Gegenstand aktueller Forschung ist die Identifizierung weiterer niederpenetranter Suszeptibilitätsgene in BRCA1/ BRCA2-mutationsnegativen Brustkrebsfamilien sowie das Krankheitsgeschehen modifizierender Gene in Brustkrebsfamilien mit nachgewiesener BRCA1/ BRCA2 Keimbahnmutation.
1. CCPRB (Cancer Control using Population-based Registries and Biobanks)
Mithilfe epidemiologischer Ansätze im Rahmen unserer Forschungskooperation mit Prof. Hemminki und PD Dr. B. Burwinkel, DKFZ Heidelberg, sollen krebsassoziierte Gene für familiären Brustkrebs identifiziert werden. Dies geschieht auf der Grundlage von sorgfältig vordefinierten Kollektiven von Patientenproben, bei denen BRCA1/ BRCA2-Mutationen ausgeschlossen wurden (Hoch- und Niederrisikogruppen für familiären Brustkrebs). Die entsprechenden DNA-Proben werden dann vom Institut für Humangenetik für die Identifizierung risikoassoziierter Niederpenetranzgene mit SNP-Mikroarrays in Form einer Biobank bereitgestellt.
Bisher konnten zahlreiche genetische Veränderungen in krankheitsassoziierten Genen mit einem Risiko für familiären Brustkrebs identifiziert und publiziert werden.
2. Genomweite Assoziationsstudie zu familiärem Brustkrebs der Deutschen Krebshilfe
Basierend auf einem in Deutschland wohldokumentierten Kollektiv von über 1000 Hochrisikofamilien mit familiärem Brustkrebs, in denen pathogene BRCA1/ BRCA2-Mutationen ausgeschlossen wurden, sollen für Brustkrebs prädisponierende Gene oder Genvarianten identifiziert werden (Kooperationspartner: Prof. Hemminki, PD Dr. Burwinkel, DKFZ Heidelberg).
Dies soll zunächst über linkage disequilibrium Studien an den Patientenproben mithilfe von 500K Affymetrix Gene Chips im Vergleich zu altersadjustierten Kontrollpersonen durchgeführt werden. In einem weiteren Schritt soll dann eine detaillierte Kartierung mit eng gekoppelten SNP Markern zur Identifizierung potentieller Kandidatengene erfolgen.
Die entsprechenden DNA-Proben werden dann vom Institut für Humangenetik in Form einer Biobank bereitgestellt.
3. Internationales Kooperationsprojekt des Nationalen Brustkrebskonsortiums mit dem CIMBA-Konsortium (Consortium of Investigators of Modifiers of BRCA1/2) zur Identifizierung genetischer Veränderungen, die das Brustkrebsrisiko beeinflussen ("Modifierstudie").
In dieser internationalen Studie (Koordinatorin für Deutschland: Prof. R.K. Schmutzler, Köln) sollen Patienten/ Familien mit bereits identifizierten für familiären Brust- und Eierstockkrebs ursächlichen Keimbahnmutationen bezüglich weiterer genetischer Veränderungen in möglicherweise das Brustkrebsrisiko modifizierenden Genen untersucht werden.
Dies geschieht an einem Kollektiv bereits molekulargenetisch durch Mutationsanalysen sorgfältig vordefinierter BRCA1/ BRCA2-mutationspositiver PatientenProben, die im Rahmen der Kooperation dem CIMBA für Assoziationsstudien zur Verfügung gestellt werden.
Dr. Christian Sutter
Institut für Humangenetik
Im Neuenheimer Feld 366
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 56-39567
E-Mail:christian.sutter@med.uni-heidelberg.de

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