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MRD-Diagnostik 
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Projektleiter: Prof. Dr. med. C. R. Bartram

Die akute lymphatische Leukämie (ALL) ist mit einem Anteil von 30-35% die häufigste aller malignen Erkrankungen im Kindesalter. Der Einsatz intensiver Polychemotherapie nach zeitlich festgelegten Schemata führt bei ca.98 % der betroffenen Kinder bereits nach 4 Wochen zu einer kompletten klinischen Remission, d. h., die Leukämie-Zellzahlen fallen unter die Nachweisgrenzen konventioneller diagnostischer Verfahren (< 1-5 % maligne Zellen im Knochenmark). Eine Reduktion der malignen Zellpopulation um ca. zwei Zehnerpotenzen bedeutet jedoch, dass noch ein erheblicher Anteil residueller Leukämiezellen im Patienten vorhanden sein kann, ohne das diese mit gängigen Nachweismethoden (Morphologie, Immunophänotypisierung, Zytogenetik und Southern Blot-Analyse) identifiziert werden können.

The developing T and B lymphocyte lineages and the points at which T-ALL and B-ALL can occur during this process.
The developing T and B lymphocyte lineages and the points at which T-ALL and B-ALL can occur during this process.
Der Einsatz der "real-time" quantitativen PCR-Technologie (RQ-PCR) ermöglicht eine sehr viel sensitivere Erfassung minimaler residueller Leukämiezellen (Detektion minimaler Resterkrankung = minimal residual disease, MRD), so dass durch die Analyse geeigneter DNA-Marker in der Regel eine unter zehntausend Leukämiezellen (10-4) oder gar unter einhunderttausend (10-5) normaler Lymphozyten detektiert werden kann. Als Markersystem werden Klon-spezifische Immunglobulin (Ig)- und T-Zell-Rezeptor (TCR) Genrearrangements verwendet, wobei für jeden Patienten im Idealfall zwei unterschiedliche Gensonden mit einer Nachweisgrenze von jeweils < 10-4 zur Anwendung kommen.

Der molekulardiagnostische Nachweis minimaler Resterkrankung mittels RQ-PCR ist somit von wesentlichem prognostischen Wert, um eine möglichst präzise Abschätzung des individuellen Rezidivrisikos, sowie eine risikoadaptierte Behandlung des Patienten zu ermöglichen.

RQ-PCR-Experiment eines IgH-Rearrangements (mittels Sonde) mit einer Nachweisgrenze von 10–5 und der Messung eines Therapiezeitpunkts (R1); MNC (mononuklearer Zellhintergrund)
RQ-PCR-Experiment eines IgH-Rearrangements (mittels Sonde) mit einer Nachweisgrenze von 10–5 und der Messung eines Therapiezeitpunkts (R1); MNC (mononuklearer Zellhintergrund)
Kontakt
Dr. Rolf Köhler
Institut für Humangenetik
Im Neuenheimer Feld 366
69210 Heidelberg

Tel.: +49 6221 56-5159 (Büro), 56-5157 (Labor)
E-Mail: rolf_koehler@med.uni-heidelberg.de

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