vom 24.04.2019

Versorgungsassistenten: Die guten Seelen der Tageskliniken

Irene Andraschko, Andrea Blaesi und Jutta Böhler sind Versorgungsassistenten am NCT Heidelberg. Sie kümmern sich darum, dass der Betrieb in den Tageskliniken „läuft“. Sie unterstützen das medizinische Personal, indem sie beispielsweise die Verbrauchsmaterialien verwalten. Doch auch für die Patienten sind sie unentbehrlich: sie holen mal schnell was aus der Cafeteria oder stellen Kissen und Decken bereit. Kurz gesagt: Versorgungsassistenten sind aus den Behandlungsabläufen am NCT nicht mehr wegzudenken. Doch wie sieht so ein Arbeitsalltag aus?

„Wir fangen jeden Tag um 7:30 Uhr an“, berichtet Andrea Blaesi, die bereits seit über zehn Jahren am NCT Heidelberg arbeitet. Gelernt hatte sie ursprünglich Frisörin, wechselte dann aber auf der Suche nach neuen Herausforderungen den Beruf. Infusionsständer reinigen, Schränke auffüllen, Kaffee und Tee für die Patienten der Tageskliniken kochen, Obst bereitstellen, Reparaturaufgaben koordinieren und Entsorgungen vornehmen gehören zu ihren täglichen Aufgaben. Ganz viel ergibt sich allerdings auch spontan. „Wir müssen uns immer wieder auf neue Situationen einstellen, denn kein Tag ist gleich. Das kann wirklich herausfordernd sein“, weiß Mathias Spraul. Herr Spraul war ebenfalls Versorgungsassistent am NCT Heidelberg. „Ab und zu muss auch ganz schnell eine Liege oder ein Rollstuhl organisiert werden. Dafür eilen wir dann in die nächste Klinik. Geht ein wichtiges Medikament aus, das gerade dringend benötigt wird, telefonieren wir mit der Apotheke oder anderen Bereichen des Universitätsklinikums, um es schnellstmöglich zu besorgen.“
 

Versorgungsassistenz – Heidelberger Weg

In allen Heidelberger Kliniken gibt es inzwischen Versorgungsassistenten, die je nach Einsatzgebiet unterschiedliche Aufgaben haben. Ursprünglich handelte es sich um Pflegestellen, auf die es allerdings nicht genügend Bewerber gab. Daraufhin wurde der Beruf des Versorgungsassistenten geschaffen, der alle Arbeiten umfasst, die nicht notwendigerweise vom medizinischen Fachpersonal ausgeführt werden müssen. „Dies war Teil des sogenannten, Heidelberger Wegs“, erinnert sich Markus Hoffmann, Leiter des Pflegedienstes der Tagesklinik. Die Anforderungen an die Berufsgruppe sind dabei in den letzten Jahren stark gestiegen: So müssen Versorgungsassistenten in regelmäßigen Abständen Brandschutzschulungen und Reanimationstrainings sowie Seminare zu aktuellen Hygienevorschriften besuchen. Auch wenn keine spezielle Ausbildung Voraussetzung für die Tätigkeit ist, sind gewisse Kernkompetenzen, insbesondere auch Organisationstalent und eine strukturierte Arbeitsweise, unbedingt notwendig. „Wichtig ist es, immer die Ruhe zu bewahren, auch wenn viele Dinge gleichzeitig erledigt werden müssen“, erklärt Spraul, der als gelernter Krankenpflegehelfer bereits langjährige Erfahrung im medizinischen Bereich mitbringt. „Unsere Aufgaben sind sehr vielfältig. Wir sind jeden Tag voll ausgelastet.“ Fallen einer oder mehrere Assistenten aus, spürt das die ganze Station. „Unsere Versorgungsassistenten verwalten das ganze Lager und informieren uns über Engpässe bei Lieferungen. Sind sie nicht da, werden sie von uns und den Ärzten schmerzlich vermisst“, sagt Eva Klein, die als Krankenschwester in der Tagesklinik arbeitet und tagtäglich auf die Unterstützung der Versorgungsassistenten angewiesen ist.

Ein wichtiger Partner für die Patienten

Doch nicht nur die Pflegerinnen und Pfleger am NCT Heidelberg profitieren von den vier Assistenten, auch für die Patienten sind sie ein wichtiger Partner. So stellen sie in den Tageskliniken beispielsweise Obst, Getränke und Kissen bereit oder bringen ihnen Verpflegung aus der Cafeteria mit, wenn sie es selbst nicht schaffen. Besonders ihr täglich frisch gekochter Ingwertee ist bei den Patienten des NCT Heidelberg sehr beliebt. Aber auch für eine Unterhaltung oder tröstende Worte nehmen sie sich Zeit. Empathie, Geduld und Freundlichkeit sind im Umgang mit Betroffenen und deren Angehörigen wichtig. Über die Nähe zu den Patientinnen und Patienten freuen sich die vier sehr. „Die Arbeit macht Spaß und ist vielseitig. Wir unterstützen uns alle gegenseitig und sind hier sehr gut in die Arbeitsabläufe integriert“, erzählt Andraschko stolz, die inzwischen schon seit über zwanzig Jahren in der Versorgungsassistenz tätig ist. Auf die Bitte, ihre Arbeit in drei Worten zu beschreiben, sind sich alle einig: „Erfüllend, abwechslungsreich und kollegial!“


Dieser Text erschien zuerst im NCT-Magazin Connect 1_2018, Autorin: Laura Hauck.