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vom 25.06.2012

Selbsthilfefreundliches Krankenhaus

Auszeichnung der beiden ersten Krankenhäuser in der Metropolregion Rhein-Neckar als selbsthilfefreundlich

NCT und UMM für ihr patientenzentriertes Engagement belohnt

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) haben heute als erste Krankenhäuser in der Metropolregion Rhein-Neckar die Auszeichnung „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ erhalten. Überreicht wurde die Auszeichnung von Dr. Dagmar Siewerts, Managerin des Netzwerks Selbsthilfefreundlichkeit im Gesundheitswesen. „Wir freuen uns, dass wir heute zwei so wichtige Häuser auszeichnen können“, so Siewerts. „Damit wird bestätigt, dass sie einen gemeinsamen Qualitätsprozess zusammen mit der Vertretung der Selbsthilfe erfolgreich abgeschlossen haben und damit ihrem Auftrag der Patientenorientierung in besonderer Weise nachkommen.“

„Der UMM liegt diese Auszeichnung sehr am Herzen“, sagt Anita Swierczek, Verwaltungsdirektorin der UMM, „wird damit doch die intensive Kooperation mit der Selbsthilfe gewürdigt, die für uns 2004 mit einem gemeinsamen Patientenforum begonnen hat.“ Was als wöchentliche Sprechstunde seinen Anfang nahm, hat heute sehr viele Facetten - bis hin zum Kinderklinikradio RUMMS, in dem die Selbsthilfe einen festen Platz hat. „Gerade durch das Internet sind die Patienten heute einer enormen Vielfalt an Informationen über chronische Erkrankungen ausgesetzt“, so Anita Swierczek. „Als umso bedeutsamer erweist es sich daher, dass Selbsthilfegruppen hier gemeinsam mit unseren Experten sachkundig Orientierung bieten.“ Prof. Dr. Dirk Jäger, Ärztlicher Direktor Medizinische Onkologie des NCT, führt aus: „Besonders wichtig für das NCT ist, dass wir durch ein qualitativ hochwertiges, gemeinsames Agieren mit den Selbsthilfegruppen vermehrt Wissen über unsere Patienten erfahren haben und für unsere interdisziplinär ausgerichtete Arbeit nutzen konnten. Dies hilft uns, die Behandlung und Versorgung am NCT weiter an den Bedürfnissen der Patienten zu orientieren und zu verbessern. Dass wir als erstes onkologisches Krankenhaus in Deutschland diese Auszeichnung erhalten, bestärkt uns in unserem patientenorientierten Engagement und ehrt uns.“

Zum Konzept des Selbsthilfefreundlichen Krankenhauses gehört, dass es eine zentrale Ansprechperson gibt: die Selbsthilfebeauftragte (bzw. den Selbsthilfebeauftragten). Sie wendet sich in ihrer Arbeit sowohl an die Mitarbeiterschaft als auch an die Selbsthilfegruppen. Den Gruppen hilft sie Türen zu öffnen - sei es im wörtlichen Sinne, wenn diese einen Raum für ihre Treffen nutzen möchten, oder wenn sie die Kontakte zu den Stationen und Abteilungen im Haus verbessern wollen. Bei den Mitarbeitern gilt es zu informieren und Überzeugungsarbeit zu leisten. „Das ist eine sehr schöne Arbeit“, sagen übereinstimmend Kirsten Bikowski und Angela Bast, die Selbsthilfebeauftragten des NCT und der UMM, „wir sehen, dass die Mitarbeiter mittlerweile von der Kompetenz der Gruppen beeindruckt sind. Unsere Programme haben viel zur Aufklärung und Motivation bei den Mitarbeitern beigetragen. Sie informieren die Patienten über Selbsthilfe, und das aus Überzeugung“. „Da sind wir wirklich einen großen Schritt weitergekommen“, pflichten Eva Bonow (Mannheim) und Ingeborg Bördlein-Wahl (Heidelberg) bei, die Vertreterinnen der in den beiden Häusern aktiven Selbsthilfegruppen. „Mit den Strukturen, die jetzt geschaffen wurden, etwa dem Qualitätszirkel Selbsthilfe, wollen wir erreichen, das Feedback von Patienten noch effektiver zu nutzen. Solche Rückmeldungen sammeln sich in den Gruppen, und sie sind wertvolle Informationen für Verbesserungsmöglichkeiten.“ Moderiert wird die Kooperation Selbsthilfe-Krankenhaus durch die örtlichen Selbsthilfekontaktstellen, den Gesundheitstreffpunkt Mannheim und das Heidelberger Selbsthilfebüro. Bärbel Handlos, die in beiden Einrichtungen Geschäftsführerin ist, stellt fest: „Durch den Prozess der Selbsthilfefreundlichkeit konnten wir erreichen, dass die Anliegen der Gruppen und die Anliegen des Krankenhauses bei der jeweils anderen Seite auf offene Ohren stoßen. Als Kontaktstelle können wir helfen, unrealistische Erwartungen oder Berührungsängste zu überwinden. Gerade für die, die sich als Betroffene ehrenamtlich in den Gruppen engagieren, ist es wichtig, ihre begrenzten Ressourcen da einzusetzen, wo es sich besonders lohnt.“
„Die Auszeichnung ist auch Verpflichtung, auf diesem Weg weiterzugehen“, betont Dr. Ulli Biechele, Leiter der Agentur Selbsthilfefreundlichkeit Baden-Württemberg. Er hat die Teilnehmer seit 2010 betreut und darauf geachtet, dass die Standards, die das Konzept in Form von acht Qualitätskriterien vorsieht, sinnvoll umgesetzt werden. „Das sieht in jedem Krankenhaus anders aus und deswegen müssen die Beteiligten sich regelmäßig austauschen. An dem einen Standort mag es besonders wichtig sein, Veranstaltungen gut gemeinsam zu planen und durchzuführen, woanders mag die Kooperation mit der Pflegeschule ein großes Anliegen sein. Durch die Einigung auf spezifische Maßnahmen zur Umsetzung dieser Ziele und ihre Übernahme ins Qualitätsmanagement des jeweiligen Hauses werden diese Vereinbarungen verbindlich und für alle Seiten überprüfbar.“ Die Arbeit der Agentur möglich gemacht hat der Landesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) Baden-Württemberg sowie die mhplus BKK. Viktor Hartl, beim Landesverband
zuständig für die Unterstützung der Selbsthilfe, ist überzeugt: „Von einer erfolgreichen Zusammenarbeit profitiert nicht nur der einzelne Patient, sondern auch die Versichertengemeinschaft insgesamt.“

Mannheim, 25. Juni 2012

Weitere Informationen:


Agentur Selbsthilfefreundlichkeit beim Gesundheitstreffpunkt Mannheim
Herr Dr. Ulli Biechele
Tel. 0621 / 33 93 95 91
E-Mail: selbsthilfefreundlichkeit-bw@gesundheitstreffpunkt-mannheim.de
www.selbsthilfefreundlichkeit-bw.de
www.umm.de
www.nct-heidelberg.de
www.selbsthilfe-heidelberg.de
www.gesundheitstreffpunkt-mannheim.de

Weitere Informationen und Ansprechpartner der Krankenhäuser siehe folgende Seite

Ansprechpartner für die Presse:

Doris Rübsam-Brodkorb
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Im Neuenheimer Feld 460
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 56-5930
Fax: +49 6221 56-350
E-Mail: d.ruebsam-brodkorb@Dkfz-Heidelberg.de
www.nct-heidelberg.de

Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums, des Universitätsklinikums Heidelberg, der Thoraxklinik Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Letztere fördert das NCT als onkologisches Spitzenzentrum. Ziel des NCT ist die Verknüpfung von vielversprechenden
Ansätzen aus der Krebsforschung mit der Versorgung der Patienten von der Diagnose über die Behandlung, die Nachsorge sowie der Prävention. Die interdisziplinäre Tumorambulanz ist das Herzstück des NCT. Hier profitieren die Patienten von einem individuellen Therapieplan, den fachübergreifende Expertenrunden, die sogenannten Tumorboards, zeitnah erstellen. Die Teilnahme an klinischen Studien eröffnet den Zugang zu innovativen Therapien. Das NCT ist somit eine richtungsweisende Plattform zur Übertragung neuer
Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik.

Klaus Wingen
Universitätsmedizin Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Universitätsklinikum Mannheim
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: +49 621 383-3549 (-3184)
Telefax: +49 621 383-2195
klaus.wingen@umm.de
www.umm.de

Universitätsmedizin / Universitätsklinikum Mannheim
Das Universitätsklinikum Mannheim verfügt als Krankenhaus der Maximalversorgung über ein breit gefächertes Spektrum in Diagnostik und Therapie. Um die qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten dauerhaft sicherstellen zu können, wurde ein umfassendes Qualitätsmanagement eingeführt. Für ein Universitätsklinikum spielt neben der Krankenversorgung auch die Wissenschaft eine große Rolle. Die am Universitätsklinikum
Mannheim angesiedelte Medizinische Fakultät Mannheim gehört zur traditionsreichen Universität Heidelberg. Von den Forschungsaktivitäten der Mannheimer Mediziner zeugen aktuelle Veröffentlichungen, Kongresse, Fachtagungen und Projekte. Für die Lehre stehen den rund 1.400 Medizinstudenten und ihren Dozenten mehrere Hörsäle zur Verfügung.