Die akute lymphatische Leukämie (ALL) ist mit einem Anteil von 30-35% die häufigste aller malignen Erkrankungen im Kindesalter. Der Einsatz intensiver Polychemotherapie nach zeitlich festgelegten Schemata führt bei ca.98 % der betroffenen Kinder bereits nach 4 Wochen zu einer kompletten klinischen Remission, d. h., die Leukämie-Zellzahlen fallen unter die Nachweisgrenzen konventioneller diagnostischer Verfahren (< 1-5 % maligne Zellen im Knochenmark). Eine Reduktion der malignen Zellpopulation um ca. zwei Zehnerpotenzen bedeutet jedoch, dass noch ein erheblicher Anteil residueller Leukämiezellen im Patienten vorhanden sein kann, ohne das diese mit gängigen Nachweismethoden (Morphologie, Immunophänotypisierung, Zytogenetik und Southern Blot-Analyse) identifiziert werden können.
Der molekulardiagnostische Nachweis minimaler Resterkrankung mittels RQ-PCR ist somit von wesentlichem prognostischen Wert, um eine möglichst präzise Abschätzung des individuellen Rezidivrisikos, sowie eine risikoadaptierte Behandlung des Patienten zu ermöglichen.
Institut für Humangenetik
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