunkt haben wir bereits parallel verschiedene Alternativen im Team diskutiert und die Umsetzungsmöglichkeiten geprüft.

AK: Für uns war sofort klar, sollte eine Absage unumgänglich sein, wollen wir eine alternative Aktion anbieten. Gerade in diesen Zeiten wollten wir uns bewegen – ein Zeichen setzen. Und mit der großartigen NCT-Lauf-Gemeinschaft im Rücken hatten wir zu keiner Zeit Zweifel daran, dass das gelingt.

Welche Herausforderungen gab es dabei?

RH: Zunächst einmal mussten wir schweren Herzens die Absage des regulären NCT-Laufs verkünden. Nachdem wir eine kollektive Aktion als Ersatz angekündigt hatten, waren wir überwältigt von der Resonanz, dem Verständnis und nicht zuletzt der breiten Unterstützung. So viele Menschen, Vereine und auch Unternehmen, die sich für den guten Zweck und das NCT Heidelberg engagieren, das macht uns schon ein bisschen stolz. Auch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und Ministerin Theresia Bauer sind aktiv mit dabei.

AK: Die größte Herausforderung bei einem virtuellen Format unter den geltenden Kontaktbeschränkungen ist die fehlende persönliche Begegnung. Bei unserem regulären NCT-Lauf gibt es neben den Laufstrecken ja auch noch das Festgelände. Hier kommen etwa 10.000 Menschen – Fans, Familien und die Läuferinnen und Läufer – zusammen. Die Atmosphäre ist etwas ganz Besonderes. Zusammen mit völlig Fremden setzt man sich für eine gemeinsame Sache ein. Wie schaffen wir auch ohne diese Gemeinschaft vor Ort unser diesjähriges Motto „Alleine. Zusammen!“ zum Leben zu erwecken und das Engagement von Allen zu zeigen?

RH: Genau, wie können wir begeistern, wenn alle alleine laufen und werden sich Teams auch virtuell zusammenschließen? Wir zählen auf eine hohe Interaktion unserer NCT-Lauf-Gemeinschaft. Und wünschen uns, vom 26. bis 28. Juni möglichst viele Posts der Läufe unter den Hashtags (#nctlauf, #nctlauf2020, #alleinezusammen) und geteilte Bilder oder Videos, die uns auch per E-Mail an fundraising@nct-heidelberg.de geschickt werden können.

Wie wird der virtuelle Lauf ablaufen und worauf freut ihr euch dabei – trotz allem – besonders?

AK: Der Startschuss zum virtuellen NCT-Lauf wird am 26. Juni um 18 Uhr fallen. Live auf den Social-Media-Kanälen des NCT Heidelberg. Gelaufen werden kann bis zum 28. Juni um 22 Uhr. Anders als sonst gibt es jetzt natürlich keine Bestenlisten oder vermessene Strecken. Der Rundenlauf, das klassische Herzstück des NCT-Laufs, war unsere Inspiration für die Planungen. Hier ging es noch nie um sportliche Bestleistungen oder Rekorde, sondern sich für andere und die Krebsforschung am NCT Heidelberg zu engagieren. Daher war es uns jetzt auch nicht wichtig eine verpflichtende App für die Laufteilnahme zu nutzen, um zum Beispiel die tatsächlich gelaufenen Kilometer zu tracken. Hier vertrauen wir auf den Einzelnen und glauben an die Sache. Voraussetzung für die Teilnahme ist nur die kostenlose Online-Registrierung. Dort geben die Läuferinnen und Läufer die geplanten Kilometer an und bestätigen nach dem Laufen die tatsächlich zurückgelegte Strecke.

RH: Wir freuen uns besonders auf die Interaktion und den Dialog mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Wir werden am Lauf-Wochenende online und ansprechbar sein und versuchen den Lauf ein bisschen zu moderieren. Mit unserer NCT-Lauf-Toolbox geben wir Anregungen, wie man sich auf der persönlichen Strecke als Teilnehmerin und Teilnehmer zu erkennen geben kann. Bisher sind Starts von Sylt bis Konstanz, von Köln bis Dresden, also in der ganzen Bundesrepublik gemeldet. Beim virtuellen NCT-Lauf wird jetzt sogar international gelaufen: in den USA, in England, Schweden, auf Sardinien und Island, der Schweiz, in Österreich und auch in Bosnien und Herzegowina.

Was hat es mit der Verlosung auf sich?

AK: Wir sind wirklich überwältigt davon, dass der NCT-Lauf so viele treue Unterstützerinnen und Unterstützer hat und freuen uns sehr auf die Nachrichten, Posts, Bilder und Videos von den Läufen. Für dieses Jahr haben wir eine kleine NCT-Lauf-Kollektion entwickelt. Mit der Verlosung des NCT-Laufpaketes möchten wir uns auch bedanken. Zum Ablauf und der Teilnahme informieren wir bald.

RH: Was sich im Paket befindet, verraten wir jetzt natürlich noch nicht. Die Dinge sind aber limitiert und in jedem Fall nützlich. Neuigkeiten zum Inhalt des NCT-Laufpakets erfährt man in unserem Newsletter oder noch schneller über die Social-Media-Kanäle des NCT Heidelbergs.

Mehr zum NCT-Lauf unter: www.nct-lauf.de

Direkt zum Online-Anmeldeportal: https://my.raceresult.com/152849/