vom 13.02.2015

Dem Patienten zugewandt: Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg erneut als selbsthilfefreundlich ausgezeichnet

Lob für starke Kooperation mit Selbsthilfegruppen und Gründung eines Patientenbeirats / Patientenbeirat arbeitet mit NCT-Leitung zusammen

 

Die onkologische Betreuung von Patienten am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) und in den Kliniken des Universitätsklinikums Heidelberg ist im Januar zum zweiten Mal nach 2012 als „selbsthilfefreundlich“ ausgezeichnet worden. Das Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“, Berlin, verleiht die Auszeichnung „selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ an Gesundheitseinrichtungen, die nachgewiesen haben, ihre Zusammenarbeit mit Selbsthilfeinitiativen systematisch und effizient zu gestalten. Besonders gelobt wird das NCT, dessen Träger das Deutsche Krebsforschungszentrum und das Universitätsklinikum Heidelberg sind, für seine strukturierte Umsetzung von Patientenbeteiligung und Patientenorientierung. Ausdruck findet dies aktuell in der Gründung eines NCT-Patientenbeirats, der die Möglichkeit hat Anliegen von Patientinnen und Patienten direkt an die Leitung des NCT heranzutragen. Die Gründung des neuen Beirats wurde im Rahmen einer Feierstunde am 12. Februar NCT bekanntgegeben. Dabei wurden auch die Mitglieder des Sprecherrates vorgestellt. 

Professor Dirk Jäger, Ärztlicher Direktor der Medizinischen Onkologie am NCT: „Selbsthilfe ist für uns kein Selbstzweck, sondern sie trägt wesentlich dazu bei, die Versorgungsqualität zu verbessern und nachhaltig die Patientenorientierung zu fördern. Zudem vermehrt ein abgestimmtes Vorgehen mit den Selbsthilfegruppen unser Wissen über unsere Patienten und ist für uns so von Nutzen für unsere interdisziplinär ausgerichtete Arbeit.“ 

Inwieweit ein Krankenhaus als „selbsthilfefreundlich“ einzustufen ist, überprüft das Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“ anhand von acht Qualitätskriterien. So mussten die Kliniken und Abteilungen des Universitätsklinikums Heidelberg, die sich der Betreuung von Krebspatienten unter dem Dach des NCT widmen, unter anderem Räume, Infrastruktur und Präsentationsmöglichkeiten wie TV-Bildschirme, Broschürenständer etc. nachweisen, die sich an den Bedürfnissen der Patienten, deren Angehörigen und der Selbsthilfegruppen orientieren. Zudem muss Informationsmaterial bereit- und ein entsprechender Informationsfluss über die Selbsthilfe sichergestellt werden. Zu den weiteren Verpflichtungen des NCT gehörte es, einen Selbsthilfebeauftragten zu benennen, die Öffentlichkeitsarbeit der Selbsthilfe zu unterstützen und einen regelmäßigen Informations- und Erfahrungsaustausch zu gewährleisten.  

„Das NCT hat diese Anforderungen nicht nur erfüllt, sondern speziell zum Thema Mitwirkung der Selbsthilfe „herausragende Maßnahmen“ ergriffen“ beschreibt Bärbel Handlos, Geschäftsführerin des Heidelberger Selbsthilfebüros, die Zusammenarbeit. So nimmt laut Kooperationsvereinbarung mit dem NCT eine gewählte Vertretung der Selbsthilfegruppen regelmäßig an den Sitzungen des NCT-Beirats, der das NCT-Direktorium berät, teil. Darüber hinaus wurde ein Patientenvertreter in das „Advisory Board“ der Biobank des NCT berufen, um für die Berücksichtigung der Patientenbelange Sorge tragen zu können. Die Vereinbarungen wurden zwischen dem NCT und dem Heidelberger Selbsthilfebüro unterzeichnet, das die verschiedenen Selbsthilfegruppen koordiniert, die im Umfeld des NCT tätig sind. 

Patientenbeirat nimmt Arbeit auf
Eine wichtige Rolle für NCT und Selbsthilfe spielt auch aktuell die Konstituierung eines Patientenbeirats. Er hat die Aufgabe, gemeinsam mit der Leitung des NCT Lösungsvorschläge zu erarbeiten, wenn es beispielsweise um Anregungen geht, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Patienten und Medizinern verbessern ließe. Der Rat wird dafür sorgen, dass Anliegen der Patienten leichter an das NCT-Direktorium herangetragen werden können. Außerdem unterstützt das Gremium das NCT und die onkologisch tätigen Kliniken des Universitätsklinikums Heidelberg dabei, die Patientenversorgung weiter zu optimieren.

Der Patientenbeirat setzt sich zusammen aus Vertretern der onkologischen Selbsthilfegruppen, die im Rahmen des Qualitätszirkels „Selbsthilfefreundlichkeit“ mit dem NCT kooperieren. Gemäß ihrer Funktion gehören zudem die Geschäftsführerin des Heidelberger Selbsthilfebüros Bärbel Handlos, die koordinierende Mitarbeiterin des Heidelberger Selbsthilfebüros Marion Duscha sowie die Selbsthilfebeauftragte des NCT Kirsten Bikowski dem Patientenbeirat an. Zwei weitere Sitze im Patientenbeirat werden im NCT an nicht in Selbsthilfegruppen aktive Patientinnen und Patienten vergeben. Deren Wahl findet im Laufe des Frühjahrs statt. Das erste Arbeitstreffen des Beirats ist dann für den Frühsommer geplant. Die Koordination und Geschäftsführung des Patientenbeirats liegen beim Heidelberger Selbsthilfebüro.

Die Sprecher des neuen Gremiums wurden im Rahmen einer Feierstunde mit musikalischem Begleitprogramm am 12. Februar im NCT vorgestellt. 

Das Bild zur Pressemitteilung steht im Internet kostenfrei zur Verfügung unter: https://www.nct-heidelberg.de/fileadmin/media/news/pressemitteilungen/nct_zertifizierung_selbsthilfe_1809.jpg 

Bildunterschrift: Übergabe der Zertifizierungsurkunde „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus: (v.l.n.r.) Antje Liesener, MPH Leiterin der Bundeskoordinationsstelle Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen, Prof. Dr. Dirk Jäger, Ärztlicher Direktor der Medizinischen Onkologie am NCT und Kirsten Bikowski, Selbsthilfebeauftragte am NCT

Gewählte Sprecher des Patientenbeirats des NCT hervorgegangen aus den Treffen des Qualitätszirkels zum Selbsthilfefreundlichen Krankenhaus am NCT

Christa Knebel, Leukämie- und Lymphomhilfe, Metropolregion Rhein-Neckar
Brigitte Reimann, Multiples Myelom/ Plasmozytom Selbsthilfegruppe Kurpfalz 
Annette Hans, Selbsthilfegruppe in der Metropolregion Rhein- Neckar für Lungenkrebskranke und Angehörige
Rainer Jakobi, Das Lebenshaus e.V. Regionale Nierenkrebs- Patientengruppe Rhein-Neckar

Kontakt:
patientenbeirat@selbsthilfe-heidelberg.de
Tel. 06221 18 42 90 (Heidelberger Selbsthilfebüro)


Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“: 
Im Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“ haben sich Einrichtungen und Organisationen zusammengeschlossen, die Projekte oder Forschungsarbeiten zum Thema „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung in Einrichtungen des Gesundheitswesens“ durchgeführt haben und ihre Ergebnisse und Erfahrungen in einem gemeinsamen Verbund weiterführen wollen. Gemeinsam wurde das Konzept "Selbsthilfefreundlichkeit als Qualitätsmerkmal" entwickelt, das die Netzwerkmitglieder in ihren jeweiligen Arbeitszusammenhängen - Selbsthilfeorganisation, Gesundheitseinrichtung oder Selbsthilfekontaktstelle - als Partner umsetzen. Mit der Selbsthilfefreundlichkeit von Gesundheitseinrichtungen soll die Patientenorientierung im Gesundheitswesen gefördert und gefestigt werden. Das Netzwerk besteht seit Juni 2009. Seit Januar 2013 befindet sich das Netzwerk in der Trägerschaft des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Gesamtverband e.V. 

Über das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg:
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums, des Universitätsklinikums Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Ziel des NCT ist die Verknüpfung von vielversprechenden Ansätzen aus der Krebsforschung mit der Versorgung der Patienten von der Diagnose über die Behandlung, die Nachsorge sowie der Prävention. Die interdisziplinäre Tumorambulanz ist das Herzstück des NCT. Hier profitieren die Patienten von einem individuellen Therapieplan, den fach¬übergreifende Expertenrunden, die sogenannten Tumorboards, zeitnah erstellen. Die Teilnahme an klinischen Studien eröffnet den Zugang zu innovativen Therapien. Das NCT ist somit eine richtungsweisende Plattform zur Übertragung neuer Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik. Das NCT kooperiert mit Selbsthilfegruppen und unterstützt diese in ihrer Arbeit.

Ansprechpartner für die Presse:
Doris Rübsam-Brodkorb
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Im Neuenheimer Feld 460
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E-Mail: doris.ruebsam-brodkorb@nct-heidelberg.de
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Julia Bird
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Universitätsklinikum Heidelberg und Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg 
Im Neuenheimer Feld 672 
69120 Heidelberg
Tel.:+49 6221 56-7071
Fax:+49 6221 56-4544
E-Mail: julia.bird@med.uni-heidelberg.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang 
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum.uni-heidelberg.de


Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Deutsches Krebsforschungszentrum 
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Fax: +49 6221 42-2968
E-Mail: S.Seltmann@dkfz.de
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Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.