vom 20.07.2018

NCT Heidelberg weiterhin Spitzenzentrum der Krebsmedizin: Deutsche Krebshilfe stellt erneut drei Millionen Euro bereit

Eine interdisziplinäre Versorgung von Krebspatienten auf höchstem Niveau sicherstellen sowie die Weiterentwicklung von Krebsforschung und -medizin voranbringen - dieses Ziel verfolgt die Deutsche Krebshilfe mit den von ihr geförderten Onkologischen Spitzenzentren. Nun hat sie die Ergebnisse ihrer jüngsten Begutachtungen bekanntgegeben: Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg wird nach den Empfehlungen einer internationalen Gutachterkommission für vier Jahre weitergefördert. Insgesamt unterstützt die Deutsche Krebshilfe derzeit bundesweit 13 Onkologische Spitzenzentren (Comprehensive Cancer Centers).

Das NCT Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Deutschen Krebshilfe.

Eine zentrale Anlaufstelle für Krebspatienten, Tumorkonferenzen, eine interdisziplinäre Behandlung nach aktuellen medizinischen Leitlinien, ein modernes Qualitätssicherungssystem sowie innovative Forschungsaktivitäten - dies sind einige der Grundvoraussetzungen für Onkologische Spitzenzentren. Zum dritten Mal in Folge erhält nun das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg durch die Deutsche Krebshilfe die Förderung als Onkologisches Spitzenzentrum. Damit verbunden ist eine finanzielle Unterstützung mit 750.000 Euro pro Jahr für einen Zeitraum von vier Jahren.

"Die Förderung als Onkologisches Spitzenzentrum ist die größtmögliche Anerkennung für unsere Arbeit am NCT Heidelberg", sagt Stefan Fröhling, kommissarischer Geschäftsführender Direktor am NCT Heidelberg. "Gleichzeitig ist die Förderung eine große Motivation weiter zu machen, um Krebserkrankungen zukünftig immer besser zu verstehen, früher zu erkennen und neue Behandlungsstrategien zu entwickeln", ergänzt Dirk Jäger, Ärztlicher und Geschäftsführender Direktor am NCT Heidelberg.

Über den Erfolg freut sich ebenso Annette Grüters-Kieslich, Leitende Ärztliche Direktorin des Universitätsklinikums Heidelberg: "Mit dem NCT hat das Universitätsklinikum Heidelberg in enger Partnerschaft mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe die Infrastruktur für eine einzigartige Versorgung von Krebspatienten geschaffen, in der Forschungsergebnisse auf sehr kurzem Weg auf den Patienten übertragen werden können." Michael Baumann, wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) kann das unterstreichen: "Es ist außerordentlich wichtig, dass hervorragende Grundlagenforscher und exzellente Ärzte zusammenarbeiten. Im NCT gelingt uns das durch das räumliche Konzept "alles unter einem Dach", aber auch durch regelmäßige interdisziplinäre Veranstaltungen."

Im Jahr 2007 startete die Deutsche Krebshilfe ihr Förderprogramm 'Onkologische Spitzenzentren' mit dem Ziel, die Krebsmedizin bundesweit stetig zu verbessern und auf ein hohes Niveau zu bringen. Zusammen mit den von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Onkologischen Zentren und Organkrebszentren bilden die Spitzenzentren ein umfassendes Netzwerk der onkologischen Versorgung, das dazu beiträgt, dass Krebspatienten in Deutschland flächendeckend nach einheitlichen hohen Qualitätsstandards behandelt werden. "In den vergangenen zehn Jahren haben wir somit die Grundlagen für eine flächendeckende, strukturierte, leistungsfähige und zukunftsorientierte Patientenversorgung in Deutschland geschaffen", erläutert der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven. "Dieses hohe Niveau der Patientenversorgung ist jedoch nur durch erhebliche Mehrleistungen der Zentren möglich, die weit über eine Regelkrankenversorgung hinausgehen und daher mit einem erheblichen finanziellen Mehraufwand in den Zentren verbunden sind. Unsere Förderung deckt nur einen Teil dieser Mehrleistungen ab. Wir haben dies kürzlich durch ein unabhängiges Gutachten ermitteln lassen." Im Nationalen Krebsplan wurde bereits die Bedeutung zertifizierter Versorgungsstrukturen als wesentlich für die Weiterentwicklung der onkologischen Versorgungsstrukturen und der Qualitätssicherung hervorgehoben und somit in der Gesundheitspolitik platziert.

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Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg, der Medizinischen Fakultät Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Ziel des NCT ist es, vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung möglichst schnell in die Klinik zu übertragen und damit den Patienten zugutekommen zu lassen. Dies gilt sowohl für die Diagnose als auch die Behandlung, in der Nachsorge oder der Prävention. Die Tumorambulanz ist das Herzstück des NCT. Hier profitieren die Patienten von einem individuellen Therapieplan, den fachübergreifende Expertenrunden, die sogenannten Tumorboards, zeitnah erstellen. Die Teilnahme an klinischen Studien eröffnet den Zugang zu innovativen Therapien. Das NCT ist somit eine richtungsweisende Plattform zur Übertragung neuer Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik. Das NCT kooperiert mit Selbsthilfegruppen und unterstützt diese in ihrer Arbeit. In Dresden wird seit 2015 ein Partnerstandort des NCT Heidelberg aufgebaut.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit fast 2.000 Betten werden jährlich rund 65.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Heidelberg das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg etabliert, das führende onkologische Spitzenzentrum in Deutschland. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.700 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.