vom 08.09.2016

22. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gentherapie e.V. in Heidelberg

Gentherapie: Krankheiten durch Genchirurgie behandeln

Defekte Gene im Erbgut reparieren oder austauschen und damit Krankheiten an ihrer Wurzel packen: Das ist das Ziel der Gentherapie. Wie weit Wissenschaft und Praxis hier tatsächlich sind, diskutieren Forscher auf einer Tagung im September. Vom 14. bis 16.09.2016 laden die Deutsche Gesellschaft für Gentherapie e.V. (DG-GT e.V.) und das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg zu einem internationalen Meeting am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg ein. Willkommen sind Gesellschaftsmitglieder und alle interessierten Wissenschaftler und Ärzte.

Mit Hilfe der Gentherapie sollen defekte, krankheitsauslösende Gene repariert oder neue Gene –und damit neue Eigenschaften – in Zellen eingeschleust werden. Mit den Werkzeugen der Genchirurgie wollen Forscher erworbene oder vererbte Erkrankungen behandeln. Im Werkzeugkasten befinden sich Viren und molekulare Scheren als Trägersysteme für Gene, die ausgetauscht werden sollen. Moderne Gen-Scheren revolutionieren die Forschung in Biologie und Medizin derzeit wie zuletzt die PCR-Methode zum hochempfindlichen DNA-Nachweis.
Zur Krebsbehandlung erproben Wissenschaftler derzeit verschiedene experimentelle Gentherapien. Ein Ansatz besteht darin, in die Krebszellen Gene für toxische Moleküle einzuschmuggeln. Andere Konzepte versuchen, Krebsmutationen zu korrigieren oder Prozesse zu aktivieren, die solche Defekte normalerweise beheben. Eine Vielzahl weiterer Ideen entspringt der Einsicht, wie Tumoren dem körpereigenen Immunsystem entgehen, wie sie mit Blut versorgt werden oder ihr eigenes Wachstum fördern und Metastasen bilden. Erste gentherapeutische Arzneimittel sind mittlerweile von der Europäischen Arzneimittelbehörde zugelassen. Viele Ansätze sind jedoch noch weit weg von der klinischen Anwendung.
Das Programm der DG-GT-Jahrestagung greift die verschiedenen Facetten der Gentherapie in Vorträgen und Poster-Präsentationen auf: Welche neuen Erkenntnisse gibt es? Was macht es so schwierig und riskant, Veränderungen am Erbgut vorzunehmen? Welches Potential hat die Gentherapie für die personalisierte Medizin? „Wir erwarteten zahlreiche international renommierte Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland“, berichtet Prof. Dr. Christof von Kalle, diesjähriger Tagungspräsident und geschäftsführender Direktor am NCT Heidelberg.
Fünf Impuls-Vorträge widmen sich den Kernthemen der Gentherapie: Onkolytischen Viren, die direkt oder indirekt Tumorzellen abtöten können, dem Gene-Editing, der Studienkoordination, Bildgebungsverfahren und den viralen Vektoren.
Die DG-GT e.V. (www.dg-gt.de) vereinigt Grundlagenwissenschaftler und Kliniker, die sich mit Gentransfertechniken und gentherapeutischen Behandlungsstrategien beschäftigen. Die DG-GT sieht ihre Aufgabe darin, Forscher zu vernetzen. Zusammen mit anderen nationalen Fachgesellschaften arbeitet die Gesellschaft daran, gentherapeutische Ansätze der experimentellen Forschung möglichst schnell in die klinische Anwendung zu bringen.

Unter preview.nct-heidelberg.de/dg-gt  finden Sie detaillierte Informationen und ein Anmeldeformular zur DG-GT-Jahrestagung.

Das vorläufige Programm zum Herunterladen:
https://preview.nct-heidelberg.de/fileadmin/media/news/Meldungen/Dateien/Preliminary_Program_DG-GT2016_.pdf

Journalisten sind herzlich eingeladen. Bitte teilen Sie uns im Vorfeld Ihr Kommen und ggf. Ihre Interviewwünsche mit. Ihr Ansprechpartner hierfür ist Dr. Friederike Fellenberg, NCT Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 (0)6221 56-5930, friederike.fellenberg@nct-heidelberg.de.

Wissenschaftliche Sekretärin der DG-GT e.V.
PD Dr. Hildegard Büning
Universität zu Köln
Klinik I für Innere Medizin und
Zentrum für Molekulare Medizin Köln
ZMMK-Forschungsgebäude
Robert-Koch-Str. 21
50931 Köln
Tel.: +49 221 478 89611
Fax: +49 221 478 97332
E-Mail: hildegard.buening@uk-koeln.de

Ansprechpartner für die Presse:

Dr. Friederike Fellenberg
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Im Neuenheimer Feld 460
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 56-5930
Fax: +49 6221 56-5350
E-Mail: friederike.fellenberg@nct-heidelberg.de
preview.nct-heidelberg.de

Dr. Stefanie Seltmann
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 42-2854
Fax: +49 6221 42-2968
E-Mail: S.Seltmann@dkfz.de
www.dkfz.de

Doris Rübsam-Brodkorb
Universitätsklinikum Heidelberg und Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 56-5052
Fax: +49 6221 56-4544
E-Mail: doris.ruebsam-brodkorb@med.uni-heidelberg.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg, der Medizinischen Fakultät Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Ziel des NCT ist es, vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung möglichst schnell in die Klinik zu übertragen und damit den Patienten zugutekommen zu lassen. Dies gilt sowohl für die Diagnose als auch die Behandlung, in der Nachsorge oder der Prävention. Die Tumorambulanz ist das Herzstück des NCT. Hier besprechen Ärzte und Wissenschaftler aus verschiedenen Fachbereichen das Vorgehen im individuellen Fall. Jeder Patient erhält einen persönlichen Therapieplan, den die Expertenrunde, in den sogenannten Tumorboards, zeitnah erstellt. In klinischen Studien erproben Ärzte des NCT neue Therapien und eröffnen damit auch Patienten mit schwer kontrollierbaren Tumoren eine Chance. Das NCT arbeitet mit Selbsthilfegruppen zusammen und unterstützt diese in ihrer Arbeit. In Dresden wird seit Beginn des Jahres 2015 ein Partnerstandort des NCT aufgebaut.

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.