Bewegung & Krebs

Entwicklung und Evaluation eines 1-jährigen ambulanten/teilstationären Bewegungsprogramms für krebskranke Kinder und Jugendliche unter konventioneller Chemo- und/oder Strahlentherapie

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Angelika-Lautenschläger-Klinik der Universität Heidelberg, mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Zentrum für Sport und Sportwissenschaft (ISSW) der Universität Heidelberg

Kooperationspartner:

Sportwissenschaftliche Fakultät, Universität Leipzig und dem Department für Kinder- und Frauenheilkunde, Universitätsklinikum Leipzig

Studienleitung:
Dr. Anne Zielinski, PD Dr. Joachim Wiskemann

Co- Studienleitung:
Prof. Dr. Andreas Kulozik, Prof. Dr. Olaf Witt

Kurzbeschreibung

Heutzutage haben mehr als 70% der in der Kindheit an Krebs erkrankten Patienten eine sehr gute Langzeitprognose. Trotz dieser hohen Heilungsrate geht die Krebsdiagnose oft mit einer Vielzahl von krankheits- und behandlungsassoziierten psychischen und physischen Beeinträchtigungen einher, die in der Regel noch im erwachsenen Alter bestehen. Häufige Probleme sind hier motorische Einschränkungen, Dysfunktion des kardiovaskulären Systems, reduzierte Muskelkraft, Übergewicht, Osteoporose und verminderte Lebensqualität. Obwohl bislang wenige körperliche Interventionsstudien mit krebskranken Kindern vorliegen, sind die bisher berichteten Resultate  im Bereich der Rehabilitation sehr vielversprechend. Bislang fehlen jedoch entsprechende Studien begleitend/während Chemo- und/oder Strahlentherapie.

Das Ziel dieser Durchführbarkeitsstudie ist es daher, die möglichen positiven Wirkungen eines 1-jährigen modularen körperlichen Interventionsprogramms bei pädiatrischen Krebspatienten in der akuten Phase ihrer Antikrebsbehandlung und während Erhaltungstherapie zu analysieren. In einem Zeitraum von zwei Jahren werden Patienten des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Heidelberg, die 5 bis 21 Jahre alt sind und bei denen keine Kontraindikationen für körperliche Aktivität vorliegen, rekrutiert. Alle Studienteilnehmer werden zu Beginn gebeten, sich mehreren körperlichen Tests zu unterziehen, um Muskelkraft, Ausdauer, Gleichgewicht sowie funktionale Mobilität und Umfang der Beweglichkeit zu analysieren. Zusätzlich füllen die Teilnehmer Fragebögen zur Lebensqualität und Teilnahmemotivation aus. Die Untersuchungen werden dann alle 3 Monate des Interventionszeitraumes (nach 1 Jahr) durchgeführt. Das körperliche Trainingsprogramm startet mit Beginn der stationären Aufnahme in die Klinik. Während des stationären Aufenthalts führen die Teilnehmer 3-5x wöchentlich ein Trainingsprogramm unter Anleitung für ca. 15-30 Minuten aus. Diese Intervention beinhaltet Training mit einer Spielkonsole,  altersspezifisches Widerstandstraining sowie Übungen zur Körperwahrnehmung. Während den ambulanten Phasen führen die Teilnehmer zu Hause ein Übungsprogramm 3-5x wöchentlich unter Verwendung eines Trainingshandbuchs und ggf. gemeinsam mit Eltern und/oder Geschwistern durch. Zusätzlich erhalten die Patienten ein Bewegungstagebuch und einen Schrittzähler um ihren Aktivitätslevel zu dokumentieren.

Finanziert wird die Studie durch die Dietmar Hopp Stiftung.

Kontakt

PD Dr. Joachim Wiskemann
Tel.: 06221 56-5904
E-Mail: joachim.wiskemann@med.uni-heidelberg.de