vom 04.08.2020

Meilenstein der Ausbauphase des NCT Heidelberg erreicht

Mit dem Ausbau des NCT Heidelberg schafft das Land Baden-Württemberg me­­­­­hr Raum für die translationale Krebsforschung und die Versorgung von onkologischen Patienten. Dank der finanziellen Unterstützung der Landesregierung werden dem NCT Heidelberg ab 2022 über 2.500 Quadratmeter mehr Nutzfläche zur Verfügung stehen als heute. Nun ist mit der Fertigstellung der Rohbauarbeiten ein wichtiger Meilenstein der Ausbauphase erreicht worden. Bauherr ist das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ).

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Deutschen Krebshilfe (DKH).

„Rund 17.000 Patientinnen und Patienten konnten wir im letzten Jahr am NCT Heidelberg behandeln. Die Patientenzahlen sowie der intensive Forschungsbetrieb sind der Grund dafür, dass wir unsere räumlichen Kapazitäten erweitern müssen“, berichtet Dirk Jäger, Geschäftsführender Direktor am NCT Heidelberg und Leiter der Medizinischen Onkologie am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD).

Entsprechend der Planung der Architekten Behnisch wird der Labortrakt des NCT Heidelberg nach Norden auf allen drei Ebenen erweitert. In diesem Anbau entsteht im Erdgeschoss eine Tagesklinik mit zehn Plätzen. Dort sollen Phase-1-Studien durchgeführt werden. Darüber sind zwei Laborbereiche untergebracht. Zwischen dem klinischen Bereich der beiden Tageskliniken und der Straße Im Neuenheimer Feld entsteht zudem ein dreigeschossiger Neubau. Hier werden Büros und Seminarräume untergebracht

„Das NCT ist eine richtungsweisende Einrichtung zur Übertragung neuer Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik. Mit dem Ausbau stellen wir sicher, dass dem NCT Heidelberg auch weiterhin eine ideale Infrastruktur für patientennahe Spitzenforschung zur Verfügung steht", sagt Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ. „Das NCT-Gebäude verbindet alle onkologischen Aktivitäten auf dem Campus in Heidelberg. Hier kommen translational arbeitende Forscher und onkologisch tätige Ärzte fachübergreifend in Tumorboards zusammen und entwickeln innovative und für Patienten relevante klinische Studien.“

Durch den Ausbau, der bei laufendem Patienten- und Forschungsbetrieb erfolgt, wird die Nutzfläche von heute 5.565 auf 8.131 Quadratmeter erweitert. Die Gesamtkosten für den Ausbau von 20 Millionen übernimmt das Land Baden-Württemberg. Das Mobiliar sowie medizinisch-wissenschaftliche Geräte stellen die Träger des NCT Heidelberg, das DKFZ und das UKHD. Die Fertigstellung des NCT-Ausbaus ist für Anfang 2022 geplant.

„Die räumliche Erweiterung des NCT Heidelberg bietet uns ein ideales Umfeld, um Krebsmedizin neu zu denken. Beispielsweise beschäftigen wir uns damit, wie eine molekulare Analyse von bösartigen Tumoren und ihrer Mikroumgebung neue Anhaltspunkte für individuelle Behandlungen eröffnen kann. Auf diesem und vielen anderen Gebieten werden wir in den nächsten Jahren intensiv weiter forschen“, sagt Stefan Fröhling, Geschäftsführender Direktor am NCT Heidelberg und Leiter der Translationalen Medizinischen Onkologie am DKFZ.

„Das NCT ist eine Erfolgsgeschichte des Heidelberger Medizin-Campus. Der Ausbau des Gebäudes wird das Umfeld für Patienten, Mitarbeiter und Besucher weiter verbessern und die Möglichkeiten der personalisierten Krebsmedizin stärken. Schon heute freue ich mich hierauf“, sagt Ingo Autenrieth, Leitender Ärztlicher Direktor am UKHD.

Auf die traditionellen Feierlichkeiten eines Richtfestes verzichtet das NCT Heidelberg aufgrund der Coronavirus-Pandemie.

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BU: Mit der Fertigstellung der Rohbauarbeiten ist ein wichtiger Meilenstein der Ausbauphase des NCT Heidelberg erreicht. Copyright: NCT Heidelberg / Jutta Jung

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BU: So wird das NCT Heidelberg nach dem Ausbau aussehen. Copyright: Behnisch

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BU: Geschäftsführendes Direktorium des NCT Heidelberg (v.l.n.r.) Prof. Stefan Fröhling, Prof. Jürgen Debus, Prof. Peter Lichter, Prof. Dirk Jäger. Copyright: NCT Heidelberg / Jutta Jung

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Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Ziel des NCT ist es, vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung möglichst schnell in die Klinik zu übertragen und damit den Patienten zugutekommen zu lassen. Dies gilt sowohl für die Diagnose als auch die Behandlung, in der Nachsorge oder der Prävention. Die Tumorambulanz ist das Herzstück des NCT. Hier profitieren die Patienten von einem individuellen Therapieplan, den fachübergreifende Expertenrunden, die sogenannten Tumorboards, erstellen. Die Teilnahme an klinischen Studien eröffnet den Zugang zu innovativen Therapien. Das NCT ist somit eine richtungsweisende Plattform zur Übertragung neuer Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik. Das NCT kooperiert mit Selbsthilfegruppen und unterstützt diese in ihrer Arbeit. Seit 2015 hat das NCT Heidelberg in Dresden einen Partnerstandort. In Heidelberg wurde 2017 das Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) gegründet. Die Kinderonkologen am KiTZ arbeiten in gemeinsamen Strukturen mit dem NCT Heidelberg zusammen.

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können.
Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.
Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern.
Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD)
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit fast 2.000 Betten werden jährlich rund 80.000 Patienten voll- und teilstationär und mehr als 1.000.000-mal Patienten ambulant behandelt. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Heidelberg das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg etabliert, das führende onkologische Spitzenzentrum in Deutschland. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.700 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.