vom 12.10.2018

Brustkrebsmonat Oktober: Drei Fragen an… Florian Schütz zur Versorgung der Brustkrebspatientinnen in Heidelberg

Der Brustkrebsmonat Oktober möchte das Thema Brustkrebs in das öffentliche Bewusstsein rücken. Eine Tumorerkrankung erzeugt bei Patienten und Patientinnen aber auch Angehörigen häufig Angst und Sorgen. Zudem stellen sich viele Fragen, die Therapie, Bewältigung der Krankheit oder auch neue Forschungsansätze betreffen. Anlässlich des Brustkrebsmonats Oktober haben verschiedene Experten drei Fragen rund um das Thema Brustkrebs auf den Webseiten und Social Media Kanälen von NCT Heidelberg, Universitätsklinikums Heidelberg, dem Deutschen Krebskonsortium (DKTK) und dem DKFZ beantwortet.

Professor Florian Schütz leitet seit 2016 das interdisziplinäre Brustzentrum am Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und ist stellvertretender Klinikdirektor der Universitäts-Frauenklinik. . Das Brustzentrum sowie auch das Gynäkologische Krebszentrum am UKHD sind zertifizierte Einrichtungen und Teil des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg. Von den hohen Qualitätsstandards der Zentren, der interdisziplinären Zusammenarbeit und den vielfältigen Studien profitieren die Patientinnen.

Das Brustzentrum des NCT Heidelberg war eines der ersten zertifizierten Brustzentren deutschlandweit. Inzwischen suchen jährlich fast 700 Frauen mit neu diagnostiziertem Brustkrebs die Einrichtung auf. Was zeichnet das Zentrum in Heidelberg aus?

Das Besondere ist die Qualitätssicherung. Generell besteht heutzutage für alle deutschen Gesundheitseinrichtungen, die auf Krebstherapie spezialisiert sind, die Möglichkeit, sich zertifizieren zu lassen. Ein unabhängiges Institut namens OnkoZert GmbH prüft, ob die entsprechende Einrichtung bestimmte fachliche Anforderungen erfüllt. Dazu gehört etwa, dass die verschiedenen Disziplinen wie Medizinische Onkologie, Radiologie, Gynäkologie, Pathologie oder Strahlentherapie Hand in Hand miteinander arbeiten. Die Überprüfung passiert dabei nicht nur auf dem Papier, sondern jährlich kommt ein Verantwortlicher, der sich die Arbeitsweisen vor Ort anschaut. Seit dem Jahr 2016 ist in Analogie zum Brustzentrum auch das Gynäkologische Krebszentrum des UKHD zertifiziert.

Wie wird die fächerübergreifende Zusammenarbeit im Alltag umgesetzt?
Eine Krebsbehandlung besteht immer aus vielen unterschiedlichen Puzzleteilen. Daher ist es wichtig, dass sich die Experten aus allen beteiligten medizinischen Disziplinen intensiv austauschen und gemeinsam einen Therapieplan erstellen. In einer Runde von meistens etwa zehn interdisziplinären Ärzten wird jede Patientin vorgestellt. Das Ergebnis des sogenannten Tumorboards wird schriftlich niedergelegt und mit der Patientin besprochen. Darüber hinaus werden die Betroffenen in allen Phasen der Erkrankung betreut und medizinisch versorgt. Dazu gehört auch ein vielfältiges Angebot wie etwa eine psychoonkologische Behandlung, sozialrechtliche Beratung  sowie Selbsthilfe- und Sportgruppen.

Wie ist das Brustzentrum an das NCT Heidelberg angebunden?
Das Brustzentrum ist an der Universitätsfrauenklinik angesiedelt. Dort finden Diagnostik sowie Operationen statt und die Patientinnen erhalten eine ausführliche Beratung. Professor Andreas Schneeweiss leitet die Sektion Gynäkologische Onkologie am NCT Heidelberg und ist damit Bindeglied zwischen Frauenklinik und NCT. Im NCT werden die Patientinnen in der interdisziplinären gynäkologisch-onkologischen Ambulanz und Tagesklinik 2 betreut. Hier erhalten sie neben der individuellen Beratung und Aufklärung über die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten alle Formen der modernen Systemtherapie oder werden mit neuen Wirkstoffen im Rahmen von klinischen Studien behandelt.

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