vom 28.03.2017

Strategische Partnerschaft in der Präzisionsmedizin: Heidelberger Wissenschaftler und Roche-Experten vertiefen ihre Zusammenarbeit

Jeder Mensch ist anders und jeder Tumor auch. Eine Medizin, die diese Komplexität beachtet, wird als Präzisionsmedizin bezeichnet – bei Krebserkrankungen spricht man von Präzisionsonkologie.

Hinter dem Begriff Präzisionsonkologie verbirgt sich das Ziel, jedem Patienten eine personalisierte Behandlung bieten zu können. Ende Februar trafen sich rund 50 Wissenschaftler und Ärzte des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) und Universitätsklinikums Heidelberg mit Mitarbeitern der Firma Roche zum „Precision Medicine Summit“ um neue Projekte in der personalisierten Onkologie zu entwickeln und voran zu treiben.  Organisiert wurde dieser Workshop durch das Roche-NCT Program Office (Dr. Alexandra Farfsing und Dr. Martina Nesper-Brock) zusammen mit einem Roche / Heidelberg Expertenteam, die den Workshop inhaltlich und thematisch vorbereiteten.

Fachübergreifende Teams setzten sich mit sechs Themenschwerpunkten über 1,5 Workshoptage sehr interaktiv auseinander. Diskutiert wurde über innovative klinische Studien, Patientendaten & Analytik, molekulare Informationspartnerschaften, effiziente Forschung und Entwicklung, Tumor Board, Datenqualität und Datenintegration. „Es waren zwei intensive Tage, in denen wir viele innovative Konzepte identifizieren konnten. Jetzt gilt es dafür zu sorgen, dass die Eisen geschmiedet werden solange sie noch heiß sind und die gewonnenen Erkenntnisse schnellstmöglich den Weg zum Patienten finden“, zieht Professor Christof von Kalle, Direktor des NCT Heidelberg Bilanz.

Momentan starten alle Teams an der Ausarbeitung der in Heidelberg entwickelten Pilotprojekte zum Thema Precision Medicine. Dem erfolgreichsten Precision Medicine Projekt wird ein kleines Startbudget zur Verfügung gestellt, um die weitere Zusammenarbeit auf fruchtbaren Boden für 2017 / 2018 zu stellen. „Gemeinsam möchten wir bereits in der frühen Entwicklung von Behandlungsansätzen neue Forschungsprojekte starten, um Diagnose und Therapie von Krebs kontinuierlich zu verbessern“, erklärt Professor Hagen Pfundner, Vorstand der Roche Pharma AG. Die dazu notwendigen klinischen Studien werden am NCT und den Abteilungen des Universitätsklinikums Heidelberg durchgeführt.

Die F. Hoffmann-La Roche AG, einer der größten Hersteller von innovativen Krebsmedikamenten weltweit, kooperiert seit vielen Jahren eng mit dem NCT, DKFZ und dem Universitätsklinikum Heidelberg. Die Zusammenarbeit wurde 2012 in einer Kooperationsvereinbarung zur personalisierten Medizin in der Onkologie zwischen DKFZ, Universitätsklinikum und Roche verankert und 2015 um fünf Jahre verlängert.