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Molekulare Stoffwechselkontrolle 
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Die American Cancer Society hat Fettleibigkeit, Insulinresistenz und Typ II Diabetes als wesentliche Risikofaktoren für die Manifestation verschiedener Tumorentitäten benannt. Interessanterweise stellen Stoffwechselstörungen aber nicht nur Risikofaktoren für die Krebsentstehung dar, sondern sind auch Folge derselben. So ist Tumorwachstum oftmals mit einem extremen Zustand der Abmagerung verbunden, den man klinisch als Kachexie (griech.: "schlechter Zustand") bezeichnet. In dieser Situation wird nicht nur Fettgewebe sondern ebenso Muskulatur in starkem und lebensbedrohlichem Maße abgebaut, so dass die Prognosen für die Therapie und die Heilungschancen der Krebspatienten dramatisch sinken.

Trotz des Energieüberschusses (Fettleibigkeit) einerseits und der Energiedefizienz (Tumorkachexie) andererseits zeichnen sich diese gegensätzlichen energetischen Zustände durch eine Vielzahl gemeinsamer metabolischer Kennzeichen aus, wie z.B. Dyslipidämie, Insulinresistenz und sub-akute chronische Inflammation. Dies legt nahe, dass es bei diesen Erkrankungen gegensätzlicher Energieverfügbarkeit gemeinsame molekulare Kontrollstellen gibt.

Eigene Arbeiten konnten in dieser Hinsicht eine Reihe transkriptioneller (Co-) Faktorkomplexe und Signalachsen identifizieren, welche eine Schlüsselposition in der molekularen Stoffwechselkontrolle und damit in der Pathogenese von Krebsrisikofaktoren (Metabolisches Syndrom) bzw. Krebsfolgeerkrankungen (Tumorkachexie) einnehmen.

Im Rahmen eines Konzepts, das Krebs als ganzheitliche Systemerkrankung definiert, ist es daher unser langfristiges Ziel, durch Identifizierung und funktionelle Charakterisierung signalabhängiger Transkriptionskomplexe zur Aufklärung der Mechanismen von Stoffwechseldysfunktionen im Rahmen des Krebsrisikos und der Krebsfolge beizutragen. Kontrollpunkte der Genexpression sollen so als übergreifende molekulare Therapieansätze für Patienten mit Fettleibigkeit, Typ II Diabetes und Tumorkachexie etabliert werden.

Verbesserung einer kachektischen Fettleber durch Inaktivierung spezifischer Transkriptionsfaktoren
Verbesserung einer kachektischen Fettleber durch Inaktivierung spezifischer Transkriptionsfaktoren: Die Aktivität eines spezifischen Transkriptionsfaktors wurde in gesunden Kontrollmäusen (Kontrolle) und tumortragenden, kachektischen Mäusen (Tumor) mittels RNA Interferenz-Technologie spezifisch in der Leber blockiert. Diese genetische Manipulation führt zur Verbesserung des Leberfettgehalts (rote Färbung) in den an Krebs erkrankten Tieren.
Dr. Stephan Herzig
Kontakt

Dr. Stephan Herzig
Deutsches Krebsforschungszentrum
Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe Molekulare Stoffwechselkontrolle
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg

Tel: +49 6221 42-3594
E-Mail: s.herzig@dkfz.de


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