Molekulare Cytogenetik der Hautkarzinogenese
Identifizierung einer relevanten und für die Hautkarzinogenese neuen genetischen Aberration und deren potenziellen Entstehungsmodus
Basalzell- (BCC)- und Plattenepithelkarzinome (SCC) der Haut sind weltweit die häufigsten Tumore mit kontinuierlich steigender Inzidenz. Dennoch ist das Wissen über die genetischen Grundlagen speziell der SCCs begrenzt. Zwar werden durch UV-B Strahlung Mutationen in relevanten Genen (p53-Tumorsuppressorgen und ras-Onkogen) induziert, über den Entstehungsmodus des typischerweise sehr komplexen Karyotyps ist aber noch wenig bekannt. Man weiß nur, dass dem humanen Papillomvirus (HPV) eine gewisse Beteiligung zugeschrieben wird. Wir haben nun Hinweise, dass in SCCs häufig ein Zugewinn von Chromosom 11q vorliegt. Diese genetische Veränderung konnte in unserem experimentellen HaCaT Haut-Karzinogenese-Modell durch erhöhte Temperatur induziert werden und führte dort zur tumorigenen Transformation. Darüber hinaus konnten wir zeigen, dass es unter gewissen Bedingungen zu Veränderungen der Telomerorganisation im dreidimensionalen Zellkern kommt. Die sonst streng isoliert liegenden Telomere bildeten Aggregate (TA), wodurch Chromosomenaberrationen entstanden.
Das Ziel dieses vom Tumorzentrum Mannheim/Heidelberg geförderten Projekts ist es, die Rolle des Chromosoms 11q in Hautkarzinomen weiter zu charakterisieren und zu ermitteln, ob TAs an der Entstehung von Chromosomenaberrationen (11q Zugewinn) in Hautkarzinomen beteiligt sind und ob sich somit der Nachweis von TAs als diagnostischer Marker für genomische Instabilität auch für die klinische Anwendung eignet.
Geplant ist, einerseits den relevanten 11q Bereich durch vergleichende genomische Hybridisierung (CGH) zu definieren und andererseits zu klären, ob in Tumoren mit 11q Zugewinn TAs vorliegen und ob in experimentell induzierten TAs Chromosom 11 häufiger als andere Chromosomen involviert ist.
Kontakt
Prof. Dr. Petra Boukamp
Abt. Genetik der Hautcarcinogene (A110)
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 42-4516
E-Mail: P.Boukamp@dkfz.de
Institut für Humangenetik
Universitätsklinikum Heidelberg
INF 366, D-69120 Heidelberg
Tel.: 06221/56-5407
anna.jauch@med.uni-heidelberg.de
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