Die virale Onkolyse oder Virotherapie ist ein viel versprechender neuer Ansatz zur Behandlung von Krebserkrankungen. Dabei sollen Tumoren durch eine auf Krebszellen beschränkte und sich im Tumor ausbreitende Virusinfektion zerstört werden (s. Abbildung). Adenoviren sind aus verschiedenen Gründen für eine Anwendung in der Virotherapie besonders geeignet, vor allem da ihre Struktur, ihr Genom und ihr Lebenszyklus außerordentlich gut charakterisiert sind. Dies ermöglicht die rationale Entwicklung von Adenoviren für spezifische Anwendungen in der Tumortherapie.
- die Modifikation der Virushülle durch genetische Methoden, um einen tumorzellselektiven und effektiven Zelleintritt zu ermöglichen
- Kombinationstherapien, vor allem die Herstellung antitumoraler Proteine bei der adenoviralen Replikation durch Einbau entsprechender Gene in das Virusgenom (d.h. die Kombination von Viraler Onkolyse und Gentherapie)
- die Aktivierung einer gegen den Tumor gerichteten Immunantwort ("Onkolytische Tumorvakzinierung")
Fortschritte der Grundlagenforschung in der molekularen Onkologie, Virologie, Molekularbiologie und Immunologie bilden das Fundament unseres interdisziplinären Forschungsprogramms. Durch den Einsatz verschiedener Technologien sollen Erkenntnisse dieser Disziplinen in die Entwicklung neuer Adenovirus-Krebstherapeutika umgesetzt werden.
PD Dr. Dirk M. Nettelbeck
Helmholtz-Hochschul-Nachwuchsgruppe Onkolytische Adenoviren
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Universitäts-Hautklinik Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 242
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 42-4450
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