vom 09.10.2020

BoB-Studie: Europaweite Studie innerhalb des Cancer Core Europe (CCE) öffnet einen Studienteil auch am NCT Heidelberg

Am Freitag, 25. September 2020, wurde die klinische Studie Basket of Baskets (BoB) auch in der Abteilung Medizinische Onkologie am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) für den Einschluss von Patienten geöffnet. Die BoB-Studie des europaweiten Krebskonsortiums Cancer Core Europe gehört zu einem neuen Typ von klinischen Studien, die Krebspatienten den Zugang zu innovativen Therapieverfahren unter sicheren Bedingungen eröffnen. Am NCT Heidelberg wird BoB gemeinsam vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) durchgeführt.

 

Ablauf

Die BoB-Studie besteht aus zwei Teilen, iPROFILER und iBASKET. Das komplexe Studien- und Behandlungsprogramm soll über mehrere Jahre hinweg kontinuierlich durchgeführt und angepasst werden. Mindestens 1.000 Patienten aus sieben Prüfstellen in Europa sollen pro Jahr in den iPROFILER-Teil eingeschlossen werden.

Der iPROFILER-Teil umfasst ein molekulares Programm für Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren. Im molekularen Tumorboard wird auf der Grundlage von iPROFILER und weiterer tiefer molekularer Diagnostik besprochen, ob die Patienten für den iBASKET-Teil der Studie geeignet sind.

iBASKET ist eine modulare, vom Prüfarzt initiierte Studie für Patienten mit ausgewählten spezifischen molekularen Veränderungen im Tumorgewebe. Jedes Modul konzentriert sich auf einen spezifischen molekularen Weg oder bestimmte molekulare Veränderungen, die eine Sensitivität für das im jeweiligen Modul eingesetzte Studienmedikament oder die Studienmedikamentenkombination haben.

 

Modul 1

Modul 1 im iBASKET-Teil ist aktuell für den Einschluss von Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren offen. Die Studie evaluiert eine Immuntherapie mit sogenannten Check-Point-Inhibitoren (Anti-PDL1-Antikörper) bei Patienten, die unterschiedliche molekulare Veränderungen ausweisen, wie Mutationen der Gene POLE und POLD1, Amplifikation von PDL1 und schließlich in Tumoren mit hoher Mutationslast.

Weitere Module werden im Laufe der Zeit auf der Grundlage weiterer molekularer Besonderheiten und weiterer neuer zielgerichteter Medikamente hinzugefügt.

 

Finanzierung

Pharmazeutische Unternehmen aus Europa beteiligen sich am Gesamtbudget des Programms und stellen Medikamente kostenlos zur Verfügung. Die Verantwortung und Durchführung der molekularen Analysen und individuellen Behandlungsverfahren liegt alleinig bei den durchführenden Institutionen.

 

Weitere Informationen
Anfragen zur BoB-Studie richten Sie bitte an:
Prof. Dr. Richard F. Schlenk (Prüfer in Heidelberg)
E-Mail:  richard.schlenk@nct-heidelberg.de

 

Cancer Core Europe

Cancer Core Europe ist eine medizinische und wissenschaftliche Vereinigung, die gegründet wurde, um den Transfer von Forschung in die Patientenversorgung in ganz Europa zu beschleunigen. Cancer Core Europe wurde im Juli 2014 ins Leben gerufen und vereint sieben große europäische Krebszentren: Gustave Roussy (Frankreich), Cancer Research UK Cambridge Centre (Vereinigtes Königreich), Karolinska Institutet (Schweden), Niederländisches Krebsinstitut (Niederlande), Vall d'Hebron Institut für Onkologie (Spanien), Deutsches Krebsforschungszentrum und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (Deutschland), Istituto Nazionale dei Tumori di Milano (Italien). Die enge Zusammenarbeit der Zentren innerhalb von Cancer Core Europe ermöglicht ein hohes Forschungspotenzial mit der direkten Einbindung von Krebspatienten aus ganz Europa.