deutsch DEUTSCH
AG Antikörper-basierte Immuntherapeutika 
Allgemeines
Gentechnisch umstrukturierte ("rekombinante") monoklonale Antikörper haben die therapeutischen Möglichkeiten zur Bekämpfung von Tumorerkrankungen im Laufe der vergangenen 10 Jahre entscheidend verbessert.

Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit dem Design, der Konstruktion und Produktion maßgeschneiderter rekombinanter Antikörper mit neuen Effektorfunktionen zur Immuntherapie maligner Erkrankungen.

Hierzu werden selektiv an Tumor-assoziierte Antigene bindende, internalisierende Antikörper und abgeleitete Antikörper-Fragmente gentechnisch so verändert, dass sie einerseits als Fremdeiweiße vom menschlichen Immunsystem toleriert werden und andererseits alle notwendigen Kriterien (Selektivität, ausreichende Affinität sowie biophysikalische Stabilität) für eine erfolgreiche klinische Anwendung erfüllen.

In einem zweiten Schritt werden die generierten rekombinanten Antikörper(fragmente) mit Ribonukleasen (RNasen) der Superfamilie A oder anderen immuntolerablen Effektormolekülen chemisch gekoppelt oder genetisch fusioniert, als rekombinante Immunkonjugate oder Fusionsproteine in geeigneten Expressionssystemen produziert, aufgereinigt und ihre Funktionalität (Antigenbindungseigenschaften, Internalisierung, Stabilität, katalytische Aktivität, selektive Zytotoxizität, Pharmakokinetik und -dynamik) in Zellsystemen und Tiermodellen untersucht. Diese Arbeiten bilden die Grundlage, um diese neuartigen Immunreagenzien Patienten mit bösartigen Erkrankungen im Rahmen klinischer Studien zur Verfügung stellen zu können.

Die Forschungsarbeiten werden im Rahmen enger nationaler und internationaler Kooperationen mit sowohl akademischen als auch industriellen Partnern durchgeführt, um die Translation erzielter Forschungsergebnisse in eine klinische Anwendung mit der größtmöglichen Effizienz zu gewährleisten.

Projekte
Amphibische Ribonukleasen der Superfamilie A verfügen bei gering immunogenem und unspezifisch-toxischem Potenzial über potente anti-tumorale Eigenschaften. Die selektive Toxizität dieser Reagenzien gegenüber Tumorzellen kann durch Konjugation an monoklonale Antikörper (="ImmunRNasen"), die nach Bindung an Tumor-assoziierte Antigene internalisiert werden, erheblich gesteigert werden. In Tiermodellen konnte gezeigt werden, dass ImmunRNasen, die an das bei malignen B-Zell-Lymphomen exprimierte Tumor-assoziierte und internalisierende Antigen CD22 binden, selektiv in xenotransplantiertem Tumorgewebe angereichert werden und maligne Zielzellen mit hoher Effizienz zerstören, ohne jedoch nennenswerte unspezifische Toxizität zu vermitteln. Basierend auf diesen Vorarbeiten haben wir kleinmolekulare, rekombinante CD22-spezifische ImmunRNasen in einem erstmals beschriebenen dimeren Format hergestellt. Wir haben zeigen können, dass die aus hochstabilen Antikörperfragmenten und entweder amphibischen oder humanen Ribonukleasen bestehenden dimeren ImmunRNasen maligne Zielzellen in vitro wirkungsvoll vernichten. Darüber hinaus ist uns als wichtiger Meilenstein auf dem Weg dieser Reagenzien in eine klinische Anwendung ihre quantitative Produktion in Säugerzellen gelungen. Gegenwärtig werden die dimeren Fusionsproteine zur Evaluation im Tiermodell (antineoplastische Wirksamkeit und Pharmakokinetik) quantitativ produziert und mit Hilfe verschiedener chromatografischer Verfahren aufgereinigt.

Weitere Projekte unserer Arbeitsgruppe befassen sich mit der

  • Evaluation von Methoden zur Produktion rekombinanter ImmunRNasen in industriellem Maßstab
  • Entwicklung therapeutischer ImmunRNasen zur Behandlung solider Tumore
  • Entwicklung von "Prodrug"-ImmunRNasen
  • Weiterentwicklung humaner Ribonukleasen zur Verwendung als zytotoxische Effektordomänen
  • Strukturbasiertes Design modularer MRT Spin-Sonden zur hochsensitiven Detektion von Metastasen
  • Humanisierung eines anti-HSV1/2-Antikörpers
  • Herstellung von Fusionsproteinen mit immuntolerablen pro-apoptotischen Effektor-Molekülen
Aktuelle Forschungsförderung
  • Aktion "Kampf dem Krebs" e.V. der Deutschen Krebsgesellschaft
  • Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
  • Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V., DJCLS R07/03v
  • Deutsche Krebshilfe e.V., 108813
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung, 01EZ0934
  • Klaus Tschira Stiftung GmbH, 00.150.2009
Dr. med. Jürgen Krauss
Kontakt

PD Dr. med. Jürgen Krauss
Abteilung Medizinische Onkologie
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT)
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg

Tel.: +49-(0)6221 56-37798
Fax: +49-(0)6221 56-5036
E-Mail: juergen.krauss@nct-heidelberg.de

Dr. rer. nat. Michaela Arndt
Kontakt

Dr. rer. nat. Michaela Arndt
Abteilung Medizinische Onkologie
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT)
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg

Tel.: +49-(0)6221 56-37798
Fax: +49-(0)6221 56-5036
E-Mail: michaela.arndt@med.uni-heidelberg.de


NEWS
"LAUFend gegen Krebs"
Unter diesem Motto findet am 12.07.2013 der diesjährige NCT Benefizlauf statt.
NEWS
Felix Burda Awards für Engagement in der Darmkrebsvorsorge gehen an NCT und DKFZ
NCT in der Tagesschau

Zum Weltkrebstag berichtet die Tagesschau zum Thema Krebsforschung in Heidelberg

NOTFALL - EMERGENCY
Wichtige Rufnummern für niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser.
|  Sitemap   |  Kontakt   |  Impressum   |  Pressekontakt   |   Letzte Aktualisierung: 22.12.2010