Trotz des Energieüberschusses (Fettleibigkeit) einerseits und der Energiedefizienz (Tumorkachexie) andererseits zeichnen sich diese gegensätzlichen energetischen Zustände durch eine Vielzahl gemeinsamer metabolischer Kennzeichen aus, wie z.B. Dyslipidämie, Insulinresistenz und sub-akute chronische Inflammation. Dies legt nahe, dass es bei diesen Erkrankungen gegensätzlicher Energieverfügbarkeit gemeinsame molekulare Kontrollstellen gibt.
Eigene Arbeiten konnten in dieser Hinsicht eine Reihe transkriptioneller (Co-) Faktorkomplexe und Signalachsen identifizieren, welche eine Schlüsselposition in der molekularen Stoffwechselkontrolle und damit in der Pathogenese von Krebsrisikofaktoren (Metabolisches Syndrom) bzw. Krebsfolgeerkrankungen (Tumorkachexie) einnehmen.
Im Rahmen eines Konzepts, das Krebs als ganzheitliche Systemerkrankung definiert, ist es daher unser langfristiges Ziel, durch Identifizierung und funktionelle Charakterisierung signalabhängiger Transkriptionskomplexe zur Aufklärung der Mechanismen von Stoffwechseldysfunktionen im Rahmen des Krebsrisikos und der Krebsfolge beizutragen. Kontrollpunkte der Genexpression sollen so als übergreifende molekulare Therapieansätze für Patienten mit Fettleibigkeit, Typ II Diabetes und Tumorkachexie etabliert werden.
Dr. Stephan Herzig
Deutsches Krebsforschungszentrum
Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe Molekulare Stoffwechselkontrolle
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel: +49 6221 42-3594
E-Mail: s.herzig@dkfz.de

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