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Krebsprävention und WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle 
Überblick
Das Heidelberger WHO-Kollaborationszentrum (WHO-CC) für Tabakkontrolle wurde 2002 gegründet. Sein Ziel ist es, einen national und international spürbaren Beitrag bei der Eindämmung des Tabakkonsums zu leisten. Zu den Kernarbeitsgebieten gehören das Erarbeiten wirksamer Maßnahmen zur Verringerung des Tabakkonsums und deren Überprüfung, die Unterstützung von motivierten Rauchern bei einem Rauchstopp sowie der Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens.

Seit der Gründung des WHO-CC wurden bereits verschiedene Ziele erreicht, z. B. die Einführung  eines Bundesgesetzes sowie Gesetze auf Bundesländerebene, um die Bevölkerung vor den  Gefahren des Passivrauchens zu schützen.

Das WHO-CC erarbeitete weiterführende Empfehlungen für politische Maßnahmen zur Tabakkontrolle und organisierte Informationskampagnen zum Thema Rauchstopp. Zwischen 2000 und 2008 wurden insgesamt fünf „Rauchfrei-Kampagnen“ durchgeführt.

Im Rahmen des International Tobacco Control (ITC) Policy Evaluation Projects führt das WHO-CC eine bundesweite prospektive Kohortenstudie durch. Diese soll bei rauchenden und nicht-rauchenden Erwachsenen untersuchen, wie sich die politischen Maßnahmen zur Tabakkontrolle in Deutschland auswirken.

Weiterhin entwickelte das WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle Leitlinien für die Umsetzung von Artikel 12 (Aufklärung, Information, Schulung und Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit) der WHO Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle (WHO-FCTC).

Bedeutende Errungenschaften der letzten 5 Jahre
Das WHO-CC hat:

• nachgewiesen, dass die Anzahl der durch tabakverursachten Todesfälle in Deutschland noch immer enorm hoch ist und sich hinsichtlich der bundeslandspezifischen Unterschiede der tabakattributablen Mortalitätsrate die Tendenz eines Nord-Süd-Gradienten ergibt. (Gesundheitswesen 2010, doi:10.1055/s-0030-1252039),

• aufgezeigt, dass deutsche Gastronomiebetriebe im Jahr 2005 mit hohen Konzentrationen an Tabakrauch belastet waren(Nicotine Tob Res 2008, 10:547-55),

• belegt, dass das  Tabakpräventionsprogramm in Schulen wie „Be smart, don’t start“ den Rauchbeginn bei Jugendlichen nicht verhindern kann  (Prev Med 2006, 42:33-9),

• nachgewiesen, dass im vergangenen Jahrhundert eine Umkehr des Bildungsgradienten des Rauchens stattgefunden hat und dass die Bildungsunterschiede im Rauchen bei Männern stabil sind, sich bei Frauen jedoch ausweiten (Addiction 2006, 101:1051-6),

• untersucht, dass sich die Entwicklungen und zeitlichen Veränderungen im Raucheinstieg und Rauchstopp bei Männern und Frauen, in einer Geburtskohortenperspektive unterscheiden (Eur J Cancer Prev 2005, 14:477-83),

• aufgezeigt, wie der Verband der Cigarettenindustrie eine wirksame Tabakpräventionspolitik in Deutschland verhindern konnte (Gesundheitswesen 2008, 70:315-24).

Dr. Martina Pötschke-Langer
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Krebsprävention
WHO-Kollaborationszentrum (WHO-CC) für Tabakkontrolle
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg

Tel: +49 (0) 6221 42 3008
Fax: +49 (0) 6221 42 3020
Email: who-cc@dkfz.de


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