vom 19.12.2019

Klinische Studie zum CUP-Syndrom: Wie wirksam ist eine Immuntherapie?

Heidelberger Wissenschaftler und Ärzte untersuchen die Sicherheit und Wirksamkeit einer Immuntherapie mit sogenannten Immun-Checkpoint-Inhibitoren bei Patienten mit CUP-Syndrom. Die Studie wird an zehn deutschen Zentren mit 194 Patienten durchgeführt. Teilnehmen können Patienten in Heidelberg und Umgebung, die den Kriterien zur Aufnahme entsprechen.

Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Deutschen Krebshilfe (DKH).

Bei drei bis fünf von hundert Patienten wird die Krebsdiagnose aufgrund von Metastasen gestellt, ohne aber den eigentlichen Krebsherd zu finden. Wird der Ausgangstumor auch nach eingehender Untersuchung nicht gefunden, sprechen Fachleute von "Krebs bei unbekanntem Primärtumor". Die Abkürzung CUP steht für das englische "Cancer of Unknown Primary" und hat sich auch in Deutschland eingebürgert. Obwohl der medizinische Fortschritt in den letzten Jahrzehnten neue und verfeinerte Diagnoseverfahren hervorgebracht hat, ist über die Biologie dieser Erkrankungen weiterhin nur wenig bekannt. Dementsprechend lässt sich das CUP-Syndrom vergleichsweise schwer behandeln und hat häufig eine schlechte Prognose.

"Während bei den meisten Tumorerkrankungen mit bekanntem Primärtumor Therapieempfehlungen durch zahlreiche große klinische Studien abgesichert sind, existieren kaum solche Untersuchungen für das CUP-Syndrom", berichtet Alwin Krämer, Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Molekulare Hämatologie/Onkologie von der Medizinischen Klinik V des UKHD und dem DKFZ. Die Teams um Studienleiter Krämer und Albrecht Stenzinger, Leiter des Zentrums für Molekulare Pathologie des Instituts für Pathologie, Universität Heidelberg, untersuchen mit Kollegen vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, dem DKFZ und dem UKHD sowie weiteren neun Studienzentren in Deutschland, ob eine Immuntherapie bei Patienten mit CUP-Syndrom, das nicht oder nicht mehr auf eine konventionelle, platinhaltige Chemotherapie anspricht, wirksam ist. Seit Dezember 2019 wird die Studie an zehn Prüfzentren in Deutschland durchgeführt. Insgesamt werden 194 Patienten eingeschlossen.

Das Studienprotokoll sieht vor, dass die Teilnehmer eine Immuntherapie bestehend aus einer Kombination der beiden Immun-Checkpoint-Inhibitoren Nivolumab und Ipilimumab erhalten. Beide Medikamente sind bereits für die Behandlung anderer Tumorerkrankungen zugelassen und werden unter bestimmten Voraussetzungen bei mehreren Krebsarten eingesetzt. Bei allen Studienpatienten wird darüber hinaus das Erbgut der Metastasen analysiert, um die Menge an Genveränderungen zu bestimmen. Anhand dieser sogenannten Tumormutationslast erhoffen sich die Forscher besser verstehen zu können, bei wem die Medikamente wirken und bei welchen Patienten nicht.

Teilnahmebedingungen
An der Studie können Patienten mit inoperablem, chemotherapeutisch vorbehandeltem CUP-Syndrom teilnehmen. Über den Einschluss entscheidet der Studienarzt. Insgesamt beläuft sich die Dauer der Studie auf etwa 36 Monate.

Start der Studie: Dezember 2019

Finanzierung
Es handelt sich um eine Prüfer-initiierte klinische Studie (IIT), die finanziell durch die Firma Bristol-Myers-Squibb (BMS) unterstützt wird. Sponsor der Studie ist das UKHD.

Kontakt für Patienten und Zuweiser:
Marie-Christin Vollmer
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) und
Medizinische Klinik V, Universitätsklinikum Heidelberg
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69120 Heidelberg
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Fax: 06221-56-8069
Email: marie-christin.vollmer@nct-heidelberg.de

Informationsblatt "Klinische Studien: Was muss ich wissen?" des Krebsinformationsdienstes
https://www.krebsinformationsdienst.de/service/iblatt/iblatt-klinischestudien.pdf?m=1573033514&

Informationsblatt "Klinische Studien: Immuntherapie" des Krebsinformationsdienstes
https://www.krebsinformationsdienst.de/service/iblatt/iblatt-immuntherapie.pdf?m=1573033514&

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Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Ziel des NCT ist es, vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung möglichst schnell in die Klinik zu übertragen und damit den Patienten zugutekommen zu lassen. Dies gilt sowohl für die Diagnose als auch die Behandlung, in der Nachsorge oder der Prävention. Die Tumorambulanz ist das Herzstück des NCT. Hier profitieren die Patienten von einem individuellen Therapieplan, den fachübergreifende Expertenrunden, die sogenannten Tumorboards, erstellen. Die Teilnahme an klinischen Studien eröffnet den Zugang zu innovativen Therapien. Das NCT ist somit eine richtungsweisende Plattform zur Übertragung neuer Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik. Das NCT kooperiert mit Selbsthilfegruppen und unterstützt diese in ihrer Arbeit. Seit 2015 hat das NCT Heidelberg in Dresden einen Partnerstandort. In Heidelberg wurde 2017 das Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) gegründet. Die Kinderonkologen am KiTZ arbeiten in gemeinsamen Strukturen mit dem NCT Heidelberg zusammen.

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können.
Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.
Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern.
Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD)
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen
mit fast 2.000 Betten werden jährlich rund 80.000 Patienten voll- und teilstationär und mehr als 1.000.000-mal
Patienten ambulant behandelt. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Heidelberg das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg etabliert, das führende onkologische Spitzenzentrum in Deutschland. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.700 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.