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Rückblick – ‘20 – ‘21 – Ausblick

Ein ungewöhnliches Jahr

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Jahr 2020 ist geprägt von der durch die Corona-Pandemie verursachten Ausnahmesituation. Eine Situation, die auch das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg sowie seine Träger, das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und das Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD), vor besondere Herausforderungen stellt.

Innerhalb weniger Wochen mussten die Patientenversorgung und die Forschungsaktivitäten neu organisiert werden. Um Krebspatientinnen und Krebspatienten sowie das medizinische Fachpersonal zu schützen, wurden die Prozesse am NCT laufend an das Infektionsrisiko angepasst und persönliche Kontakte wurden reduziert.

Durch das gute Zusammenspiel aller beteiligten Fachbereiche und interdisziplinären Teams ist es dennoch gelungen die Versorgung auf höchstem Niveau aufrechtzuerhalten. Klinische Studien konnten fortgeführt werden oder mussten in einigen Fällen lediglich kurz pausieren. Kurzfristig wurde eine Hotline der Sozialdienste am UKHD und NCT Heidelberg eingerichtet, an die sich Patientinnen und Patienten mit Fragen zur weiteren Behandlung oder Versorgung wenden konnten.

Wir blicken nach vorne. Die Krise war auch eine Zeit, um Dinge zu überdenken oder weiterzuentwickeln. Fortbildungsveranstaltungen und sogar der NCT-Lauf fanden virtuell statt. Neue Forschungserkenntnisse und innovative Ansätze belegen unseren unermüdlichen Einsatz für die interdisziplinäre Patientenversorgung und exzellente Krebsforschung am Standort Heidelberg. Auf dieser Seite finden Sie einige ausgewählte Themen, die das NCT Heidelberg in diesem ungewöhnlichen Jahr beschäftigt haben und wir möchten Sie mitnehmen zu einem Ausblick auf 2021.
 

Wir bedanken uns für das entgegengebrachte Vertrauen, Ihr Engagement für das NCT und seine Patientinnen und Patienten und den guten Zusammenhalt in dieser schwierigen Zeit!

Wir wünschen Ihnen Frohe Weihnachten und ein zuversichtliches neues Jahr 2021!


Ihr Geschäftsführendes Direktorium am NCT Heidelberg

Bild (v.l.n.r.): Prof. Peter Lichter, Prof. Jürgen Debus, Prof. Stefan Fröhling, Prof. Dirk Jäger

NCT Direktorium

Das Foto entstand vor der Corona-Pandemie.



#Personalie

Seit 1. Februar ist Prof. Stefan Fröhling festes Mitglied des Geschäftsführenden Direktoriums, nachdem er bereits knapp zwei Jahre gemeinsam mit Prof. Jürgen Debus, Prof. Dirk Jäger und Prof. Peter Lichter das NCT Heidelberg kommissarisch geleitet hat.

#Ausbau

Durch den Ausbau des NCT Heidelberg, der bei laufendem Patienten- und Forschungsbetrieb erfolgt, wird die Nutzfläche von heute 5.565 auf 8.131 Quadratmeter erweitert. Mit der Fertigstellung der Rohbauarbeiten im August 2020 ist ein wichtiger Meilenstein der Ausbauphase erreicht worden.

Gebäudezeichnung Architekten
Netzwerk
NCT Neubau
 

Im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs entstehen bundesweit vier neue Standorte des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT). In einem kompetitiven Bewerbungsverfahren konnten sich die Standorte Berlin, Essen/Köln, Tübingen/Stuttgart-Ulm sowie Würzburg mit den Partnern Erlangen, Regensburg und Augsburg als neue Standorte durchsetzen.

Mit der Erweiterung soll ein auf ganz Deutschland ausstrahlendes Netzwerk entstehen, welches international hoch-kompetitive translationale Krebsforschung ermöglicht und entsprechende Forschungsplattformen bereithält. Ziel ist es, vielversprechende Ergebnisse aus der Krebsforschung schneller in die klinische Anwendung zu übersetzen und die Versorgung von Krebspatientinnen und Krebspatienten deutschlandweit zu verbessern.



#Krebsforschung

Das NCT Heidelberg steht für personalisierte Krebsmedizin. Beispielsweise molekulare oder immunologische Untersuchungen können Veränderungen im Tumor identifizieren, die für die Krebsentstehung und Behandlung von Bedeutung sind. Unser Ziel ist es, mit den neuesten Erkenntnissen maßgeschneiderte präzise Behandlungsverfahren für jede Patientin und jeden Patienten zu entwickeln.

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Um die Translation von Forschungsergebnissen in akademisch getriebenen klinischen Studien, sogenannten investigator-initiated trials (IITs) zu optimieren, hat das Geschäftsführende Direktorium des NCT Heidelberg die beiden Programme (i) Trial Infrastructure und (ii) Trial Pool ins Leben gerufen. Das Trial Infrastructure Programm zielt darauf ab, die Patientenrekrutierung in IITs zu erhöhen und die Entwicklung neuartiger Designs für frühe klinische Studien zu unterstützen. Das Trial Pool Programm unterstützt Aktivitäten, die über die routinemäßige Patientenversorgung hinausgehen, wobei der Schwerpunkt auf der Initiierung und Durchführung innovativer IITs liegt. Zu diesem Zweck unterstützt der Trial Pool ausgewählte IITs mit Mitarbeitern (study nurses und data managern) nach einem Rotationsprinzip.

Neben zahlreichen nationalen Partnern beteiligt sich das NCT Heidelberg am neu etablierten Konsortium des Deutschen Humangenom-Phänom-Archivs (GHGA). Mit dieser von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten neuen Initiative wird eine nationale Plattform für die sichere Speicherung, Bereitstellung und Analyse von Omics-Daten (z.B. Genome, Transkriptome, Epigenome) innerhalb eines einheitlichen ethisch-rechtlichen Rahmens aufgebaut. GHGA soll eine breite Nutzung von Omics-Daten auf eine verantwortliche Weise ermöglichen, damit Forschungswissen schneller in der Patientenversorgung ankommt.

Die Projektgruppe Ethische und Rechtliche Aspekte der Totalsequenzierung des menschlichen Genoms (EURAT) hat sich mit der Herausgabe von genomischen Rohdaten an erwachsene und einwilligungsfähige Patienten beschäftigt und hierzu kurz vor dem Jahreswechsel, im Dezember 2019, eine Stellungnahme und einen Handlungsleitfaden verfasst. Neben Vorschlägen zum Verfahrensablauf beinhaltet die Stellungnahme auch ein Muster für schriftliche Informationsmaterialien. Der EURAT Gruppe gehören Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an, die auch am NCT Heidelberg tätig sind.

  • Eva Winkler, Irina Idler, Katja Beck, Benedikt Brors, Kai Cornelius, Nicola Dikow, Henrike Fleischer, Stefan Fröhling, Hanno Glimm, Esther Herpel, Jan Korbel, Peter Lichter, Daniela Richter, Christoph Schickhardt, Klaus Tanner, Stefan Wiemann. (2020). On the Release of Raw Genomic Data to Patients and Study Participants. Forum Marsilius-Kolleg, Bd. 17. https://doi.org/10.11588/fmk.2020.0.76125


Untersuchungen haben gezeigt, dass Krebspatientinnen und Krebspatienten von einer gezielten Bewegungstherapie vor, während und nach onkologischer Behandlung profitieren können, um ihre Fitness zu verbessern, körperliche Funktionen wiederherzustellen und die Lebensqualität zu verbessern. Ein internationales Konsortium unter Beteiligung des NCT Heidelberg hat nun alle verfügbaren Daten zur Wirksamkeit von Sport und Bewegung bei Krebs ausgewertet und weltweite Empfehlungen für Betroffene veröffentlicht. Landesspezifische Vertreter sollen jetzt flächendeckend Bewegungsangebote in die Krebsnachsorge integrieren.

  • Campbell, Kristin & Winters-Stone, Kerri & Wiskemann, Joachim & May, Anne & Schwartz, Anna & Courneya, Kerry & Zucker, David & Matthews, Charles & Ligibel, Jennifer & Gerber, Lynn & Morris, G & Patel, Alpa & Hue, Trisha & Perna, Frank & Schmitz, Kathryn. (2019). Exercise Guidelines for Cancer Survivors: Consensus Statement from International Multidisciplinary Roundtable. Medicine and science in sports and exercise. 51. 2375-2390. https://doi.org/10.1249/MSS.0000000000002116.



Immunmodulatorische onkolytische Viren auf Basis des Masernimpfstamms (MV) werden derzeit als neue Form der Tumor-Immuntherapie entwickelt. In dieser Arbeit wurden zwei Kandidaten für die klinische Entwicklung, MV IL-12 und MV-IL5, systematisch getestet. In immunkompetenten Mausmodellen zeigte sich, dass sowohl die onkolytische Aktivität als auch die immuntherapeutische Effektivität von MV IL-12 überlegen war. Entsprechend wird MV IL-12 derzeit für die klinische Entwicklung vorbereitet.

  • Backhaus PS et al. Immunological Effects and Viral Gene Expression Determine the Efficacy of Oncolytic Measles Vaccines Encoding IL-12 or IL-15 Agonists. Viruses. 2019 Oct 3; https://doi.org/10.3390/v11100914.



In einer multidisziplinären, transatlantischen Kooperation zwischen der DKFZ-Abteilung Translationale Medizinische Onkologie am NCT Heidelberg, dem Friedrich-Miescher-Institut für Biomedizinische Forschung in Basel, dem Dana-Farber Cancer Institute in Boston und dem Broad Institute in Cambridge wurde der Wirkmechanismus eines neuen „Molekularen Klebers“ entschlüsselt. Der durch das Molekül CR8 induzierte Klebstoffkomplex hemmt das Wachstum von Krebszellen, indem er wachstumsfördernde Proteine an ein Entsorgungssystem der Zelle koppelt.



Niels Grabe und Kooperationspartner entwickelten eine cloud-basierte „whole-slide“ Imaging Plattform unter Verwendung eines deep-learning Algorithmus für die Marker-basierte Analyse von humanen Papillomviren (HPV), die in engem Zusammenhang mit der Zervixkarzinogenese stehen. Die neue Methode bietet Lösungsansätze sowohl in Bezug auf die Spezifität als auch die klinische Infrastruktur im Bereich des HPV Screenings.

  • N.Wentzensen et.al (2020) Accuracy and Efficiency of Deep-Learning-Based Automation od Dual Stain Cytology in Cervical Cancer Screening; JNCI, https://doi.org/10.1093/jnci/djaa066



Jakob Kather sowie Kolleginnen und Kollegen haben einen deep learning Algorithmus zur Vorhersage von genetischen Mutationen, molekularen Tumor-Subtypen, Genexpressionssignaturen und Standardbiomarkern anhand routinemäßig angefertigten histopathologischen Gewebeschnitten von Tumorproben entwickelt. Diese Methode kann auf mobiler Hardware implementiert werden, was möglicherweise eine Point-of-Care-Diagnostik für eine personalisierte Krebsbehandlung ermöglichen kann.



Die juvenile myelomonozytäre Leukämie (JMML) ist eine seltene Blutkrebsart des frühen Kindesalters. Bisherige Forschungsaktivitäten haben gezeigt, dass sich JMML-Patienten aufgrund bestimmter Erbgutmarkierungen, der DNA-Methylierung, in drei Gruppen einteilen lassen. Je nach Untergruppe können Aussagen über den Krankheitsverlauf getroffen werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DKFZ, NCT Heidelberg und des Universitätsklinikums Freiburg haben nun zusammen mit internationalen Kolleginnen und Kollegen auf der Basis von 255 Patientendaten eine weltweit gültige einheitliche Methodik für den Einsatz des Methylierungsstatus als Biomarker bei der JMML definiert. Die Methode zur Klassifizierung ist so konzipiert, dass sie im klinischen Alltag eingesetzt werden kann. Dadurch sollen unter anderem Hochrisikopatientinnen und -patienten schneller identifiziert werden, um ihnen in klinischen Studien den Zugang zu innovativen Behandlungen zu ermöglichen.

  • M. Schönung, J. Meyer, P. Nöllke, A. Olshen, M. Hartmann, N. Murakami, M. Wakamatsu, Y. Okuno, C. Plass, M. Loh, C. M. Niemeyer, H. Muramatsu, C. Flotho, E. Stieglitz, D. B. Lipka: International consensus definition of DNA methylation subgroups in juvenile myelomonocytic leukemia. CCR, https://doi.org/10.1158/1078-0432.CCR-20-3184

Das NCT-MASTER-Programm entwickelt auf Basis von Veränderungen im Erbgut einzelner Tumoren individuell angepasste Therapieoptionen. Im MASTER-Programm arbeiten die NCT-Standorte Heidelberg und Dresden und alle Standorte des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK) eng zusammen. Dieses Jahr wurde der 2500. Patient in das NCT-MASTER-Programm eingeschlossen.


SarcBOP (Sarcoma Biology and Outcomes Project) ist eine interdisziplinäre Register- und Biobankstudie für Patientinnen und Patienten mit Knochen- und Weichgewebesarkomen. Durch die Forschungsaktivitäten wird eine umfassende Datenbank generiert, die aus vielen verschiedenen Daten, z.B. pathologischen und radiologischen Daten oder Ergebnissen breiter molekularer Diagnostik besteht. SarcBOP ist somit eine kontinuierlich wachsende Ressource die als Basis und Anknüpfungspunkt für zukünftige Studien dient. Seit dem Start der Studie Juli 2019 wurden bereits 335 Patientinnen und Patienten in Heidelberg eingeschlossen. Die Ausdehnung auf weitere Zentren ist in Arbeit.


Im Rahmen einer multizentrischen Studie der German-speaking Multicenter Myeloma Group (GMMG) wurde der Stellenwert einer erneuten Blutstammzelltransplantation beim fortgeschrittenen multiplen Myelom untersucht. Die Studie zeigt, dass bereits eine alleinige Behandlung mit neuartigen Medikamenten, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, sehr gute Überlebenszeiten erzielen kann. Trotzdem profitierte die Patientengruppe, die zusätzlich eine erneute Blutstammzelltransplantation erhielt.

  • H. Goldschmidt, M.-A. Baertsch et al. (2020) Salvage Autologous Transplant and Lenalidomide Maintenance vs. Lenalidomide/Dexamethasone for Relapsed Multiple Myeloma: the Randomized GMMG Phase III Trial ReLApsE. Leukemia; https://doi.org/10.1038/s41375-020-0948-0



Seit Jahren wird in klinischen Studien versucht, durch Krebsvakzinen eine Immunantwort der Patientin oder des Patienten gegen den Tumor zu erreichen. Jetzt wurde in einer Phase 1 first-in-human Studie des Sponsors BioNTech aus Mainz unter maßgeblicher Beteiligung der Sektion Dermatoonkologie der Hautklinik im NCT die RNA-Vakzine FixVac bei Patientinnen und Patienten mit Checkpoint-Inhibitor-refraktärem metastasiertem Melanom getestet. Die RNA kodiert für 4 nicht-mutierte Tumor-assoziierte Antigene, die im Melanom vorkommen, nämlich NyESO1, MAGEA3, Tyrosinase und TPTE. Aktuell wurde in Nature die explorative Interim-Analyse publiziert, die zeigt, dass FixVac alleine oder in Kombination mit einem PD-1 Antikörper anhaltende Remissionen in metastasierten Patienten erreichen kann. Dabei werden starke CD4+ und CD8+ T-Zellimmunantworten gegen die Vakzinantigene induziert. Eine Phase 2-Studie ist in Planung.

HSO2 Logo

Das zweijährige Fellowship-Programm der Heidelberg School of Oncology (HSO2) wurde neu strukturiert und richtet sich an junge Ärztinnen und Ärzte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich für eine Karriere in der patientenorientierten Krebsforschung interessieren. Die aktuelle Ausschreibung startete im Januar 2020 und fokussiert auf die – jährlich wechselnden – Schwerpunkte, in 2020 waren dies klinische Studien und digitale Onkologie. In einem kompetitiven Auswahlverfahren wurden vier HSO2 Fellows rekrutiert. Seit Herbst diesen Jahres verfolgen Anna-Elisa Heipertz, Lukas John, Nora Liebers und Johannes Heidbüchel am NCT Ihre Forschungsarbeiten.

 

Auch als Ersatz für die jährlich in Portugal stattfindende Summer School von Cancer Core Europe (CCE) fand dieses Jahr eine virtuelle Veranstaltung statt. An der virtuellen Keynote Session zur Translationalen Krebsforschung nahmen rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt teil.

Leere Stühle


Die Referenten Emile Voest (Netherlands Cancer Institute), Jean-Charles Soria (Gustave Roussy), Robert A. Weinberg (Whitehead Institute for Biomedical Research) und die Referentin Núria Lopez-Bigas (Institut für Forschung in der Biomedizin Barcelona) präsentierten zukunftsweisende Themen der Krebsforschung.

Keynote speakers Núria López-Bigas, Emile E. Voest, Robert A. Weinberg, Jean-Charles Soria




#Patientenversorgung

Das NCT Heidelberg vereinigt Patientenversorgung und patientenbezogene Forschung unter einem Dach. Das Besondere am NCT ist sein umfassender, fachübergreifender Ansatz. Das NCT Heidelberg agiert als zentrales Portal für alle Krebspatienten, vereint alle onkologischen Aktivitäten am UKHD und die translationale Forschung am DKFZ und koordiniert zahlreiche onkologische Studien des DKFZ und des UKHD.

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Die bestmögliche Versorgung von Krebspatientinnen und Krebspatienten ist das oberste Ziel am NCT Heidelberg. Um dies künftig auch für Patientinnen und Patienten mit neudiagnostiziertem und bestehenden Diabetes mellitus Erkrankungen sicherstellen zu können, hat das NCT Heidelberg ein spezielles Versorgungskonzept entwickelt. Erarbeitet hat das Konzept federführend die onkologische Fachkrankenschwester Gülhan Wacholder auf Grundlage einer Beobachtungsstudie mit 24 Patientinnen und Patienten. Das Versorgungskonzept Diabetes mellitus ist nun Grundlage zur Weiterbildung von neuen Fachkräften.

Die Nachsorge-App, die vom Onkologischen Schwerpunkt Stuttgart und vom Krebsverband Baden-Württemberg entwickelt wurde, unterstützt Krebspatientinnen und Krebspatienten mit der Organisation von Arztterminen, vermittelt nützliche Adressen und Informationen und enthält nun zusätzlich auch ein Bewegungsprogramm, das am NCT Heidelberg entwickelt wurde.

» App herunterladen (Android)
» App herunterladen (iOS)

Das von der Landesärztekammer Baden-Württemberg genehmigte und mehrfach ausgezeichnete Modellprojekt „AppDoc – Online Hautarzt“ ermöglicht bereits seit November 2018 bei Hautproblemen jeder Art eine erste Einschätzung durch qualifizierte Hautfachärztinnen und -ärzte aus Baden-Württemberg einzuholen. Mittlerweile wurden über 2.500 Patienten online beraten. Mit Genehmigung der Landesärztekammer öffnet sich das Modellprojekt nun für Betroffene und Hautarztpraxen bundesweit. In der Corona-Krise können Praxen aus ganz Deutschland so ihre Patientinnen und Patienten online und ohne Ansteckungsgefahr versorgen. Entwickelt wurde die App von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des UKHD, DKFZ und am NCT Heidelberg.

Um trotz der COVID-19-Pandemie Behandlungen von Krebspatienten auf gleich hohem Niveau weiterführen zu können, hat die Deutsche Krebshilfe (DKH), das DKFZ und die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) zu Beginn der Krise eine Task Force eingerichtet. Unter Beteiligung des NCT Heidelberg werden hierbei die Veränderungen der aktuellen Versorgungssituation erfasst. Ein Frühwarnsystem hilft dabei bei möglichen Einschnitten in die Versorgung schnellstmöglich Signale an Entscheidungsträger geben zu können.



#Events

Seit dem Weltkrebstag am 4. Februar 2020 zeigt die regionale Selbsthilfegruppe „Treffpunkt Heidelberg“ der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs unter dem Titel „Gesicht zeigen“ Motive junger Krebspatientinnen im 2. und 3. Obergeschoss des NCT-Gebäude. Die Fotoausstellung soll zeigen, dass auch junge Menschen von Krebs betroffen sein können, mit zum Teil weitreichenden Folgen für das gesamte Leben, und gleichzeitig anderen Patientinnen und Patienten und Angehörigen vor allem Mut machen und Unterstützung anbieten, damit sie von Erfahrungen der Selbsthilfegruppe profitieren können.

Bilder der Ausstellung
Gruppenfoto Treffpunkt Heidelberg

Auch der NCT-Lauf lief in diesem Jahr anders als gewohnt ab. Unter dem Motto „NCT LAUFend gegen Krebs: Alleine. Zusammen!“ wurde er vollständig auf ein virtuelles Format umgestellt. Gelaufen wurde für sich oder in Kleingruppen entsprechend den geltenden Corona-Regeln und einer selbst gewählten Strecke und Distanz. 8.976 Läufer gingen vom 26. bis 28. Juni alleine – aber zusammen im Grundgedanken ein Zeichen gegen Krebs zu setzen – an den Start. Auf allen sieben Kontinenten liefen Menschen dabei knapp 120.000 Kilometer für den guten Zweck. Durch Sponsoren, Förderer und Spenden kamen Einnahmen von knapp 75.000 Euro zur Unterstützung innovativer Projekte am NCT Heidelberg zusammen.

NCT Lauf-Shirt
NCT-Lauf-Plakat
Läufer
 

Die erste Online-Benefiz-Veranstaltung „Beweg dich gegen Krebs“, organisiert von der Stiftung Leben mit Krebs und dem NCT Heidelberg, fand dieses Jahr erfolgreich vom 16.10.-15.11.2020 statt. 14.282 Bewegungsstunden wurden innerhalb von vier Wochen von 183 Teams und 1.108 Teilnehmenden zu Gunsten des Sport- und Bewegungsangebots am NCT Heidelberg gesammelt. Die Aktivitäten konnte jeder in eine eigens für die Aktion entwickelte App eintragen und sie am Ende in Spenden „umwandeln“. Für 2021 sind bereits weitere „Beweg dich gegen Krebs“-Aktionen geplant.

Takte gegen Krebs: Musikerinnen im NCT Heidelberg

NCT Takte-gegen-Krebs: Hauskonzerte. Unter diesem Titel wurden in diesem Jahr drei weihnachtliche Konzerte gespielt und live auf den Social-Media-Kanälen des NCT Heidelberg gestreamt. Zum Auftakt am 9. und 10. Dezember erklangen die Trägerhäuser des NCT Heidelberg das Deutsche Krebsforschungszentrum, gefolgt vom Universitätsklinikum Heidelberg. Das große Finale am 11. Dezember fand im NCT Heidelberg statt. Aus gegebenen Anlass durften keine Zuschauer vor Ort anwesend sein. Über die Spendenaktion auf der Webseite www.nct-takte.de konnten symbolisch Takte erworben und Zuschauer zu einem Teil der Konzerte werden. Wir laden Sie herzlich ein, die Konzertmitschnitte auf unserem YouTube-Kanal zu genießen.

#Aktuell

Der Newsletter des NCT Heidelberg erscheint quartalsweise und informiert über ausgewählte aktuelle Themen, Termine und Ereignisse rund um das NCT Heidelberg. Abonnieren unter: www.nct-heidelberg.de/newsletter

Das NCT-Magazin Connect erscheint zweimal pro Jahr und vermittelt einen Einblick in alle Bereiche des NCT Heidelberg. Kostenfrei abonnieren unter: www.nct-heidelberg.de/connect



#Ausblick2021

Auch 2021 werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am NCT Heidelberg weiter daran arbeiten neueste Forschungsergebnisse möglichst rasch in bessere Behandlungs- und Präventionsstrategien umzusetzen. Neue Studien und innovative Forschungsprojekte werden an den Start gehen und bestehende fortgesetzt.

NCT-Lauf am 2. Juli
Am 2. Juli 2021 wird wieder, angepasst an die aktuelle Situation, für den guten Zweck gelaufen.
»Aktuelle Informationen unter: www.nct-lauf.de

Summer School am 10.-15. Oktober
Seit 2011 fördert die "Summer School in Translational Oncology" den Austausch zwischen Forscherinnen und Forschern aus den verschiedensten Bereichen der Krebsforschung und Krebsmedizin. Vorträge wechseln sich mit Fallbeispielen, Posterpräsentationen und mündlichen Präsentationen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab.
»Aktuelle Informationen unter: https://www.cancercoreeurope.eu/our-summer-school

Interdisziplinäre Mittwochsfortbildung des NCT
Die Fortbildungsveranstaltung „Interdisziplinäre Mittwochsfortbildung des NCT“ für Fachpublikum wird auch 2021 weiterhin wöchentlich als Online-Seminar angeboten.
»Aktuelles im NCT-Veranstaltungskalender: www.nct-heidelberg.de/veranstaltungen

NCT Online Retreat
Der jährliche NCT Retreat wird 2021 online und zeitlich gestaffelt stattfinden. Im Zeitraum vom 25. Februar bis 29. April 2021 wird es jeweils donnerstags zwei thematische Sessions geben. Für die 1,5 stündigen Sitzungen können sich interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am NCT Heidelberg und NCT Dresden anmelden.

Tagung des Wissenschaftlichen NCT-Beirats
Während der Tagung im Juli 2021 informieren die NCT-Direktoren den Wissenschaftlichen Beirat über aktuelle Entwicklungen und Aktivitäten in der klinischen Krebsforschung. Auch Zukunftsperspektiven werden unter den Mitgliedern des Beirats, den Vorständen der NCT-Trägerhäuser und den NCT-Direktoren diskutiert.
»Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats

NCT-Netzwerk
Die 2020 neu ausgewählten NCT-Standorte werden nun in einer ersten Förderstufe gemeinsam mit den beiden bestehenden Standorten des NCT ein strategisches Konzept für die Umsetzung eines auf ganz Deutschland ausstrahlenden Gesamt-NCT erarbeiten. Dieses soll im Sommer 2021 final bewertet werden. Im Anschluss besteht für die vier Bewerber die Möglichkeit einer institutionellen Förderung als späterer NCT-Standort durch Bund und Sitzland.
»Mehr dazu auf der Website der "Dekade gegen Krebs"